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Schauspieler / Schauspielerinnen in Novemberkind:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Novemberkind:
Eine der beiden Hauptfiguren in Christian Schwochows packendem Erstlingswerk ist ein Literaturprofessor, der, fasziniert vom persönlichen Schicksal einer seiner Studentinnen, für die Recherchen für seinen ersten Roman in die ostdeutsche Provinz reist. Sein Ziel ist es, die Tragik dieser Frau und ihrer Familie in einem Buch festzuhalten. Als er vor Ort in Malchow auf die quirlige Inga trifft, beginnt sich seine Story zu verdichten. Sie sieht ihrer Mutter Anne wie aus dem Gesicht geschnitten, ist aber mit einer Lüge groß geworden und glaubt, dass diese schon seit Jahren verstorben ist. Mit der Ankunft des Romandebütanten, der Inga über seine wahren Absichten im Dunkeln lässt, wird das Leben der jungen Frau komplett auf den Kopf gestellt. Zusammen unternehmen die beiden eine Reise nach Stuttgart und Konstanz, um hinter das Geheimnis der Familientrennung zu Zeiten der innerdeutschen Staatentrennung zu gelangen. Christian Schwochow macht deutsch-deutsche Geschichte erlebbar, wenn er in seinem Langfilmdebüt von einem Schicksal erzählt, das durch die politischen Verhältnisse geprägt wurde. Es geht um eine Flucht aus der ehemaligen DDR und um die Hindernisse, mit denen die Beteiligten dabei zu kämpfen hatten. Was sich um 1980 abgespielt hat, wird in Rückblenden erzählt, die sich zunächst vor dem geistigen Auge des Literaturprofessors entfalten, und sich nach und nach weiter komplettieren, sobald die Protagonisten und mit ihnen der Zuschauer mehr über die damaligen Vorkommnisse erfährt. Um sie optisch vom Rest des Filmes abzugrenzen, hat man sie in einem grobkörnigen Super-8-Look gehalten, denn die junge Mutter Anne wird genau wie deren erwachsene Tochter Inga von Anna Maria Mühe gespielt. Die Nachwuchsschauspielerin („Schwesterherz“) kann in dieser fordernden Doppelrolle endlich mal ihr ganzes Talent unter Beweis stellen. An ihrer Seite wurde mit Ulrich Matthes („Der neunte Tag“) ein weiteres darstellerisches Schwergewicht engagiert, der den notwendigen Gegenpol bildet. Die verschachtelte Struktur des Films, die nur partielle Einblicke in die Vergangenheit zulässt und deswegen durch die Jahrzehnte und die Geschichten mäandert, hilft ungemein, die Spannungskurve der komplexen Dramaturgie niemals abreißen zu lassen. Je tiefer in die Vergangenheit und in die verzwickten Ereignisse vorgedrungen wird, desto mehr Lügen und Verklärungen treten zutage. Dahinter stecken hoch emotionale Momente, die nicht zuletzt durch das vorzügliche Spiel eines ausgesucht guten Darstellerensembles ihre ganze Wirkung entfalten können. Ein Regiedebüt, das Lust auf mehr macht. Für die DVD-Veröffentlichung hat man ein Audiokommentar aufgenommen, Regisseur Christian Schwochow unterhält sich mit Hauptdarsteller Ulrich Matthes über die Dreharbeiten und es gibt einige Outtakes sowie eine Diashow zu sehen. Besonders löblich ist die Tatsache, dass man auch eine Hörfilmfassung für Blinde erstellt hat, was leider noch immer viel zu selten im DVD-Bereich realisiert wird. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Der Literaturprofessor Robert (Ulrich Mattes) bereist Malchow in Mecklenburg-Vorpommern, um dort Recherche für sein neues Buch zu betreiben. Dort lernt er die 25jährige Inga (Anna Maria Mühe) kennen, die bei ihren Großeltern wohnt. Diese haben Inga als Kind gesagt, dass ihre Mutter Anna bei einem Fluchtversuch in der Ostsee ertrunken ist. Doch durch Robert erfährt Inga die Wahrheit über das Verschwinden der Mutter. Inga konfrontiert ihre Großeltern damit und muss erfahren, dass sie und das ganze Dorf sie von Kind auf belogen haben. Mit Robert begibt sie sich auf die schwierige Suche nach ihrer wahren Familiengeschichte. Recht schnell kann sie Ivan, den russischen Flüchtling aufspüren, mit dem ihre Mutter in den Westen abgehauen ist. Doch er kann ihr nicht sagen, wo sich Anna jetzt aufhält. Schon früh nach der Flucht haben sich beide jungen Menschen getrennt. Robert bekommt mehr und mehr Gewissensbisse, was er in Inga ausgelöst hat. Doch durch sein Vorhaben des neuen Buches begleitet er Inga weiter. Inga führt sich völlig allein und heimatlos. Sie hat so viele Fragen an ihrer Mutter Anna, unter anderen warum sie mit Ivan in den Westen ohne sie geflüchtet ist. Auch wer ihr wirklicher Vater ist? Inga glaubt am Ziel zu sein, doch die Wahrheit ihrer vermissten bzw. gesuchten Mutter lässt ihre Suche stoppen. Was ist passiert? Was hat Inga herausgefunden? Weiß Ivan doch mehr als er ihr gesagt hat? Und wird Robert die Schamlosigkeit besitzen und sein Buch zu Ende schreiben und veröffentlichen?
Christian Schwochows Debütfilm Novemberkind ist ein verhaltenes, lebensnahes und berührendes Melodram und Roadmovie durch die deutsche Republik und die deutsch-deutsche Geschichte. Er lässt sich viel Zeit bei der Aufarbeitung einer Familiengeschichte. Belohnt für seine Geduld wird der Zuschauer aber vor allem mit der glänzenden Darstellung Anna Maria Mühes in einer Doppelrolle als Mutter und Tochter. Inga (Anna Maria Mühe) ist elternlos aufgewachsen und lebt als Antiquarin im mecklenburgischen Malchow. Da taucht im November 2007 Literaturprofessor Robert (Ulrich Matthes) auf, der angibt, ihre Mutter Anne am Bodensee getroffen zu haben. Den Deckmantel des Schweigens zu lüften, das Dorfgeheimnis zu enthüllen, daran nimmt die junge Frau sichtbar Schaden: Nach einem Zerwürfnis mit ihren Großeltern, die ihre Schuld verschwiegen hatten und stets behaupteten, Anne sei ertrunken, beginnt sie mit Robert eine Reise durch Deutschland auf der Suche nach der Wahrheit. Mit Geduld fordert das verhaltene, aber wohldurchdachte Melodram mit Roadmovieanteilen ein. Die mit einer glänzend aufspielenden Anna-Maria Mühe in einer Doppelrolle besetzte Geschichte um eine deutsch-deutsche Tragödie, die eine Familie zerriss, geht zu Herzen.
Der Diplomfilm Novemberkind von Christian Schwochow, Matthias Adler (Produktion) und Frank Lamm (Kamera) ist eine Produktion der Sommerhaus - Filmproduktion in Koproduktion mit der Filmakademie Baden-Württemberg, dem SWR (Redaktion Debut im Dritten), Cine+ und Filmemacher Produktion. Seine Uraufführung hatte Novemberkind im Rahmen des Filmfestivals Max Ophüls Preis 2008. Der Kinostart war 20. November 2008 in Deutschland.
Der Film spricht für sich, weil im Grunde alles stimmig ist: Darstellung, Regie, Buch, Musik, Kameraführung, Ton, Schnitt… Ein Stück (Lebens-)Geschichte, dass zwar nachdenklich macht, aber nicht langweilt bzw. erdrückt. Mein Fazit: 6 Sterne!!!
(Nils Grundmann)
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Weitere Filminfos zu Novemberkind: Originaltitel: Novemberkind Land / Jahr: Deuschland 2007 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Novemberkind:
Kapitel- / Szenenanwahl, Kommentarton: Regiesseur Christian Schwochow und Schauspieler Ulrich Matthes reflektieren über den Film und die Dreharbeiten
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