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TECHNISCHE DATEN
zu Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition

RC 2 FSK Freigabe ab 12 Jahren
DVD-Typ: 2 x DVD-9
Medium: DVD
Genre: Drama
Bildformat:
Infos folgen...
Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Verpackung: Doppel Amaray Case
EAN-Code:
5051890013224 / 5051890013224
+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

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Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition

Titel:

Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition

Label:

X Verleih AG / X-Filme

Regie:

Michael Haneke

Laufzeit:
138 Minuten
Genre:
Drama
FSK:
ab 12 Jahren
Erscheinung:

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Stand der Preise: 27.04.2017 00:38:01.
Inhaltsangabe zu Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition:


Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern - ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter? Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition stammt aus dem Hause Warner Home Video.


Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition Trailer ansehen:

Schauspieler / Schauspielerinnen in Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition:


Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Das weisse Band - Deluxe 2 Disc Edition:
Seine Filme sind gehobene Kost für das Arthouse-Kino, anspruchsvoll in der Thematik und Machart, aber sein analytisch-kühler Blick auf die Dinge und seine irritierend fremdbleibenden Charaktere lassen eine vom Zuschauer gemeinhin angestrebte Identifikation nicht zu, zudem enthalten die Geschichten seiner Filme für gewöhnlich unerklärliche, zuweilen schreckenerregende Elemente. Die Rede ist vom Filmregisseur, Autor, Film- und Literaturkritiker Michael Haneke, der zu den wichtigsten Regisseuren Europas gehört.

In seinem neuesten Film „Das weisse Band“ führt Haneke seine Zuschauer hinter die Fassade eines nach außen intakten norddeutschen Dorfes. Der Österreicher erzählt von Verbrechen und rätselhaften Unfällen in diesem Dorf, welche vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs statt finden. Aber schauerlicher als alles Unglück und Verbrechen ist die dörfliche Bereitschaft, das Schweigen über dem Grauen auszubreiten. Dem Arzt des Dorfes wird eine fast tödliche Falle gestellt; der Sohn des Gutsherrn wird misshandelt; das neugeborene Kind des Verwalters wird beinahe umgebracht; die Frau des Bauern stürzt zu Tode; der behinderte Sohn der Hebamme wird gefoltert. Wer oder was steckt hinter den Verbrechen?

„Das weiße Band", das aus Hanekes eigener Feder stammt, handelt vordergründig von Autorität, Demütigung und Unterdrückung, aber viel mehr noch von den Folgen repressiver Erziehung. Der 67-jährige Regisseur fasst sein in äußerster Strenge und mit großer Aufmerksamkeit fürs Ausstattungsdetail erzähltes Kinostück noch viel weiter: „Es geht in diesem Film über die Ursprünge von jeder Form von Terrorismus.“

Wie dem auch sei, Michael Haneke hat mit diesem in Netzow (Prignitz) gedrehten Drama ein Meisterwerk geschaffen. Es geht, wie immer bei Haneke, um Gewalt, die aber selten explizit gezeigt wird. Gerade dadurch, dass sich das grausame Geschehen hinter verschlossenen Türen abspielt, entfaltet der Film eine beklemmende Wirkung. „Das weiße Band" ist eine Art Horrorfilm, der keine Horrorbilder braucht. Das Grauen trägt hier völlig banale, menschliche Züge. Es ist diese lieblose, repressive, autoritäre, bigotte, körperfeindliche Erziehung, die den jungen Menschen jegliche Herzensbildung vorenthält und jegliche Humanität im Keim erstickt. Dahinter steckt Methode: Kinder werden zu Monstern, weil sie von den Erwachsenen lernen. Mit psychologisch-brutaler Raffinesse versucht Haneke die gesellschaftlichen Umstände zu erklären, die aus diesen Kindern später Nationalsozialisten machten. Mehr noch ist der Film aber eine allgemeingültige Parabel über die Entstehung von Gewalt im Umfeld von Zwang und willkürlicher Machtausübung.

Der Film ist von Hanekes Stammkameramann Christian Berger nüchtern in schwarz-weiss gedreht, düster ausgeleuchtet und kammerspielartig inszeniert. Die schauspielerische Leistung ist überzeugend, gerade die jüngeren Ensemblemitglieder spielen erfrischend ungekünstelt, vor allem Leonie Benesch als schüchternes Kindermädchen Eva. Die Nachwuchsriege wird unterstützt von bekannten Gesichtern wie Burghart Klaußner als strenger Dorfpastor oder Ulrich Tukur als Gutsherr.

Fazit: Es ist ohne Frage eine schwer verdauliche Kost, die Regisseur Michael Haneke seinem Publikum hier zumutet. Aber es ist anspruchsvolle, vielschichtige, faszinierende und auch lehrreiche Kost. „Das weisse Band“ kann durchaus als cineastisches Meisterwerk bezeichnet werden, doch sollte man auch bereit dazu zu sein, sich darauf einzulassen.

Randnotiz: „Das weisse Band" wurde bereits in Cannes, beim Europäischen Filmpreis und den Golden Globe Awards ausgezeichnet, und für Deutschland ging er außerdem ins Rennen um die Nominierung für den Auslands-Oscar, welchen er allerdings nicht einheimsen konnte. Der Auslands-Oscar ging an den argentinischen Film „El Secreto de Sus Ojos“ von Regisseur Juan José Campanella.

Die Umsetzung auf DVD kann sich sehen lassen. Das s/w-Bild (16:9/ 1.85:1) weißt einen hohen plastischen Kontrast auf. Es wirkt nahezu perfekt, außer in dunklen Sequenzen, wo es dann zu Video-Rauschen neigt. Der Ton (Dolby Digital 5.1) zeigt sich sehr ruhig. Surroundeffekte gibt es nicht, genauso wie ein Soundtrack. Die Umgebungsgeräusche fallen dafür sehr gut aus. Diese nutzen alle Lautsprecher. Das Bonusmaterial befindet sich komplett auf der zusätzlichen DVD. Neben einem „Making of“, dass einen Einblick in die Arbeitsmethode Michael Hankes gibt, findet man noch eine Dokumentation über die Premiere beim Festival de Cannes und ein Porträt des Regisseurs. ()

alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Zum Oscar als bester „nicht-englischsprachiger Film“ hat es nun ja doch trotz hoher Erwartungen nicht gereicht. Aber das wäre ohnehin nur noch das Sahnehäubchen für einen Film gewesen, der auch so schon seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat. „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ gewann in Cannes die Goldene Palme und den FIPRESCI-Preis, wurde mit den drei wichtigsten Europäischen Filmpreisen, dem Golden Globe und vier Preisen der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet – unter anderem. Michael Haneke hat in seinem ersten deutschsprachigen Film seit über zehn Jahren wieder einmal seine Weltklasse als Regisseur bewiesen.


Angesiedelt ist sein Film in einem kleinen deutschen Dorf in den 1910er Jahren. Die kleine Gemeinde ist überschaubar, deswegen kennt jeder jeden. Eines Tages verunglückt der Dorfarzt (Rainer Bock) bei einem Ausritt sehr schwer, weil jemand einen unsichtbaren Draht gespannt hatte. In der Folge mehren sich die seltsamen, gewalttätigen Vorfälle. Die Frau des Bauern (Branko Samarovski) stürzt durch morsche Dielen und bricht sich das Genick, der kleine Sigi (Fion Mutert), Sohn des Barons (Ulrich Tukur), wird entführt und gequält. Geschildert werden die ungewöhnlichen Ereignisse aus der Sicht des jungen Dorflehrers (Christian Friedel), der im zeitlichen Abstand aus dem Off kommentiert (mit der Erzählstimme von Ernst Jacobi), und versucht, sich einen Reim daraus zu machen. Auffällig ist, dass die Kinder des Dorfes unter starken Repressalien zu leiden haben, wenn sie unartig waren. Insbesondere der Pastor (Burghart Klaußner) nimmt seine Kinderschar hart an die Kandare, und brandmarkt sie nach Unartigkeiten mit einem weißen Band, um sie an die Reinheit und Unschuld zu gemahnen, die sie wiedererlangen sollen.

In bestechenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen entfaltet Michael Haneke einmal mehr auf brillante Weise eine Psychostudie, dieses Mal gleich ein ganzes Dorf betreffend. Die Mechanismen der Gewalt werden auch hier wieder nachdrücklich und überzeugend ausgelotet. Neben der außergewöhnlichen Kameraführung, die in langen statischen Einstellungen verharrt, die dennoch keine Sekunde langatmig werden, überzeugen vor allen Dingen die makellosen Schauspielerleistungen, die sich bis zu den Kinderdarstellern erstrecken. Die Deluxe 2-Disc-Edition ist mit einem rund 40minütigen Making-Of von Yves Montmayeur ausgestattet, das unter dem Titel „Fragmente der Chronologie einer Dreharbeit“ schon deutlich macht, dass hier relativ willkürlich Behind-the-Scenes-Material zusammengestellt wurde, inklusive einiger schrecklich verwackelter Amateuraufnahmen aus Cannes. Dafür gibt es dann unter dem Menüpunkt „Filmfestspiele Cannes“ in rund 20 Minuten auch professionelles Filmmaterial vom Photo Call, der Pressekonferenz und der Abschlussgala des Events, bei dem der Film schließlich den Hauptpreis gewann. Unter „Porträt“ verbirgt sich der 50minütige ZDF/arte-Beitrag „Michael Haneke – Ma vie, mein Leben“ aus dem Jahr 2009, in dem neben dem Regisseur auch zahlreiche seiner Wegbegleiter zu Wort kommen und die Arbeitsweise und den Charakter Hanekes zu umschreiben versuchen. ()

alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern - ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter? Regisseur Michael Haneke entschied sich schon früh den Film in Schwarz/Weiß zu drehen, womit DAS WEISSE BAND (2009) zu den wenigen Vertretern dieser Gattung auf Blu-ray Disk zählt. Im Vergleich mit ebenfalls in Schwarz/Weiß erhältlichen Filmen wie CASABLANCA (1942) bietet dieser 1080p / AVC MPEG-4 Transfer im Seitenverhältnis von 1.85:1 (16:9) eine noch höhere Schärfe und eine besser Detaildarstellung. Das Bild wirkt von Beginn an sehr plastisch und bietet eine leichte Körnung, die jedoch niemals störend in den Vordergrund drängt. Szenen bei Tageslicht neigen zu leichtem Überstrahlen, bleiben aber gleichzeitig authentisch und natürlich. In dunklen Sequenzen fällt ab und an ein leichter Detailverlust bei dunklen Graustufenübergängen auf, die etwa die nächtliche Suche nach einem der Kinder nahezu wie ein Schattenspiel erscheinen lassen. Immer wieder sind auch etwas weichere Szenen zu beobachten, die auf Grund der fehlenden Körnung des Filmmaterials auf leichtes DNR schließen lassen.

Die Kompression arbeitet ohne Fehl und Tadel und wird somit höchsten Ansprüchen gerecht. Verunreinigungen oder Defekte jeglicher Art sind nicht festzustellen - hier wurde sauber gearbeitet. Insgesamt ist DAS WEISSE BAND (2009) als derzeitige Referenz im Schwarz/Weiß zu bezeichnen und lässt großartig restaurierte Werke wie CASABLANCA in machen Disziplinen im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Die Blu-ray Disk bietet einen relativ unspektakulären, aber soliden DTS-HD 5.1-Track in deutscher Sprache. DAS WEISSE BAND bietet keinen Raum für direktionale Effekte oder heftigen Score-Einsatz. Die Performance konzentriert sich sehr stark auf die Dialogwiedergabe, die wunderbar plastisch auf der Stereofront abgebildet wird. Vereinzelt nimmt man auch ein paar Umgebungsgeräusche über die Rear-Kanäle war, dies ist jedoch eher eine Seltenheit. Die Sprache klingt sauber aufgelöst und differenziert - Klangfarbe und Timbre könnte nicht besser sein. Da weder Effekte noch Score sich über das Geschehen ausbreiten, ist auch aus dynamischer Sicht nicht gerade viel los, dafür passt sich der DTS-HD-Track wunderbar an die Stimmen an, so dass laut Gesprochenes auch voluminös abgebildet wird. Die Extras liegen vollständig in 576i vor und sind für ein Werk, das mit einer solch hohen Anzahl an Auszeichnungen belohnt wurde doch etwas knapp geraten. Einzig das knapp 40 Minuten dauernde Making of bringt etwas Licht in die Entstehungsgeschichte des Filmes, zumal ein Audiokommentar leider fehlt. Eher oberflächlich aber dennoch interessant anzusehen ist das bei den „Filmfestspielen in Cannes“ aufgenommene, gleichnamige Feature, das Aufnahmen des Roten Teppichs sowie eine Pressekonferenz mit den Machern des Werkes zeigt.

Sehr ausführlich wird die Lebensgeschichte des Regisseurs Michael Haneke in dem 50 Minuten dauernden „Portrait“ beleuchtet. Leider ist das Material mit sehr vielen Ausschnitten aus früheren Filmen Hanekes angereichert, so dass ein gewisser Promotion-Charakter nicht ganz abzustreiten ist. Michael Hanekes gehört zu den außergewöhnlichsten europäischen Regisseuren, da er sich immer wieder Themen annimmt, die dem typischen Zuschauer zunächst eher komisch vorkommen. Weltruhm erlangte er 1992 mit seinem verstörenden Werk FUNNY GAMES, doch auch seine späteren Werke wurden mit Preisen und Auszeichnungen überschüttet. Ebenfalls reich belohnt wurde sein hier vorliegendes, jüngstes Werk DAS WEISSE BAND (2009), welches neben der Auszeichnung mit der Goldenen Palme unter anderem auch für die diesjährige Oscar-Verleihung als Bester Fremdsprachiger Film nominiert war.

Schon noch wenigen Minuten des Filmes ist klar, dass es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Geschichte handelt. Mit einer fast schon voyeuristischen Art der Inszenierung wird man von Haneke in das Dorfleben des frühen zwanzigsten Jahrhunderts hineingeworfen und trifft auf Gesellschaftsformen und Umgänge die bieder wie erschreckend wirken, aber dennoch kaum etwas von ihrer Aktualität verloren haben. Trotz des zermürbend langsamen Erzähltempos bekommt man schon nach vergleichsweise kurzer Zeit einen guten Gesamtüberblick über die Dorfgemeinschaft und fängt an die Handlungsweisen und Vorgänge im täglichen Leben besser nachvollziehen zu können.

Die eigentliche Geschichte handelt jedoch von unerklärlichen Unfällen innerhalb des Dorfes, um dessen Auflösung sich alle Einwohner bemühen. Haneke wirft dem geneigten Zuschauer hierbei jedoch immer wieder nur kleine Brocken hin und überlässt ihm das Denken, führt ihn in die Irre, oder hält Informationen gar gänzlich zurück. Dieser Umstand in Verbindung mit dem schleppenden Tempo der Erzählung, die sich über 144 Minuten dahin zieht sorgt dafür, dass Hanekes Werk sicherlich auf viel Abneigung treffen wird. Es ist nicht gerade einfach mit dem ungewöhnlich gemächlichen Stil des Regisseurs warm zu werden, zumal das Ende trotz der langen Laufzeit doch sehr abrupt daher kommt. Sind die schauspielerischen Leistungen wie auch die Inszenierung sicherlich jede Nominierung und jeden Preis den sie erhalten haben wert, ist der Film nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Cineasten mit hohem Anspruch und gutem Durchhaltevermögen könnten mit diesem Werk sicherlich glücklich werden - Otto-Normal-Zuschauer wird jedoch sicherlich seine Schwierigkeiten beim Genuss haben.

Die Blu-ray Disk selbst ist sehr gut gelungen. Das in Schwarz-Weiß gehaltene Bild weißt eine sehr hohe Schärfe und viele Details auf, wenn auch Kontrast und Feinzeichnung in dunklen Sequenzen manchmal etwas leiden. Der Ton ist glasklar und gut auflösend aber sehr auf die Front fixiert. Am Bonusmaterial hat man etwas gespart, dennoch sind die vorhandenen Extras gut inszeniert und interessant anzusehen.


Subjektive Filmwertung: 7 von 10 Fenster in die Vergangenheit ()

alle Rezensionen von Matthias Schmieder ...
Wie kann man verhindern, dass es jemals in Deutschland wieder Faschismus gibt und dass von hier aus noch einmal ein Weltkrieg ausbricht? Am besten gelingt dies, wenn man die auslösenden Faktoren kennt und verhindert, dass sich die Geschichte noch einmal wiederholt. Eine gelungene Möglichkeit dazu bietet der Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke von 2009, der jetzt Premiere als DVD hat. Er zeigt in exemplarischer Weise und als abschreckendes Beispiel das Leben einer feudalen und patriarchalischen Gesellschaft in einem kleinen Dorf in Norddeutschland in den Jahren 1913/14, also kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Hier herrscht eine feudale strenge Hierarchie mit Pastor (Burkhart Klaussner), Arzt (Rainer Bock) und adligem Gutsherrn (Ulrich Tukur) als uneingeschränkten Herrschern und den Bauern, Frauen und Kindern quasi als leibeigene Untergebene. Harte Arbeit, Gottesdienste, strengste Erziehungsmethoden mit Prügelstrafe und körperlicher und seelischer Erniedrigung prägen den Alltag der Dorfgemeinschaft. Frauen haben ihren despotischen Männern zu gehorchen und die Kinder müssen früh wahrhaben, dass es im Leben nicht um zwischenmenschliche Wärme, sondern nur um die Einhaltung der Regeln geht. Wer die nicht befolgt bekommt seine Strafe und danach als Zeichen seiner „Reinheit“ ein weißes Band umgehängt. Die einzigen Personen, die etwas aus der Reihe tanzen sind der sensible Dorflehrer (Christian Friedel), dessen Stimme im Off als Erzähler fungiert und die Hebamme (Susanne Lothar), die ihr behindertes Kind alleine erzieht und den verwitweten Arzt versorgt, der sie und seine Tochter schlimm missbraucht. Etwas Wärme in den Plot bringt eine sich allmählich entwickelnde Liebesbeziehung zwischen dem Lehrer und dem 17-jährigen Kindermädchen Eva (Leonie Benesch). Im Laufe der Geschichte kommt es immer wieder zu mysteriösen Vorfällen und Verbrechen, die nie aufgeklärt werden. Der Zuschauer erfährt nichts, nur der Lehrer ahnt, wer dahinter steckt.

Diese Vorgehensweise ist auch schon in früheren Filmen typisch für Haneke, der hier erstmals einen „historischen“ Film präsentiert. Er will den Zuschauern keine Lösungen bieten, sondern sie mit Fragen „zur Selbständigkeit vergewaltigen“, wie er es nennt. Angenehm ist, dass die Gewalt nie direkt gezeigt, sondern nur angedeutet wird. Dass der aus dem katholischen Österreich stammende Regisseur gerade ein protestantisches Dorf in Mecklenburg mit seiner typischen Arbeitsethik und Moralvorstellung gewählt hat, kann kein Zufall sein. Besonders die Pastorenfamilie im Zentrum des Geschehens lebt gemäß Luthers „Deutschem Katechismus“, in dem es heißt: „Wer sein Kind liebt, der züchtigt es“. Die Kinder haben sich kritiklos in die strenge Ordnung von Kirche, Gesellschaft und Sittenkodex einzufügen. Dennoch wird es auch in einem oberbayerischen Dorf zu dieser Zeit kaum anders zugegangen sein.

Haneke zeigt eine unglaubliche Liebe zum historischen Detail, wenn er beim Casting von 7000 Kindern solche Gesichter auswählt, die aussehen wie auf Fotos aus der Zeit und extra Hunderte von Statisten aus Rumänien anfahren lässt, weil es im gesamten deutschsprachigen Raum keine derart ausgemergelten Bauerngesichter mehr gibt, wie er sie sich vorstellt. Kontrastreiche ruhige Schwarzweiß-Bilder prägen den Film, es gibt keine spezielle Filmmusik, sondern nur die realen Töne etwa während der Hausmusik beim Baron oder beim Singen des Luther-Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ in der Kirche zum Abschluss, als bereits der nahende Erste Weltkrieg angekündigt wird.

Neben seinen künstlerischen Qualitäten hat der Film vor allem für Jugendliche einen nicht hoch genug einzuschätzenden didaktischen Wert. Das hier geradezu idealtypisch vorgeführte System einer Familien- und Dorfgemeinschaft mit ihren Drohungen, Demütigungen und Denunziantentum führte geradewegs in Gewalt und Terror der Weltkriege. Dass sich Gewalt fortpflanzt wird offenbar, wenn die Kinder die ihnen angetane Gewalt an noch Schwächere wie das behinderte Kind oder einen wehrlosen Vogel weitergeben. Die deutschen Sekundärtugenden wurden bereits im Film „Der Untertan“ nach Heinrich Mann beispielhaft demonstriert. Der Schwerpunkt des Haneke-Films jedoch liegt auf den Verhaltensweisen der Kinder, daher lautet sein Untertitel „Eine deutsche Kindergeschichte“. „Das weiße Band“ ist aber alles andere als ein Kinderfilm. Erst ab 14 Jahren werden die Jugendlichen verstehen, auf was es ankommt. Somit sind auch die Eltern aufgerufen, ihre Kinder zu selbständigen und kritischen Individuen zu erziehen. Am besten eignen sich ein gemeinsames Ansehen dieses Films im Familienkreis oder in der Schule und eine anschließende Diskussion darüber. Die DVD bietet neben dem Film viele Extras, ein Making of, ein ausführliches Portrait des Regisseurs und die Präsentation bei den Filmfestspielen in Cannes, wo er die Goldene Palme gewann. Neben dieser hohen Auszeichnung gewann Haneke damit den Europäischen Filmpreis und den Golden Globe Award als bester fremdsprachiger Film, als der er auch für den diesjährigen Oscar nominiert wurde. ()

alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
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Weitere Filminfos:

Medien-Typ: DVD


Bonusmaterial:
Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten
Kommentare:

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