The Fall
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu The Fall:
Jetzt, neun Jahre später, präsentiert Tarsem Singh seinen zweiten Kinofilm, der ihn 11 Jahre Vorbereitung und vier Jahre Drehzeit kostete sowie ihn in über 20 Ländern führte. Heraus kam das surreales Kinospektakel „The Fall“, das seine Zuschauer mit atemberaubende Bilder, wundervollen Farben und genialen Perspektiven zum Staunen bringt. Leider hält die Story nicht ganz, was die opulente Optik verspricht. Die Handlung des Films spielt in einem Krankenhaus in Los Angeles im Jahre 1915. Hier wartet die 5-jährige Alexandria, die sich ihren Arm beim Orangen pflücken auf einer Plantage gebrochen hat, auf ihre Genesung. Bei einem ihrer Streifzüge trifft sie den stark depressiven Stuntman Roy, der sich bei einem Stunt beide Beine so schwer verletzt hat, dass er sie in Zukunft nicht mehr bewegen kann. Und wäre das nicht schon genug Leid, so hat ihn auch noch seine Freundin verlassen. Roy fängt an dem Mädchen eine Abenteuergeschichte zu erzählen. Hauptfigur seiner Geschichte ist der maskierte Bandit, der zusammen mit seinen Freunden, Luigi (Sprengstoffmeister), Otta Benga (ehemaliger Sklave), dem Inder (Inder) und der junge Charles Darwin (Evolutionsbiologe), den bösen Gouverneur Odious töten will. Die Helden durchleben zahlreiche Abenteuer und Kämpfe in einer fremden, faszinierenden Welt. Doch Roy erzählt dem Mädchen diese fantastische Geschichte nicht einfach nur zum Zeitvertreib, sondern eher mit dem Hintergedanken Alexandria auszutricksen, ihm Morphium zu beschaffen, damit er seinem Leben ein Ende bereiten kann. Der Deal: Tabletten gegen Geschichte. Und wenn man sich die Geschichte anhört, die Roy da aus den Ärmeln schüttelt, ist man gerne bereit Morphium aus dem Medizinschrank zu besorgen. Tarsem Singh hat hier ein wahres Bilder-Epos geschaffen, das wirklich atemberaubend ist. Hinzu kommen wunderschöne Kostüme, die die Bilder und seine Motive komplettieren. Tarsem verzichtet hierbei nahezu komplett auf digitale Effekte und drehte stattdessen an über 250 Originalschauplätzen und ließ unglaublich große Filmbühnen aufbauen. „Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass die neuen Effekte binnen kürzester Zeit veraltet wirken", sagt Tarsem. „Also hab ich darauf verzichtet." Das sorgte natürlich auch dafür, dass die Kosten für die Produktion explodierten und der Regisseur nach Fertigstellung echte Schwierigkeiten hatte, den Film zu verkaufen. Über den Etat schweigt sich Tarsem übrigens bis heute aus. Fazit: Auch wenn dem Film die Tiefe fehlt, so gibt es doch genug Schauwerte: blaue Wüstenstädte, Unterwasseraufnahmen von schwimmenden Elefanten, Menschen, die sich aus brennenden Bäumen schälen, Labyrinthe, Treppen, die im Nichts enden, M.-C.-Escher-artige Bauwerke, Schwertkämpfe, Karawanen, Mord und Totschlag und eine schöne Prinzessin. Dieses bildgewaltige Märchen für Erwachsene sollte man sich keines falls entgehen lassen. Ein wahres Filmfest für die Augen. Alternativen: Tim Burtons „Big Fish“ und Darren Aronofskys „The Fountain“ Dass so ein Film natürlich auch technisch auf DVD überzeugend sein sollte, versteht sich wohl von selbst. Doch gerade hier versagt das Bild (1,85:1/ 16:9) ein wenig. Die Schärfe ist leider etwas wechselhaft ausgefallen. Meistens werden zwar detailreiche Szenarien mit klaren Konturen geboten, aber es gibt auch immer wieder schwammige und teilweise unscharfe Einstellungen zu sehen. Trotz dieser Mängel kommt das Bild sehr plastisch, sauber und ohne Artefakte sowie mit wunderschönen Farben daher. Der Ton (Dolby Digital 5.1) ist zu jeder Zeit klar und deutlich zu verstehen. Auf ausgiebige Surroundattacken muss man allerdings verzichten, da der Film nicht mit allzu vielen Action-Szenen daher kommt. Dennoch werden die wenigen intensiven Actionsequenzen sehr gut über alle Lautsprecher verteilt, so dass eine gute räumliche Dynamik entsteht. Entscheidet man sich beim Kauf des Films für die Einzel-DVD so gibt es an Bonusmaterial lediglich zwei Audiokommentare (Audiokommentar 1 von Regisseur Tarsem Singh/ Audiokommentar 2 von den Drehbuchautoren) und den Kinotrailer. Wer sich allerdings für die Doppel-DVD entscheidet, bekommt neben einem 24-seitigen Booklet (mit Fotografien und Hintergrundinformationen) ein reichhaltiges Angebot an Extras auf der Zusatz-DVD geliefert. Neben den Dokumentationen „Nostalgia" (ca. 30 Min.) und „Wanderlust“ (ca. 28 Min.) gibt es noch entfallene Szenen und Interviews. Zudem kommt noch die ungekürzte Traumsequenz, für die im Film die deutschen Zwillingsbrüder Christoph und Wolfgang Lauenstein verantwortlich waren. Und als kleine Hommage an die Brüder findet man zum Abschluss der Extras auch noch ihren oscar-prämierten Kurzfilm „Balance“ (inkl. Audiokommentar zur Traumsequenz und zum Kurzfilm) auf der Bonus-DVD. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Los Angeles, 1915. Der Stuntman Roy Walker (LEE PACE) liegt nach einem missglückten Stunt im Krankenhaus. Viel schlimmer als die gebrochenen Beine schmerzt ihn jedoch der Verlust seiner großen Liebe, die ihn für einen anderen Mann verlassen hat. Im Krankenhaus trifft Roy auf die kleine Alexandria (CATINCA UNTARU). Er beginnt, dem Mädchen eine phantastische Geschichte über fünf mythische Helden zu erzählen, die gemeinsam einen Rachefeldzug gegen den korrupten Gouverneur Odious planen. Je weiter er die Geschichte erzählt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität. Doch Roy will ihr die Geschichte nicht zu Ende erzählen - es sei denn, Alexandria stiehlt ihm eine tödliche Dosis Morphium aus dem Medizinschrank... Das Bild präsentiert sich in guter Qualität mit einigen kleinen Mankos. Die Schärfe ist zwar insgesamt ziemlich gut, weist aber partiell Schwächen in der Detailzeichnung auf. Die Farben sind satt und kräftig, da wahrscheinlich nachträglich durch Color Grading verstärkt. Der Kontrast ist ausgezeichnet und mit sehr gutem Schwarzwert. Die Kompression fällt durch leichte Unruhen und Blockbildung auf. Dafür ist das Bild praktisch frei von Artefakten. Beide Tonspuren, Deutsch und Englisch, liegen in DD 5.1 vor. Der Sound mag nicht ganz so beeindruckend sein wie die Bildgestaltung, zeigt sich aber dennoch auf hohem Niveau. Allein die musikalische Untermalung sorgt schon für eine angenehme Klangkulisse. Dazu kommen ebenso detailreiche wie subtile Hintergrundgeräusche, die auf allen Lautsprechern gut verteilt werden. In den aktionsreicheren Szenen kommt auch der Subwoofer zum Einsatz, so dass sich hier die volle räumliche Atmosphäre entfaltet. Beide DD 5.1-Spuren sind dabei praktisch identisch. Es gibt optionale deutsche Untertitel. Zur Rezension lag nur die Single-Disc vor, die als einziges Extras immerhin zwei Audiokommentare und einen Trailer enthält. Der erste AK wird nur von Regisseur Tarsem Singh und der zweite von den Drehbuchautoren Nico Soultanakis und Dan Gilroy sowie Hauptdarsteller Lee Pace bestritten. Beide AKs liegen leider nur in Englisch ohne Untertitel vor. Lange musste man auf den nächsten Streich von Regisseur Tarsem Singh warten. Seit seinem Spielfilmdebüt, dem Thriller THE CELL aus dem Jahre 2000, hat er weiter sein Geld mit Werbung verdient und dabei sein nächstes Projekt vorbereitet. Und was soll man sagen: Das jahrelange Warten hat sich gelohnt. Das Resultat ist nicht weniger als grandios zu bezeichnen.
THE FALL (USA, UK, Indien, 2006) ist schlicht gesagt ganz großes Kino, das eigentlich auf die große Leinwand gehört. Der ganze Film ist einfach fantastisch zu betrachten, weil er mit absolutem Stilwillen inszeniert wurde. Er ist Ästhetik in Reinform. Der Werbe- und Musikvideo-Regisseur (u. a. REM „Losing my Religion“) hat in 17 Jahren Vorbereitung, vier Jahre langen Dreharbeiten, die an ca. 24 Locations in 18 Ländern stattfanden, eine Stück wunderschönes Kino geschaffen. Dabei ist THE FALL eigentlich ein Remake, da er auf dem bulgarischen Film YO HO HO von 1981 basiert. THE FALL ist ein schönes Fantasy-Märchen, das den Filmemachern reichlich Gelegenheit gibt unglaubliche Bildkompositionen zu schaffen. Und das am laufenden Band. THE FALL bietet deshalb knappe zwei Stunden die volle Packung Augenfutter. Die atemberaubende Fotografie ist ein Fest für die Sinne, für Augen und Ohren. Die Farben der Kostüme, das Szenenbild, die Landschaften. Von Anfang an ist man von den durchkomponierten Bildern gefangen, wobei der Vorspann, der die Vorgeschichte illustriert, erst wirklich Sinn ergibt, wenn man ihn beim zweiten Mal sieht. Die Bildgewalt ist umso erstaunlicher, da die fantastischen Naturaufnahmen ohne Hilfe von CGI entstanden sind. Und das bei einem Budget von gerade einmal 3,2 Millionen Dollar. Ein Kosten-Nutzen-Verhältnis, das jeden aufgeblasenen Blockbuster alt aussehen lässt. Das einzige was an die Bilder nicht ganz heranreicht, ist die zugegebenermaßen ein wenig dünne Story rund um den Stuntman und das kleine Mädchen, die sich im Krankenhaus kennen lernen. Der Stuntman erzählt der Kleinen eine Geschichte und sie soll ihm dafür einen folgenreichen Gefallen tun. Dabei verschmelzen die verschiedenen Ebenen, Realität, Gegenwart und Fantasie, immer mehr miteinander. Dies ist ein recht simpler, aber dennoch effektiver Plot, der den Rest zusammenhält, nicht mehr, aber auch nicht weniger, angemessen also. Dabei ist die Geschichte voller Symbolismus, kultureller Referenzen und Andeutungen. Vielleicht hätte man sich ein bisschen mehr Charaktertiefe gewünscht, aber was nicht ist, ist eben nicht. Bemerkenswert ist auf jeden Fall die Kinderdarstellerin Catinca Untaru. Sie ist unglaublich gut und der Austausch zwischen ihr und Hauptdarsteller Lee Pace (PUSHING DAISIES) ist manchmal herzzerreißend schön. Allein dies macht weitere Schwächen wett. Der Film mag exemplarisch sein für das Urteil ‚Style over Substance’, aber mit runterhängender Kinnlade vergisst man das beim schauen immer wieder. Und man muss THE FALL mehrmals sehen, nicht nur wegen der optischen Vielfalt, sondern auch wegen der erwähnten vielen Symbole, Anspielungen und Querverweise, die gar nicht beim ersten Mal alle bemerkt werden können. Dies ist ganz große Kunst. Dies ist eines der Highlights des Jahres. (Carlito Brigante) alle Rezensionen von Carlito Brigante ... Reminder, PDF-Datenblatt zu The Fall, DVD:
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Weitere Filminfos zu The Fall: Originaltitel: The Fall Land / Jahr: USA 2007 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu The Fall:
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