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Das Fremde in mir
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Schauspieler / Schauspielerinnen in Das Fremde in mir:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Das Fremde in mir:
0Frank Brenner2009-11-10Rebecca (Susanne Wolff) ist gerade Mutter des kleinen Lukas geworden. Doch es fällt ihr zunehmend schwer, eine Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. Selbstvergessen kommt sie ihren Pflichten nicht mehr nach. Nach einem Selbstmordversuch beginnt sie eine psychiatrische Behandlung, ihr Mann (Johann von Bülow) geht auf Distanz. Schon in den ersten Filmminuten ahnt man das dräuende Unheil. Irgendetwas stimmt nicht in der Beziehung zwischen Rebecca und Julian, obwohl man es nicht so recht in Worte fassen kann. Zu vieles bleibt ungesagt im Raum stehen, zu viele Details erlangen in der durchdachten Inszenierung von Emily Atef („Molly’s Way“) plötzlich eine enorme Bedeutung. Und nachdem der kleine Lukas nach seiner Geburt nicht von seiner Mutter gestillt werden will, eskalieren die Ereignisse. Der jungen Frau kommen zunehmend Selbstzweifel, ob sie als Mutter überhaupt geeignet ist, doch wieder wird nichts ausgesprochen und der stumme Schrei entweicht in einem Akt der Selbstbestrafung.
Mit ihresgleichen suchender Intensität hat sich Emily Atef in das Seelenleben ihrer Figuren hineinversetzt und eine Psychostudie entworfen, die kaum glaubwürdiger, kaum eindringlicher und verstörender sein könnte. Wenig wird dabei mit Namen benannt, es wird nicht nach Erklärungen gesucht und es gibt keine einfachen Schuldzuweisungen oder Stereotypisierungen. Atef nimmt alle ihre Figuren ernst und lässt sich diese ausschließlich über sich selbst und ihr Verhalten charakterisieren. In „Die Fremde in mir“ hat die Regisseurin dafür ein ausgezeichnetes Darstellerensemble zu Hilfe, das sich mit Haut und Haaren auf die schwierigen Rollen eingelassen hat und auch mit dem richtigen Elan daran gegangen ist, auch die Gesten und Töne zwischen den Zeilen überzeugend zu vermitteln. Insbesondere Susanne Wolff gebührt für ihre bewegende Interpretation der Rebecca größtes Lob. Das, was uns die junge Schauspielerin („Vineta“, „Bis zum Ellenbogen“) hier zeigt, gehört fraglos zu den herausragendsten Darstellerleistungen des Jahres. Selten zuvor hat man den Wechsel zwischen aufopferungsvoller Hingabe, apathischem Desinteresse und resignierter Verzweiflung in den Gesichtszügen einer Darstellerin realitätsnaher miterleben dürfen. Gerade, weil hier keine große Dramatik herausgekehrt wird, sondern alles sehr nuanciert und unterschwellig abläuft, entwickelt die Geschichte einen schier albtraumhaften Sog. Neben Johann von Bülow als Rebeccas überforderter Ehemann Julian sind auch die überschaubaren Nebenrollen handverlesen besetzt und tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich auf das schwierige Thema postnataler bzw. postpartaler Depressionen einlassen kann, ohne dass man peinlich berührt oder mangels Vorwissens vom Gezeigten überrumpelt wäre. Ein exzellentes, nachhaltig zu empfehlendes Kammerspiel, das einen so schnell nicht wieder loslassen wird. Etwas weniger vorbildlich ist die DVD-Ausstattung ausgefallen, die sich lediglich in einem rund halbstündigen Standard-Making-Of erschöpft. Trotzdem ist dieses kleine Juwel vorbehaltlos zu empfehlen.
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Rebecca (Susanne Wolff) ist gerade Mutter des kleinen Lukas geworden. Doch es fällt ihr zunehmend schwer, eine Bindung zu ihrem Baby aufzubauen. Selbstvergessen kommt sie ihren Pflichten nicht mehr nach. Nach einem Selbstmordversuch beginnt sie eine psychiatrische Behandlung, ihr Mann (Johann von Bülow) geht auf Distanz. Schon in den ersten Filmminuten ahnt man das dräuende Unheil. Irgendetwas stimmt nicht in der Beziehung zwischen Rebecca und Julian, obwohl man es nicht so recht in Worte fassen kann. Zu vieles bleibt ungesagt im Raum stehen, zu viele Details erlangen in der durchdachten Inszenierung von Emily Atef („Molly’s Way“) plötzlich eine enorme Bedeutung. Und nachdem der kleine Lukas nach seiner Geburt nicht von seiner Mutter gestillt werden will, eskalieren die Ereignisse. Der jungen Frau kommen zunehmend Selbstzweifel, ob sie als Mutter überhaupt geeignet ist, doch wieder wird nichts ausgesprochen und der stumme Schrei entweicht in einem Akt der Selbstbestrafung.
Mit ihresgleichen suchender Intensität hat sich Emily Atef in das Seelenleben ihrer Figuren hineinversetzt und eine Psychostudie entworfen, die kaum glaubwürdiger, kaum eindringlicher und verstörender sein könnte. Wenig wird dabei mit Namen benannt, es wird nicht nach Erklärungen gesucht und es gibt keine einfachen Schuldzuweisungen oder Stereotypisierungen. Atef nimmt alle ihre Figuren ernst und lässt sich diese ausschließlich über sich selbst und ihr Verhalten charakterisieren. In „Die Fremde in mir“ hat die Regisseurin dafür ein ausgezeichnetes Darstellerensemble zu Hilfe, das sich mit Haut und Haaren auf die schwierigen Rollen eingelassen hat und auch mit dem richtigen Elan daran gegangen ist, auch die Gesten und Töne zwischen den Zeilen überzeugend zu vermitteln. Insbesondere Susanne Wolff gebührt für ihre bewegende Interpretation der Rebecca größtes Lob. Das, was uns die junge Schauspielerin („Vineta“, „Bis zum Ellenbogen“) hier zeigt, gehört fraglos zu den herausragendsten Darstellerleistungen des Jahres. Selten zuvor hat man den Wechsel zwischen aufopferungsvoller Hingabe, apathischem Desinteresse und resignierter Verzweiflung in den Gesichtszügen einer Darstellerin realitätsnaher miterleben dürfen. Gerade, weil hier keine große Dramatik herausgekehrt wird, sondern alles sehr nuanciert und unterschwellig abläuft, entwickelt die Geschichte einen schier albtraumhaften Sog. Neben Johann von Bülow als Rebeccas überforderter Ehemann Julian sind auch die überschaubaren Nebenrollen handverlesen besetzt und tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich auf das schwierige Thema postnataler bzw. postpartaler Depressionen einlassen kann, ohne dass man peinlich berührt oder mangels Vorwissens vom Gezeigten überrumpelt wäre. Ein exzellentes, nachhaltig zu empfehlendes Kammerspiel, das einen so schnell nicht wieder loslassen wird. Etwas weniger vorbildlich ist die DVD-Ausstattung ausgefallen, die sich lediglich in einem rund halbstündigen Standard-Making-Of erschöpft. Trotzdem ist dieses kleine Juwel vorbehaltlos zu empfehlen.
(Frank Brenner)
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