Loft - Tödliche Affären
Schauspieler / Schauspielerinnen in Loft - Tödliche Affären:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Loft - Tödliche Affären:
Mit „Loft“ (2008) ist dem Belgier Erik Van Looy ein solider, kammerspielartiger Thriller gelungen, an dem Hitchcock (wären die Frauen blond gewesen) bestimmt seine Freude gehabt hätte. Looy, der mit „The Alzheimer Case“ (2003) bereits ein neues Remakeopfer für den amerikanischen Markt geschaffen hat, setzt bei „Loft“ auf hochglanzpolierte, ästhetische Bilder und die hervorragende Besetzung deren Dreh- und Angelpunkte Vincent, gespielt von Filip Peeters, als Architekt und Besitzer des Lofts und der Psychologe Chris, gespielt von Koen de Boew, sind. Die Geschichte handelt davon, wie schnell sich moralische Freizügigkeit gegen denjenigen wendet, der sie auslebt. Im Gegensatz zu dem österreichischen Regisseur Michael Haneke (zuletzt „Das weiße Band“, 2009), dessen Geschichten die moralische Einstellung des Zuschauers in Frage stellen und ihn so zum nachdenken anregen, ist Erik Van Looy in „Loft“ steht’s bemüht mit erhobenem Zeigefinger auf das Fehlverhalten der Protagonisten hinzuweisen. Diese fallen einzig ihrer männlichen Triebhaftigkeit zum Opfer - andere Motive werden angedeutet, aber nicht näher beleuchtet. Das sorgt dafür, dass Looys Film keine tiefere, psychologische Dimension erreicht und „nur“ klassischer Whodunit-Thriller bleibt. Hierbei kann „Loft“ jedoch mit einer Menge origineller, falschen Fährten aufwarten, wodurch das Geheimnis um die Tote bis zur Auflösung spannend bleibt. Auch wenn die enorme Garstigkeit der Geschichte in den letzten Einstellungen des Films glattgebügelt wird: eine fesselndere Rätselei als „Loft“ ist mir schon lange nicht in den DVD-Player gekommen. (Jan Heesen) alle Rezensionen von Jan Heesen ...
Das titelgebende Loft befindet sich im Dachgeschoss einer modernen Wohnanlage und dient seinen fünf verheirateten Mietern als geheimer Ort für sexuelle Abenteuer mit flüchtigen Bekanntschaften und Prostituierten. Das Vergnügen nimmt jedoch ein jähes Ende, als die Freunde eine ans Bett gefesselte Frauenleiche im Loft vorfinden. Nur einer von ihnen kann der Mörder sein, da ansonsten niemand Zugang zum Tatort hat. Misstrauen macht sich breit und es dauert nicht lange, bis sie sich gegenseitig mit Beschuldigungen attackieren... Das Bild ist in seinem Originalformat von 2,35:1 (anamorph). Die Schärfe ist, bis in die Details, sehr gut, wie auch der ausgewogene Kontrast und die kräftigen Farben, die deutlich nachbearbeitet wurden. Es gibt ein dezentes Hintergrundrauschen, was aber nicht weiter stört. Die Kompression ist ebenfalls gelungen und bleibt überwiegend unauffällig. Die deutsche Synchronfassung liegt in DD 5.1 und DTS vor, während die flämische OF in DD 5.1 vorhanden ist. Beide DD 5.1-Versionen sind sich grundsätzlich ähnlich. Die Dialoge sind klar, sauber und verständlich. Die Abmischung ist insgesamt zwar eher frontlastig, weil dies ein eher dialogorientierter Film ist, aber es gibt trotzdem genügend Gelegenheiten für einen guten Klang mit räumlicher Kulisse. Diverse Umgebungsgeräusche (wie Regen) und die Musik werden gut über die Boxen verteilt und sorgen so für eine angenehme Atmosphäre. Die zusätzliche deutsche DTS-Fassung unterscheidet sich nicht signifikant von den beiden anderen. Es gibt optionale deutsche Untertitel. Zur Rezension lag nur die Verleihfassung vor. Diese bietet als Extras lediglich einen Trailer an, den aber wahlweise in Deutsch oder Flämisch. Das lange Making of (ca. 60 min) der Kauffassung fehlt hier. Mit LOFT (Belgien, 2008) findet ein großartiger Thriller seinen Weg zu uns. Schon auf dem Fantasy Filmfest 2009 machte er auf sich aufmerksam und gehörte zu den Highlights des Jahres. Schade, dass ihm kein größerer Kinostart gegönnt wurde, denn was Drehbuchautor Bart De Pauw und Regisseur Erik Van Looy, schon vorher sehr positiv mit DE ZAAK ALZHEIMER („Totgemacht – The Alzheimer Case“, 2003) aufgefallen, hier abliefern, ist feinste Genrekost.
Das Script allein ist schon eine Klasse für sich. Über die gesamte Laufzeit von knapp zwei Stunden fesselt der Film durch seine Überraschungen, da der Zuschauer manchmal im Minutentakt auf die falsche Fährte gelockt wird. Es gibt ebenso viele Verdächtige wie mögliche Motive, was ihn praktisch unvorhersehbar macht. Die Rückblenden-Struktur vertieft die Geschichte und wirft jedes Mal ein neues Licht auf die Geschehnisse. Das Puzzle wird nur stückweise zusammengesetzt. Dabei ist der Film zugleich auch eine böse Abrechnung mit der Gesellschaft. Das hier gezeichnete Bild der belgischen Upper Class ist alles andere als positiv. Eigentlich alle sind verlogene, korrupte, selbstsüchtige Figuren mit Ehe-, Drogen- Alkohol- oder Gewaltproblemen. Es ist eine selbsternannte Elite, für die scheinbar keine Regeln gelten. Praktisch alle Figuren gehen fremd, betrügen und lügen bis sich die Balken biegen. Ein düsteres Portrait einer durch und durch verkommenen Gesellschaft, in der viel mehr Schein als Sein ist und eine unglaubliche Doppelmoral vorherrscht. Deshalb gibt es auch keine wirklichen Sympathieträger. Es bleibt ein eher kühler und distanzierter Blick auf die Figuren, was aber trotzdem hervorragend funktioniert. Die Hochglanzproduktion punktet auch durch ihre stilbewusste Inszenierung, denn die Kameraarbeit ist erlesen. Schöne stylische Bilder zeichnen den Film aus und machen viel von seiner Güte aus. Die Filmemacher, Regisseur Erik Van Looy und Director of Photography Danny Elsen (auch DE ZAAK ALZHEIMER und TEMMINK), kreierten ausgefeilte Bilder, elegante Kamerafahrten und wunderschöne Kompositionen, die faszinierend sind und zugleich im Dienst ihrer Geschichte. Es gäbe viele Beispiele, aber besonders die Casino-Szene ist ein herausragendes Beispiel an fantastischer Bildgestaltung. Aber wie gesagt, über die gesamte Laufzeit hinweg, ist die Zusammenarbeit aus Schauspiel, Regie, Kamera, Schnitt und Musik einfach grandios anzusehen. Auch Architektur spielt eine große Rolle, denn all diese Wohnungen, Häuser und Appartements haben einen coolen Designer-Look. Das titelgebende Loft ist deshalb auch ein ganz eigener Charakter, der immer wieder aus allen möglichen Winkeln mit der Kamera erforscht und abgetastet wird. Das Loft ist todschick und edel durchgestylt, aber auch sehr kühl, emotionslos, geradezu unpersönlich. In seiner Heimat Belgien war LOFT der bislang erfolgreichste Film aller Zeiten aus heimischer Produktion. Kein Wunder, denn er ist ein überaus spannender Thriller mit zahlreichen Wendungen, schönen Bildern und schauspielerischen Leistungen, die allesamt überzeugend sind. Der Film ist also eine positive Überraschung im Überangebot, besser als so vieles, was aus Hollywood herüber schwappt und deshalb wärmstens empfohlen! (Carlito Brigante) alle Rezensionen von Carlito Brigante ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Loft - Tödliche Affären, DVD:
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Weitere Filminfos zu Loft - Tödliche Affären: Originaltitel: Loft Land / Jahr: Belgien 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Loft - Tödliche Affären:
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