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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte:
Das Konzept des Agent Provokateur, des sarkastischen Agitatoren und Superman und Ikone der der amerikanischen Linken greift abermals. EEr kann einfach den Betrachter in seinen bann ziehen, auch wenn dieser sich bewusst wird, dass auch hier polarisierend manipuliert wird. Und darin liegt die Stärke des Zelluloid-Robin Hoods Moore. Das Werk Moores bleibt jedoch durch seine polemischen Elemente antagonistisch und dichotomisch zugleich. So gibt es im Internet neben Fan-Seiten von Anhängern auch Anti-Michael-Moore-Seiten. Kritiker monieren, Moores Filme seien aufgrund der Subjektivität der Darstellung keine Dokumentationen, und seine Bücher enthielten sachliche Fehler. Ebenso existieren verschiedene Beschuldigungen bezüglich angeblich künstlich inszenierter und, im Sinne Moores, missverständlich geschnittener Szenen. Aber: Wenistens „Sicko“, des Journalisten Moores (Ex-Chefredakteur von „The Flint Voice“, nun „The Michigan Voice“) Abrechnung mit dem kariösen US-Gesundheitssystem hat irgendwie etwas bewirkt. Barack Obama konnte im März 2010 endlich seine erbittert erkämpfte Gesundheitsreform knapp durchbringen. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Im Jahr der weltweiten Finanzkrise nimmt der populistische Dokumentarfilmer Michael Moore den amerikanischen Kapitalismus unter die Lupe. Er zeigt die politischen und juristischen Verstrickungen in die Großfinanz auf und ruft zum aktiven Widerstand auf.
In den 1970er Jahren stimmten die Mitglieder der britischen Comedytruppe Monty Python in einem Sketch über einen „Robin Hood“-mäßigen Wohltäter die melodischen Zeilen an: „He steals from the rich and gives to the poor, Dennis Moore, Dennis Moore, Dennis Moore.“ Wechselt man den Vornamen in Michael aus, hat man die Quintessenz dessen erkannt, was seit Jahrzehnten die Antriebskraft für Michael Moores kulturellen Output darstellt. Der Sohn eines redlichen Fabrikarbeiters aus Michigan kann die sozialen Ungerechtigkeiten seines Landes nicht verknusen. Immer wieder kritisiert er in seinen Filmen, beginnend bei „Roger & Me“ über „Fahrenheit 9/11“ bis hin zu „Sicko“, die Politik und sozialen Entwicklungen der USA, die zunehmend auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen werden, was Reiche immer reicher und die Armen immer ärmer macht. Längst hat in Zeiten der Globalisierung diese Entwicklung auch die meisten anderen Länder der Erde erreicht. Nach den Verstrickungen der Bush-Regierung mit den arabischen „Terrornationen“ und dem krankhaften Gesundheitssystem seines Heimatlandes hat er sich nun der Großfinanz und der aktuellen Weltwirtschaftskrise angenommen.
Seinen Stil kennt man mittlerweile, und er ist gleichermaßen beliebt wie verpönt. In unglaublich rascher Schnittfolge werden Archivaufnahmen mit dokumentarischem Material, das auf die Tränendrüse drückt, kombiniert, werden informative Interviewpassagen mit humoristisch aufbereiteten Schaubildern und Animationen abgewechselt. Die Fülle an Hintergründen, die Flut an Namen, Zahlen und Fakten drohen den Zuschauer dabei immer wieder zu erschlagen. Michael Moores Filme sind dermaßen prall an Informationen, dass man sie sich eigentlich mehrmals anschauen muss, damit einem nichts entgeht. Etwas Hintergrundwissen kann beim Anschauen auch nicht schaden, insbesondere die Enthüllungen von Erwin Wagenhofers „Let’s Make Money“ könnten sich für den Einstieg als hilfreich erweisen. Aber Michael Moore ist auch Entertainer genug, um den durchschnittlich gebildeten Zuschauer mit seinen Werken nicht zu verschrecken. Man spürt durchweg, dass sein Herz für den kleinen Mann von nebenan schlägt und dass er seine Filme für ihn dreht, nicht zuletzt, um dessen Situation zu verbessern. Und auch hier ist er wieder schlau genug, nicht nur die Missstände aufzuzeigen und darüber zu lamentieren. Mit seinen plakativen Aktionen sorgt er erneut für mediales Aufsehen und regt auf seine unverblümt-sympathische Weise zur Rebellion der Masse, zur Revolte der schweigenden und alles erduldenden Mehrheit an. Dafür muss man ihn einfach lieben! Genauso unterhaltsam und informativ wie der Film selbst sind auch die üppigen Extras der DVD ausgefallen. Unterteilt in elf Segmente, die zwischen vier und achtzehn Minuten dauern, werden darin die Einblicke des Films vertieft. So sind hier beispielsweise ausführlichere Interviews mit Elizabeth Warren, Elijah Cummings, Reverend Dick Preston oder dem Miami-Max, der zwangsenteignete Häuser zurückgewinnt, zu sehen, die auch alle im Film selbst zu Wort kommen. Auch die 1979 vom damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter gehaltene Fernsehansprache zur Energiekrise ist hier in einer längeren Version verfügbar. Darüber hinaus gibt es als Bonusmaterial auch kurze Beiträge, die es nicht in den fertigen Film schafften. Mit Dan Kildee unterhält sich Michael Moore hier über die Situation in seiner Heimatstadt Flint, Michigan. Im Beitrag mit Michael Pollan geht es um den Anbau von Bio-Gemüse in nachbarschaftlicher Allianz. In weiteren Beiträgen werden eine Taxi-Union in Madison, die Vorteile von arbeitnehmergeführten Unternehmen und die Volksbank von North Dakota vorgestellt. Mehr als anderthalb Stunden zusätzliche Informationen sind somit in kleinen Häppchen auf die DVD verteilt. Der deutsche und der amerikanische Kinotrailer runden diese vorbildliche Veröffentlichung auf gelungene Weise ab. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Michael Moore (Fahrenheit 9/11) zeigt, wie überschuldete Menschen aus ihren Häusern vertrieben werden, er berichtet von einem korrupten Richter, der Jugendliche zu Unrecht verurteilt und dafür bei einem privaten Gefängnisbetreiber abkassiert. Er macht niedrige Löhne für Flugzeugabstürze verantwortlich und prangert Unternehmen an, die vom Tod ihrer Mitarbeiter profitieren. Das Bild liegt im anamorphen 1.85:1 Format auf der Disk vor und ist aufgrund der dokumentarischen Machart mit vielen verschiedenen Einspielern aus unterschiedlichsten Quellen, was die Bildqualität angeht, eher durchwachsen. Unter den Einspielern befinden sich auch Ausschnitte aus älteren Kinofilmen, zeitgeschichtliche Dokumente aber auch speziell für den Film angefertigte Elemente. Letztere weisen die beste Qualität auf, denn hier sind Schärfe, Kontrast und Farben am ausgewogensten. Der Ton liegt sowohl in Deutsch als auch auf Englisch in Dolby Digital 5.1 vor. Auch hier sind ähnliche Verhältnisse wie bei der Bildqualität gegeben. Bei älterem Material kann der Sound schon mal etwas blechern und verrauscht klingen, doch die meiste Zeit ist Moores Voice-Over-Kommentar zu hören, der in Sachen Qualität kaum Wünsch offen lässt. Die Dialoge sind stets gut verständlich und angenehm auflösend. Das Bonusmaterial ist sehr umfangreich geworden und weist eine Spielzeit von über 90 Minuten auf. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Entfallene Beiträge die es nicht in die Dokumentation geschafft haben. Zu den besten zählen dabei die Beiträge „Was, wenn wir 1979 auf Jimmy Carter gehört hätten?“ sowie „Pulitzer-Preisträger und NY-Times-Reporter Chris Hedges über „Kapitalismus: Der Killer“. Neben den insgesamt 11 kurzen Dokumentationen befindet sich auch noch der deutsche sowie englische Kinotrailer auf der Disk. Wie kein anderer versteht es Michael Moore Dokumentationen zu inszenieren, welche die Menschheit spalten. Besonders seine schonungslose Abrechnung mit der Waffenindustrie und -Lobby in BOWLING FOR COLUMBINE (2003) machte den Filmemacher weltberühmt und sorgte auch innerhalb der USA für bestürzte und besorgte Gesichter. Seither hat sich Moore den Namen gemacht unangenehme Fragen zu stellen und sich dadurch auch einige Feinde geschaffen. Dies hält den Amerikaner jedoch nicht auf weiter die großen Fragen der Zeitgeschichte aufzurollen und zu durchleuchten, weshalb natürlich die Weltwirtschaftskrise und ihre Ursachen nicht in seinem Repertoire fehlen durften.
Wer Michael Moores Werke betrachtet, wird schnell in einen Strudel aus Fakten, Halbwahrheiten und überspitzer Wahrnehmung eingesogen aus welchem es in der Regel schwierig ist unvoreingenommen zu urteilen. Die durchaus populistische Berichterstattung Moores ist so weit von einer ernsthaften Dokumentation entfernt wie Rambo II den Vietnam-Krieg realistisch widerspiegelt, dennoch gibt es in jedem seiner Filme Fakten und Tatsachen, die selbst härteste Kritiker nicht so einfach aus der Welt schaffen können. So etwa die Tatsache, dass amerikanische Unternehmen Lebensversicherungen für ihre Mitarbeiter ohne deren Mitwissen abschließen können und somit vom Tod eines Angestellten profitieren. KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE (2009) ist das wohl gemäßigtste und gleichzeitig fundierteste Werk des selbsternannten Aufdeckungsjournalisten, das wieder einmal den Zahn der Zeit getroffen hat. Wie immer bei Moores Filmen sollte man die Inhalte jedoch mit einem gewissen Abstand betrachten um sich nicht von seinem Dokumentarstil einlullen zu lassen. Insgesamt ist aber auch dieses Werk interessant anzuschauen und sollte bei nahezu jedem Zuschauer einige Denkprozesse in Gang bringen. Auf der technischen Seite gibt es wenig Überraschungen, die Bildqualität schwankt zwischen gut und mäßig, je nach Quellmaterial und auch der Ton hebt sich nicht sonderlich von anderen Genrekollegen ab. Das Bonusmaterial ist durchaus umfangreich und eine nette Ergänzung. Subjektive Filmwertung: 7 von 10 Aufdeckungsjournalisten der etwas anderen Art (Matthias Schmieder) alle Rezensionen von Matthias Schmieder ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte, DVD:
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Weitere Filminfos zu Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte: Originaltitel: Capitalism: A Love Story Land / Jahr: USA 2009 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte:
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