Effi Briest
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Effi Briest:
35 Jahre nach dieser sehr guten filmischen Umsetzung wagt sich nun Regisseurin Hermine Huntgeburth („Die weiße Massai“) an die Romanvorlage, und verpflichtete für die Neuverfilmung Julia Jentsch („Sophie Scholl – Die letzten Tage“) in der Titelrolle, Sebastian Koch („Das Leben der Anderen“) als Effis konservativer Ehemann Baron Geert Instetten und Juliane Köhler („Der Untergang“) in der Rolle von Effis Mutter Luise von Briest. Während Fassbinder seine Verfilmung ganz im Sinne der Gesellschaftskritik der siebziger Jahre bürgerliche Unzulänglichkeit und gesellschaftliche Verlogenheit aufzudecken und anzuprangern inszenierte, setzt Hermine Huntgeburth auf die unterschwelligen Emotionen, auf Obsession, auf den sexuellen Kontext, den Fontane natürlich so nicht beim Namen nennen konnte, und nicht zuletzt auf das Frau-Dasein. Ob aber ein paar Sexszenen und ein Brigitte Bardot-Verschnitt als Effi Biest eine wirkliche Modernisierung des klassischen Stoffes nötig hat, bleibt mal so im Raum gestellt. Doch worum geht es eigentlich? Hier erstmal ein kurzer Einblick in die große Liebes- und Ehebruchsgeschichte: „Effi Briest“ spielt in der nach strengen Konventionen lebenden besseren Gesellschaft im Preußen des späten 19. Jahrhunderts. Die erst 17jährige, lebenslustige Effi wird von ihren Eltern dazu gedrängt, den viel älteren Baron von Instetten zu heiraten. Die Verbindung ist unglücklich und Effi flüchtet sich in eine Affäre mit dem leichtlebigen Charmeur Major Crampas. Und damit beginnt eine verhängnisvolle Affäre. Fazit: Regisseurin Huntgeburth ist mit ihrer Neuinterpretation des Fontane-Romans eine recht stimmige und eigenständige Literaturverfilmung gelungen. Schnörkellos und temporeich inszeniert, mit optischer Opulenz und einer hervorragenden Julia Jentsch. Aber mit der Modernisierung des Schlusses hat die Regisseurin der Geschichte keinen Gefallen getan. Anstatt, dass Effi an ihrer Liebe zu Crampas und den daraus entstehenden Konsequenten zerbricht, zeigt sie sich hier am Ende als gestärkte, selbstbewusste Frau. Dies passt nicht wirklich zu dieser doch dramatischen Geschichte. Kurzum, Fassbinders Adaption bleibt nach wie vor an erster Stelle! Die technische Umsetzung überzeugt dafür umso mehr, denn an Bild (Widescreen) und Ton (Dolby Surround 5.1) gibt es nichts zu beanstanden, und auch die Extras sind recht nett anzusehen. Da gibt es neben Interviews noch „Deleted Scenes“, Darsteller-Infos auf Texttafeln sowie die ca. 2 Minuten Features „Die Etikette - Arbeit mit den Schauspielern“ und „Joern Poetzl - der Geräuschemacher bei der Arbeit“. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Der Schulklassiker als abendfüllender Bilderreigen: Die insgesamt fünfte Verfilmung des wohl bekanntesten Stoffes von Theodor Fontane versucht, ehemals dröge Abiturientenlektüre in Hochglanzbildern aufzupolieren. Keine geringere als Hermine Hermine Huntgeburth,Die weiße Massai) wagte sich an einen Stoff, den man schwerlich verfilmen kann. Die ewig leidliche Frage: kann man die Bildlichkeit der Sprache in die Sprachlichkeit des Bildes transformieren zu 100 Prozent unmöglich, zuvie4l Fantasien des menschlichen Gehirns versperren eine für alle zufrieden stellende Literaturadaption: Dabei ist Effi briest dramaturgisch flott inszeniert mit rauschenden Ballnächten und berauschenden Heimlich-Beglückungen. Alles untermalt von Geige und Klavier:
Keine Frage, der große seiten- und Ehebruchsroman der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts ist beliebter Filmstoff, auch wenn die bekannteste Adaption in schwarz-weiß von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974 stammt. Das sind 35 Jahre, und die Filmtechnik hat sich enorm gewandelt, um Emotionen spezifischer in balladeske Bilder zu bannen. Im zarten Alter von 17 Jahren wird Effi Briest (Julia Jentsch) von ihren Eltern mit dem wohlsituierten Baron von Innstetten (Sebastian Koch) verkuppelt, was gesellschaftlichen, vor allem pekuniären Aufstieg verheißt. Die Ehe verläuft nicht nach den Wünschen des lebhaften Mädchens: zu öde ist Kessin, wo sie mit ihrem Gemahl lebt, zu gediegen und patriarchalisch sein Verhalten ihr gegenüber. Mit dem Kavalier und Frauenschwarm Crampas (Misel Maticevic) beginnt sie eine leidenschaftliche Affäre, die sechs Jahre später skandalös auffliegt. Innstetten fordert den Ehebrecher zum Duell...In der Tat ein mehr oder weniger gelungener Spagat wischen Kunst und Künstlichkeit, zwischen Amüsement und Anspruch, den Huntgeburth dank ihrer genial aufspielenden Mimen meistert. Nicht nur für Literaturfreaks eine willkommene Abwechslung. Hintergrund: Effi Briest ist der drittletzte von Fontanes (1819-1898) Romanen und gehört zu seinen erfolgreichsten Werken, sowohl zu Lebzeiten wie auch nach seinem Tod. Er erschien im Vorabdruck von Oktober1894 März 1895 in der Deutschen Rundschau. Die Erstausgabe kam im Oktober 1895 mit dem Impressum zusammen ein Jahr später im Verlag von Fontanes Sohn heraus. Die Arbeit an dem Roman lässt sich nicht genau festlegen, da Fontane sie unterbrechen musste, weil er an einer schweren psychosomatischen Krankheit litt (Schaffenskrise; Selbstzweifel und das Versagen der Inspiration. Effi Briest ist nur ein Paradebeispiel Beispiel für den gesellschaftskritischen Roman wie auch „Der Untertan" von Heinrich Mann oder „Die Deutschstunde" von Siegfried Lenz. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Von Theodor Fontane wurde kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts mit Effi Briest einer der bekanntesten Romane heraus gegeben. Es handelt sich dabei um eine junge Frau des späten 19. Jahrhunderts, die einen älteren Mann heiratet und mit den gesellschaftlichen Konventionen von Preußen überhaupt nicht klarkommt. Letztendlich zerbricht sie daran. Dieser Roman wurde jetzt in einer Neuauflage verfilmt und erscheint nun auf DVD.
Effi führt mit 20 ein unbeschwertes Leben. Auf einem Ball lernt sie Landrat Baron von Instetten, der einen Landkreis regiert, kennen. Wenig später hält dieser um ihre Hand an. Einst war er gar der Verehrer ihrer Mutter. Diesen Antrag nimmt sie an und ihre Mutter ist ziemlich stolz auf sie. Allerdings ist der Landrat ein Mann, der nicht unbedingt gut mit Gefühlen umgehen kann. Die Hochzeit findet statt und schon dabei ist zu merken, dass alles nicht ganz so gefühlvoll ist. Nach der Hochzeit ziehen sie auf ein Gut nach Kessin. Dort gestaltet sich das Leben für Effi eher langweilig. Effi fühlt sich nicht wohl, bis dann Major von Crampas auftaucht. Sie lernt nun ein ganz anderes Leben kennen. Zu den Extras auf dieser DVD gehört unter anderem das Making of. Ferner sind die gelöschten Szenen zu beobachten. Außerdem können hier Geräuschemacher bei der Arbeit beobachtet werden. Das Bildformat der DVD wurde mit 16:9 angelegt. Für Hörgeschädigte gibt es Untertitel auf der DVD. Die Regisseurin Hermine Huntgeburth hatte schon mit „Die weiße Massai“ eine interessante Geschichte verfilmt. Nun hat sie einen der Klassiker von Theodor Fontane verfilmt. Und sie hat eine gute Auswahl der Darsteller vorgenommen, allen voran natürlich Julia Jentsch, die die Effi gefühlvoll rüberbringt. Doch auch die weiteren Darsteller, wie beispielsweise Sebastian Koch und Misel Maticevic runden diese Geschichte perfekt ab. Besonders gelungen sind in dieser Fassung von Effi Briest auch die idyllischen Landschaftsbilder, die einen in den Wunsch versetzen, in Urlaub zu fahren. Es ist sicherlich eine Geschichte, die sehr ansprechend wirkt und die zudem spannend mit allen Facetten gestaltet wurde. (Marina Teuscher) alle Rezensionen von Marina Teuscher ...
Die ungestüme siebzehnjährige Effi Briest (Julia Jentsch) heiratet auf Rat ihrer Eltern Baron von Innstetten (Sebastian Koch), einen früheren Verehrer ihrer Mutter. Innstetten ist ein gefühlsarmer Mann mit Prinzipien, dem eine glänzende politische Karriere bevorsteht. Das Paar zieht zunächst in den kleinen Ostsee-Küstenort Kessin, wo Effi ein eintöniges Leben erwartet. Bis Major Crampas (Mišel Matičević) auftaucht, ein Regimentskamerad Innstettens und ein charmanter Frauenheld. Effi erfährt durch ihn, was Liebe und Leidenschaft bedeuten können. Für Crampas wird es eine tödliche Affäre, an der Effi aber nicht – und damit anders als bei Fontane – zugrunde gehen wird ... Die Bewertung des Breitwandbildes (2,35:1, anamorph) gestaltet sich nicht ganz einfach, da man nicht weiß wo die Grenze zwischen stilistischen Mitteln bzw. gewollter Bildersprache und Fehlerquellen liegt. Die Schärfe des Bildes könnte besser sein, da es immer mal wieder recht weich und detailarm aussieht. Der Kontrast ist recht niedrig, so dass schon mal Details in dunklen Szenen verschluckt werden. Die Farben wurden bearbeitet und sind eher entsättigt und kühl gehalten. Dazu gibt es ein deutliches Hintergrundrauschen. Die deutsche DD 5.1-Tonspur ist zwar sauber und fehlerfrei, d.h. ohne Rauschen oder störende Unsauberkeiten, weist aber zuweilen ein wenig zu leise Dialoge auf, die in der Abmischung unterzugehen drohen. Die Musik und einige Umgebungsgeräusche sind dagegen lauter und dominieren so den Ton. Es gibt optionale deutsche Untertitel. Die Beigaben beinhalten ein informatives Making of (ca. 29 min), vier Deleted Scenes (ges. ca. 7 min), Interviews (ges. ca. 13 min), die aber schon im Making of zu sehen sind, zwei Featurettes, die aber zu kurz sind, um wirklich Einblick zu geben: Die Etikette - Arbeiten mit den Schauspielern (ca. 2 min), Der Geräuschemacher bei der Arbeit (ca. 2 min) sowie Darstellerinformationen . Regisseurin Hermine Huntgeburth (BIBI BLOCKSBERG, DIE WEISSE MASSAI) legt mit EFFI BRIEST (D; 2009) ein ambitioniertes und ehrgeiziges Werk vor, das sich als moderne Adaption des Theodor Fontane Klassikers versteht. Es gibt aber bereits vier Verfilmungen, an denen man sich messen lassen muss. So kommt man zwangsläufig zum Urteil, dass die Neuauflage nicht wirklich gut da steht. Zwar wurde der Film namhaft bis in kleinste Rollen besetzt, mit z.B. Julia Jentsch (selbst über 30, soll aber eine 17-jährige spielen!), Sebastian Koch, Misel Maticevic, Barbara Auer, Juliane Köhler oder Andrè Hennicke, und auch die Ausstattung ist prächtig, ebenso wie der Film selbst schön fotografiert wurde, aber all das mag nicht überzeugen. Das gesellschaftliche Umfeld, im Roman von hoher Wichtigkeit, wird hier vernachlässigt. Die Figuren wurden gegenüber dem Roman simplifiziert, die Konflikte bleiben oberflächlich. Die Charaktere sondern Dialoge ab, die sich bedeutungsschwer geben. Die kühle Vorlage wurde eingetauscht gegen große Emotionen am Rande des Kitsches. Teile des Romans wurden sogar verändert, besonders das eigentlich traurige Ende wurde hier emanzipatorisch verklärt und mit einem Quasi-Happy-End ruiniert. Die moderne Moral kommt mit dem Holzhammer, während das Buch stets subtil blieb. Nein, EFFI BRIEST ist statt intensivem Gesellschaftsdrama und Sittengemälde nur noch ein banaler Kostümschinken in schöner Landschaft. Der Stoff ist zu einer Schmonzette verkommen, die sich gut im pilcherisierten Fernsehen machen würde, aber nichts im Kino verloren hat. Auf diese Neuverfilmung hat niemand gewartet. Sie ist überflüssig in jeder Hinsicht. Die notorisch schwindsüchtige deutsche Filmlandschaft, die man nur mit Magenschmerzen als funktionierende Filmindustrie bezeichnen kann, wird nur durch Millionen an Steuergelder am (künstlichen) Leben gehalten. Auch dieses Werk erblickte nur mit der Hilfe der Förderanstalten das Licht der Leinwand. Das Budget stieg so auf die beträchtliche Summe von 6,5 Millionen Euro. Da haben sich also einige wenige wieder mal wunderbar gesund gestoßen. Auf der Leinwand ist es jedenfalls nicht gelandet.
(Carlito Brigante)
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Weitere Filminfos zu Effi Briest: Originaltitel: Effi Briest Land / Jahr: Deutschland 2009 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Effi Briest:
Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews, Deleted Scenes (ca. 7 Min.), Die Etikette - Arbeit mit den Schauspielern (ca. 2 Min.), Joern Poetzl - der Geräuschemacher bei der Arbeit (ca. 2 Min.), Darsteller-Infos
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