Nobody’s Perfect
http://www.digitalvd.de/dvds/82004,Nobodys-Perfect.html
...
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Nobody’s Perfect:
0Frank Brenner2009-10-13Der als Contergankind geborene Filmemacher Niko von Glasow hat elf Schicksalsgefährten gesammelt, mit denen er zusammen für einen Fotoband nackt vor der Kamera posieren möchte: den neugierigen Blicken der Menschen offensiv entgegentretend und dabei mehr über sich selbst erfahrend. Irgendwann im Laufe der Films erfährt der Zuschauer nahezu beiläufig, warum sich Filmemacher Niko von Glasow („Edelweißpiraten“) dazu entschlossen hat, nackt vor eine Fotokamera zu stehen und seinen nicht der Norm entsprechenden Körper der Öffentlichkeit so zu präsentieren, wie er geschaffen wurde. Seinem Sohn Mandel erklärt der Regisseur, dass Menschen im Laufe von Gesprächen und dem damit verbundenen näheren Kennen lernen mit der Zeit immer vergessen, dass von Glasow mit zwei zu kurzen Armen auf die Welt gekommen ist. Je besser man das „nicht Normale“ kennt, desto weniger Ressentiments empfindet man dagegen. Mit seiner Fotoaktion möchte er sich und Menschen mit dem gleichen Schicksal ins Bewusstsein aller rücken und sich Gehör verschaffen. Nicht nur mit den Fotografien, auch mit dieser Dokumentation über das Projekt ist ihm das unzweifelhaft gelungen.
Es erweist sich als großer Vorteil, dass der Regisseur sozusagen aus der Innenperspektive heraus berichten kann und nur zu genau weiß, wie man mit einer Contergan-Behinderung fühlt und mit welchen Problemen man tagtäglich zu kämpfen hat. Trotzdem tappt er nicht in die Falle, den Film für eine eitle Selbstdarstellung zu nutzen, sondern bleibt eher als selbstkritischer Beobachter und Kommentator im Hintergrund. Die Modelle, die er für seine Fotoaktion zusammentrommelt, findet Niko von Glasow sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien. Es handelt sich um die unterschiedlichsten Menschen, die als Schauspieler, Gärtner, Dressurreiterin, Politikerin oder Astrophysiker arbeiten und mit ihren teils zurückhaltenden, teils selbstbewussten Ansichten das Bild des Filmes prägen. Der Regisseur lässt die mitunter recht spontanen Gesprächsthemen die Struktur seiner Dokumentation übernehmen, was gelegentlich etwas konzeptlos wirken mag, durch die damit einhergehende Spontaneität aber auch große Unterhaltungsqualitäten besitzt. Auf ebenso logische Weise entsteht dabei die Auseinandersetzung mit dem Arzneimittelkonzern Grünenthal, den von Glasow aktiv in die Handlung einbeziehen möchte, was ihm nur indirekt gelingt. In jenen Segmenten erinnert seine Art des Filmemachens an den Guerilla-Journalismus eines Michael Moore, was fraglos ebenfalls für Kurzweil sorgt. Den Höhepunkt des Filmes stellen schließlich die Fotosessions und die Präsentation der ungewöhnlichen Aktaufnahmen dar, die neben ihrer künstlerischen Qualität auch eine gesellschaftliche Relevanz besitzen. Auf der DVD befindet sich als Bonusmaterial neben dem Kinotrailer noch der dreiviertelstündige Dokumentarfilm “Schau mich an!”, ebenfalls von Niko von Glasow inszeniert, der 2007 in der WDR-Reihe “Menschen hautnah” erstausgestrahlt wurde.
...
Der als Contergankind geborene Filmemacher Niko von Glasow hat elf Schicksalsgefährten gesammelt, mit denen er zusammen für einen Fotoband nackt vor der Kamera posieren möchte: den neugierigen Blicken der Menschen offensiv entgegentretend und dabei mehr über sich selbst erfahrend. Irgendwann im Laufe der Films erfährt der Zuschauer nahezu beiläufig, warum sich Filmemacher Niko von Glasow („Edelweißpiraten“) dazu entschlossen hat, nackt vor eine Fotokamera zu stehen und seinen nicht der Norm entsprechenden Körper der Öffentlichkeit so zu präsentieren, wie er geschaffen wurde. Seinem Sohn Mandel erklärt der Regisseur, dass Menschen im Laufe von Gesprächen und dem damit verbundenen näheren Kennen lernen mit der Zeit immer vergessen, dass von Glasow mit zwei zu kurzen Armen auf die Welt gekommen ist. Je besser man das „nicht Normale“ kennt, desto weniger Ressentiments empfindet man dagegen. Mit seiner Fotoaktion möchte er sich und Menschen mit dem gleichen Schicksal ins Bewusstsein aller rücken und sich Gehör verschaffen. Nicht nur mit den Fotografien, auch mit dieser Dokumentation über das Projekt ist ihm das unzweifelhaft gelungen.
Es erweist sich als großer Vorteil, dass der Regisseur sozusagen aus der Innenperspektive heraus berichten kann und nur zu genau weiß, wie man mit einer Contergan-Behinderung fühlt und mit welchen Problemen man tagtäglich zu kämpfen hat. Trotzdem tappt er nicht in die Falle, den Film für eine eitle Selbstdarstellung zu nutzen, sondern bleibt eher als selbstkritischer Beobachter und Kommentator im Hintergrund. Die Modelle, die er für seine Fotoaktion zusammentrommelt, findet Niko von Glasow sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien. Es handelt sich um die unterschiedlichsten Menschen, die als Schauspieler, Gärtner, Dressurreiterin, Politikerin oder Astrophysiker arbeiten und mit ihren teils zurückhaltenden, teils selbstbewussten Ansichten das Bild des Filmes prägen. Der Regisseur lässt die mitunter recht spontanen Gesprächsthemen die Struktur seiner Dokumentation übernehmen, was gelegentlich etwas konzeptlos wirken mag, durch die damit einhergehende Spontaneität aber auch große Unterhaltungsqualitäten besitzt. Auf ebenso logische Weise entsteht dabei die Auseinandersetzung mit dem Arzneimittelkonzern Grünenthal, den von Glasow aktiv in die Handlung einbeziehen möchte, was ihm nur indirekt gelingt. In jenen Segmenten erinnert seine Art des Filmemachens an den Guerilla-Journalismus eines Michael Moore, was fraglos ebenfalls für Kurzweil sorgt. Den Höhepunkt des Filmes stellen schließlich die Fotosessions und die Präsentation der ungewöhnlichen Aktaufnahmen dar, die neben ihrer künstlerischen Qualität auch eine gesellschaftliche Relevanz besitzen. Auf der DVD befindet sich als Bonusmaterial neben dem Kinotrailer noch der dreiviertelstündige Dokumentarfilm “Schau mich an!”, ebenfalls von Niko von Glasow inszeniert, der 2007 in der WDR-Reihe “Menschen hautnah” erstausgestrahlt wurde.
(Frank Brenner)
alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Reminder, PDF-Datenblatt zu Nobody’s Perfect, DVD:
Alle Film-Daten als PDF
Diese Seite mit allen Filminfos ausdrucken
Weitere Filminfos zu Nobody’s Perfect:
Land / Jahr: Deutschland 2008
Medien-Typ:
DVD
Kommentare zu Nobody’s Perfect:
Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Schreiben Sie jetzt ein Kommentar zu dem Titel "Nobody’s Perfect".
|
|
DigitalVD-Extras zu dieser DVD Nobody’s Perfect:
Ist Ihnen ein Fehler zu dieser DVD aufgefallen? ... Fehlermeldung absenden!
Bei der Vorstellung des Titels Nobody’s Perfect handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag und keiner Bewerbung des Films!
|