Auszeit
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Als der Geschäftsmann Vincent seinen Job verliert, verheimlicht er das vor seiner Frau und den Kindern. Um den Schein der Arbeitstätigkeit zu wahren und Geld für seine Familie zu beschaffen, verstrickt er sich mehr und mehr in Ausreden und gerät immer tiefer in bodenlose Abgründe. Zunächst sieht es danach aus, dass er eine Lösung gefunden hat, aber die Lebenslüge, die er sich mit viel Mühe und ungeheuerlichem Selbstbetrug zurechtbastelte, holt ihn ein.
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Inhaltsangabe zu Auszeit: 
Als der Geschäftsmann Vincent seinen Job verliert, verheimlicht er das vor seiner Frau und den Kindern. Um den Schein der Arbeitstätigkeit zu wahren und Geld für seine Familie zu beschaffen, verstrickt er sich mehr und mehr in Ausreden und gerät immer tiefer in bodenlose Abgründe. Zunächst sieht es danach aus, dass er eine Lösung gefunden hat, aber die Lebenslüge, die er sich mit viel Mühe und ungeheuerlichem Selbstbetrug zurechtbastelte, holt ihn ein.
Auszeit stammt aus dem Hause Alive AG.
Schauspieler / Schauspielerinnen in Auszeit:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Auszeit:
0Jean Lüdeke2009-07-17Mit einem bemerkenswerten zweiten Film, der tragischen und dramatischen Geschichte um einen Geschäftsmann, der seiner Familie die Arbeitslosigkeit verschweigt und sich dabei sukzessive in ein Lügennetz verstrickt, meldet sich Laurent Cantet zurück: Ein Schicksal, das in modifizierten Formen heuer viele teilen müssen und auch noch werden müssen – dank der Bankenkrise, nein besser; Weltfinanzkrise. Realer Hintergrund: Im Jahre 1993 meuchelte ein Arzt der WHO seine Frau und seine zwei Kinder, erschoss seine Eltern und versuchte sich selbst umzubringen. Es kam heraus, dass der später zu lebenslänglich Verurteilte nie bei der WHO gearbeitet und 18 Jahre seiner Familie etwas vorgespielt hatte. An dieser wahren Geschichte orientiert sich Laurent Cantet nur lose. Dabei legt er vor allem Wert auf die innere Welt des Protagonisten. Als der seinen Job verliert, verliert er gleichzeitig den Boden unter den Füßen. Denn in seinem sozialen Umfeld ist "man" nicht arbeitslos, sondern erfolgreich. Aber was tun, wenn Mann nicht mehr gebraucht und nutzlos wird, wenn die mit Arbeit und Sinn gefüllten Tage mit lähmender Langeweile gespickt sind, erzählt Cantet (Cannes-Gewinner mit "Die Klasse") vom faszinierenden Fluchtversuch eines Mannes, der sich den Zwängen der Gesellschaft entziehen, seiner Familie aber trotzdem alles bieten will. Die sinistre Suche endet paradoxerweise mit einem prekären Full Time Job namens Lügen, bis sich die Balken biegen.
Vincents Tagewerk besteht eben darin, Lügen zu erfinden, um dieses synthetische Universum der Hoffnungslosigkeit nicht platzen zu lassen. Um den Betrug zu finanzieren, bietet er Freunden und Verwandten an, ihr Erspartes Gewinn bringend für sie zu investieren. Doch nach einiger Zeit werden ihm diese fatalen Verstrickungen zum Verhängnis.
Packend an „Auszeit“ ist die „Ego-Shooter“- Perspektive Vincents, der sein Leben so darstellt, als ob er selbst darin einen Sinn sieht. Die komplexe Parabel zehrt vom außergewöhnlichen und hinreißenden Engagement des Theatermimen Aurélien Recoing, der wie ein Chamäleon mit seinem Hintergrund verschwindet. Keine Frage, wenn Papa seine Arbeit verliert, verliert er aller Leben. Und wenn man gerade in der Leistungsgesellschaft seinen Job verliert, verliert man automatisch auch sein Gesicht. Die Angst vor dem sozialen Abstieg scheint heutzutage stärker als jede andere zu sein. Für Vincent ist sie zumindest gigantisch genug, um sein kleines nacktes Leben buchstäblich aufs Spiel zu riskieren. Keine Frage, „Auszeit“ ist eine perfide wie perfekte psychologische Filmstudie von der seelenlosen Seele eines von Angst getriebenen Mannes. Und den interessanten Beruf eines Barons von Münchhausen gibt bleibt leider nur Manager und Politkern vorbehalten.
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Mit einem bemerkenswerten zweiten Film, der tragischen und dramatischen Geschichte um einen Geschäftsmann, der seiner Familie die Arbeitslosigkeit verschweigt und sich dabei sukzessive in ein Lügennetz verstrickt, meldet sich Laurent Cantet zurück: Ein Schicksal, das in modifizierten Formen heuer viele teilen müssen und auch noch werden müssen – dank der Bankenkrise, nein besser; Weltfinanzkrise. Realer Hintergrund: Im Jahre 1993 meuchelte ein Arzt der WHO seine Frau und seine zwei Kinder, erschoss seine Eltern und versuchte sich selbst umzubringen. Es kam heraus, dass der später zu lebenslänglich Verurteilte nie bei der WHO gearbeitet und 18 Jahre seiner Familie etwas vorgespielt hatte. An dieser wahren Geschichte orientiert sich Laurent Cantet nur lose. Dabei legt er vor allem Wert auf die innere Welt des Protagonisten. Als der seinen Job verliert, verliert er gleichzeitig den Boden unter den Füßen. Denn in seinem sozialen Umfeld ist "man" nicht arbeitslos, sondern erfolgreich. Aber was tun, wenn Mann nicht mehr gebraucht und nutzlos wird, wenn die mit Arbeit und Sinn gefüllten Tage mit lähmender Langeweile gespickt sind, erzählt Cantet (Cannes-Gewinner mit "Die Klasse") vom faszinierenden Fluchtversuch eines Mannes, der sich den Zwängen der Gesellschaft entziehen, seiner Familie aber trotzdem alles bieten will. Die sinistre Suche endet paradoxerweise mit einem prekären Full Time Job namens Lügen, bis sich die Balken biegen.
Vincents Tagewerk besteht eben darin, Lügen zu erfinden, um dieses synthetische Universum der Hoffnungslosigkeit nicht platzen zu lassen. Um den Betrug zu finanzieren, bietet er Freunden und Verwandten an, ihr Erspartes Gewinn bringend für sie zu investieren. Doch nach einiger Zeit werden ihm diese fatalen Verstrickungen zum Verhängnis.
Packend an „ Auszeit“ ist die „Ego-Shooter“- Perspektive Vincents, der sein Leben so darstellt, als ob er selbst darin einen Sinn sieht. Die komplexe Parabel zehrt vom außergewöhnlichen und hinreißenden Engagement des Theatermimen Aurélien Recoing, der wie ein Chamäleon mit seinem Hintergrund verschwindet. Keine Frage, wenn Papa seine Arbeit verliert, verliert er aller Leben. Und wenn man gerade in der Leistungsgesellschaft seinen Job verliert, verliert man automatisch auch sein Gesicht. Die Angst vor dem sozialen Abstieg scheint heutzutage stärker als jede andere zu sein. Für Vincent ist sie zumindest gigantisch genug, um sein kleines nacktes Leben buchstäblich aufs Spiel zu riskieren. Keine Frage, „ Auszeit“ ist eine perfide wie perfekte psychologische Filmstudie von der seelenlosen Seele eines von Angst getriebenen Mannes. Und den interessanten Beruf eines Barons von Münchhausen gibt bleibt leider nur Manager und Politkern vorbehalten.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Auszeit:
Originaltitel: L`emploi du temps
Land / Jahr: Frankreich 2001
Medien-Typ:
DVD
Bonusmaterial zu Auszeit:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten
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