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Schauspieler / Schauspielerinnen in Die Perlmutterfarbe:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Die Perlmutterfarbe:
Das Buch, welches erstmalig 1948 erschien, ist, wie der beigefügte Untertitel lautet, „ein Kinderroman für fast alle Leute. Es geht um Freundschaft und Verrat, Schuld und Mitläufertum und um die weit reichenden Folgen einer Notlüge. Also pädagogisch durchaus wertvoll. Die Geschichte spielt in einer kleinen bayrischen Realschule im Jahre 1931. Die Klasse 7a liegt mit ihrer Parallelklasse 7b in einer traditionellen Fehde. Dem 13-jährigen Alexander ist zufällig "die Perlmutterfarbe", eine Erfindung seines besten Freundes Maulwurf, in die Schultasche geraten. Der Verdacht fällt auf die verfeindete Parallelklasse, aber Alexander wagt es nicht, mit der Wahrheit herauszurücken. Als dann die Flüssigkeit auch noch ein Buch ruiniert, welches er sich zu Unrecht angeeignet hatte, scheint ihm seine Lage völlig ausweglos. Immer weiter verstrickt er sich in sein Lügengebäude. Alexander verpasst es, seine Schuld zuzugeben und macht sich so für den fiesen Gruber erpressbar. Dieser hängt den vermeintlichen Farbenklau der Parallelklasse an und hetzt die beiden Klassen zu einem Kampf auf. Ein Großteil der Schüler schließt sich begeistert der totalitär organisierten Bande an und schikaniert alle Außenseiter. Auch Alexander kann sich seiner prekären Lage nicht entziehen und mischt mit. Doch ob er es vielleicht schafft den Mut aufzubringen, um das Ruder noch herumzureißen, wird hier nicht verraten. Um dies zu erfahren muss man nicht unbedingt das Buch lesen, denn 2008 inszenierte der Regisseur des Überraschungserfolg „Wer früher stirbt ist länger tot“ Marcus H. Rosenmüller diese Geschichte für die Kinoleinwand. Entstanden ist ein Kinderfilm und keiner, da sich der Film in erster Linie an Erwachsene richtet. Dramaturgisch ist er nicht ganz flüssig, manchmal allzu belehrend, dafür aber sehr schön in Szene gesetzt. Die historische Stimmung des heraufziehenden Nationalsozialismus Anfang der 30er Jahre, hat Rosenmüller sehr gut eingefangen, wobei das Thema des Streifens nicht allein auf Nationalsozialismus und das Nazi-Mitläufertum fokussiert ist. Es geht vielmehr um die Fragestellung, welche Konsequenzen eine kleine Notlüge nach sich ziehen kann und was passiert, wenn der richtige Zeitpunkt verpasst wird, die Wahrheit zu sagen. Fazit: Den Spagat zwischen Kinderfilm und sozialkritischen Thema, hat Rosenmüller durchaus humorvoll und feinsinnig inszeniert. Auch wenn der Film bzw. die Geschichte Kinder als Hauptfiguren hat, so spricht der Inhalt Menschen aller Altersstufen an. Kurz und gut: sehenswert. Übrigens: Mit der Hauptrolle des Alexanders verlies sich der Regisseur wieder auf Markus Krojer, der schon den Sebastian in Rosenmüllers „Wer früher stirbt ist länger tot“ spielte und zu beeindrucken wusste. Die nun erscheinende DVD zeigt den Film in einer guten technischen Umsetzung. Das Bild (Widescreen/ 2,35:1 – anamorph) kommt mit guten Farb- und Schwarzwerten daher und zeigt kaum Schwächen in den Details, und ist recht plastisch und realistisch. Der Ton (Dolby Digital 5.1) ist dezent aber überzeugend zurückhaltend. An Bonusmaterial gibt neben Deleted Scenes und Outtakes noch einen Audiokommentar, ein Making of sowie die Featurettes „Set-Tour & Spaß am Set“, „Mit den Kids beim Dreh“ und „Die Menschfabrik des Dr. Knopf“. Darsteller-Infos auf Texttafeln sind ebenfalls vorhanden. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Bei Marcus H. Rosenmüllers kreativem Output kann es einem schon mulmig werden – sieben Filme in gut drei Jahren, das wird höchstens noch vom viel filmenden Trashregisseur Uwe Boll in den Schatten gestellt. Die Werke Rosenmüllers sind indes um einiges liebevoller und origineller gemacht und schaffen es auch immer wieder, ihre Zuschauer zu berühren. Nach dem etwas langatmigen „Räuber Kneißl“ knüpft der Filmemacher mit „Die Perlmutterfarbe“ eher wieder da an, wo er mit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ aufgehört hatte. Auch hier spielt Jungstar Markus Krojer die Hauptrolle. Als Alexander weiß er nur bruchstückhaft über seinen Vater bescheid, der als Seemann die Weltmeere umsegelt. Zu Beginn der 1930er Jahre schließt sich der junge Außenseiter dem neu in die Klasse gekommenen Gruber (Benedikt Hösl) an, dessen charismatisches Auftreten großen Eindruck auf Alexander macht. Ein geliehenes und dabei beschädigtes wertvolles Buch und eine ungewöhnliche, selbst hergestellte Malfarbe spielen bei den Abenteuern der Siebtklässler eine entscheidende Rolle. Basierend auf dem Roman von Anna Maria Jokl gelingt es Marcus H. Rosenmüller, die Stimmung und Atmosphäre der Zeit gekonnt einzufangen. Die ausgeklügelten Streiche der Heranwachsenden gemahnen dabei immer wieder an den großen Ludwig Thoma, der mit seinen „Lausbubengeschichten“ einige Jahrzehnte zuvor ebenfalls die bayerische Streiche-Mentalität eingefangen hatte. Insbesondere für junge Kinozuschauer ein interessantes Schelmenstück, bei dem auch noch Raum für kritische Anspielungen bleibt. (Frank Brenner)
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Bayern in den 30er Jahren. Durch einen dummen Zufall gerät der 13–jährige Alexander (Markus Krojer) in den Besitz eines Fläschchens mit geheimnisvoll schillernder Perlmutterfarbe, die sein bester Freund Maulwurf (Dominik Nowak) erfunden hat. Sofort sucht die ganze Klasse fieberhaft nach dem vermeintlichen Dieb. Doch statt mit der Wahrheit herauszurücken, greift Alexander zu einer Notlüge, die der unliebsame Klassenkamerad Gruber (Benedikt Hösl) auch noch deckt, indem er den Verdacht des Diebstahls geschickt auf die Nachbarklasse lenkt. Immer mehr distanziert sich Alexander somit von seinen Freunden und scheint gefangen in einem Netz aus Lügen. Schlimm genug, wäre da nicht auch noch Lotte (Zoë Mannhardt), auf die Alexander und Maulwurf dummerweise beide Anspruch erheben ... Schärfe und Kontrast machen eine gute Figur. Die Farbwiedergabe ist kräftig. Es gibt aber ein leichtes Hintergrundrauschen. Die Kompression bleibt dagegen weitgehend unauffällig. Die DD 5.1-Tonspur wird nicht immer so ausgelastet wie man sich das vielleicht gewünscht hätte. Zu oft bleibt die Abmischung ein wenig zu dominant an den vorderen Lautsprechern. Nur wenige Szenen fordern auch die hinteren Boxen und kreieren dann auch ein ganz gutes räumliches Klangbild. Der Ton ist sonst aber sauber, jederzeit klar und verständlich und frei von Fehlern oder sonstigen Störungen. Es gibt optionale deutsche Untertitel. Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar mit den Darstellern Markus Krojer, Thomas Wittmann und dem Produzenten Robert Marcianiak, einem Making of (ca. 20 min), einer zusätzlichen Set-Tour (ca. 5 min), Deleted Scenes und Outtakes (ges. ca. 12 min), Spaß am Set (ca. 2 min), Mit den Kids beim Dreh (ca. 13 min), einem VFX-Making of (ca. 7 min) sowie Darstellerinfos in Form von kurzen Texttafeln. DIE PERLMUTTERFARBE (D, 2009) ist der aktuelle Film von Regisseur Marcus H. Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT; BESTE ZEIT; BESTE GEGEND) und basiert auf dem gleichnamigen Kinderroman von Anna Maria Jokl, einer Jüdin aus Österreich, die ins Exil ging. Ihr Weg führte sie über Prag nach London, wo sie den Roman letztendlich schrieb. Ihr Werk handelt symbolhaft vom aufsteigenden Nationalsozialismus, seinen Mechanismen und wie er langsam Fuß fasste. Dies ist zwar ein Kinderfilm, doch er ist eben nicht ohne ernsten Hintergrund. Zum Glück wurde der Film aber von Rosenmüller mit leichter Hand inszeniert, so dass man ohne großen moralischen Zeigefinger auskommt. Es geht um allgemeingültige Werte wie Wahrheit, Freundschaft und Vertrauen vor dem Hintergrund eines regelrechten Klassenkampfes (!). Die Filmemacher beweisen so mit ihrer gelungenen Umsetzung der literarischen Vorlage erneut, dass ambitioniertes Kinderkino nicht langweilig sein muss. Hier verbinden sich Unterhaltung und Anspruch zu einem angenehm entspannten Filmvergnügen.
(Carlito Brigante)
alle Rezensionen von Carlito Brigante ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Die Perlmutterfarbe, DVD:
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Weitere Filminfos zu Die Perlmutterfarbe: Originaltitel: Die Perlmutterfarbe Land / Jahr: Deutschland 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Die Perlmutterfarbe:
Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Deleted Scenes und Outtakes (ca. 10 Min.), Set-Tour (ca. 5 Min.), Spaß am Set (ca. 2 Min.), Mit den Kids beim Dreh (ca. 13 Min.), Die Menschenfabrik des Dr. Knopf - Film in s/w (ca. 4 Min.), VFX-Making of (ca. 7 Min.), Audiokommentar, Darsteller-Infos
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