New York, I Love You - Ein kollektiver Liebesfilm
Schauspieler / Schauspielerinnen in New York, I Love You - Ein kollektiver Liebesfilm:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu New York, I Love You - Ein kollektiver Liebesfilm:
Vor ziemlich genau drei Jahren lief entstand mit „Paris, je t’aime“ ein Ensemblekonzeptfilm zu den Spielarten der Liebe, allesamt angesiedelt vor der malerischen Kulisse der Stadt der Liebe. In achtzehn kurzen Episoden widmeten sich darin sage und schreibe einundzwanzig Regisseure ihren Vorstellungen der Zweisamkeit. Dabei beschränkte sich die Auswahl der Filmemacher keineswegs nur auf französische Regisseure, es kamen auch zahlreiche Blicke von außen hinzu, wenn sich Joel & Ethan Coen, Tom Tykwer, Gus Van Sant oder Isabel Coixet an ihren Paris-Geschichten versuchten. Das Konzept hat man nun für „New York, I Love You“ über den großen Teich verfrachtet, und dieses Mal elf Regisseure beauftragt, Geschichten über die Liebe zu inszenieren, die in New York verortet sind. Die Auswahl der Filmemacher ist hier nun nicht ganz so prominent und illuster, aber auch hier sind mit Fatih Akin, Mira Nair und Natalie Portman ein paar Stars auf dem Regiestuhl dabei, und auch vor der Kamera können sich die Darsteller der unterschiedlichsten Generationen sehen lassen. Hangelte sich „Paris, je t’aime“ in seinen Episödchen durch die verschiedenen Arrondissements der französischen Hauptstadt und schlug mal traurige, mal nachdenkliche, mal komische Töne an, bleibt „New York, I Love You“ überwiegend leichtgewichtige Unterhaltung. Von den elf Geschichten sind nur zwei melancholisch, alle anderen spüren immer wieder die absurden und amüsanten Momente des Lebens auf. Da werden beim Rauchen vor den Restaurants aus kurzen Konversationen heiße Anmachversuche, da wird auf die Schnelle für den verlassenen jungen Mann noch eine neue Tanzpartnerin für den Abschlussball aus dem Hut gezaubert oder beim Spaziergang eines seit 60 Jahren verheirateten Paares (herrlich: Eli Wallach und Cloris Leachman in maßgeschneiderten Paraderollen) das diskutiert, was wohl jeden Tag aufs Neue diskutiert wird. Fatih Akin und Shekhar Kapur kommentieren in ihren Episoden auch die Vergänglichkeit des Lebens, wenn sie einen todkranken Maler respektive eine lebensmüde alternde Diva in den Mittelpunkt ihrer Geschichten stellen. Wenngleich der Hintergrund New York allzu oft zur Nebensächlichkeit verkommt und man sich eine engere Bindung an die Stadt gewünscht hätte, werden die einzelnen Kurzfilme hier dramaturgisch besser zusammengehalten als im Paris-Vorgänger: Emilie Ohana spielt eine Videokünstlerin, die den meisten der Protagonisten auf ihrer Reise durch die Stadt begegnet, und die von ihr am Ende in eine Installationscollage eingearbeitet werden. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
21 renommierte Regisseure - darunter die Coens, Wes Craven, Tom Tykwer und Gus Van Sant – inszenierten 2006 den Episodenfilm „Paris, je t'aime“, und zeigten Frankreichs Hauptstadt in 18 Episoden wofür sie steht: für die Liebe. Es entstand ein munterer Reigen an kleinen und feinen Geschichten, die von Verlust und Verlangen, Mutter- und Vaterliebe, aufkeimende und welkende Gefühle, verknallte Vampire und Amerikaner in Paris erzählen. Ein Fest für Cineasten, auch wenn es unter den 18 Episoden durchaus schwächere gibt. In den verschiedenen Geschichten, jenseits der Touristenattraktionen gedreht, agierten unter vielen anderen Juliette Binoche, Nick Nolte und Natalie Portman.
2009 gab es eine Fortsetzung, die nun auf DVD erscheint. Dieses Mal trieb es 11 Regisseure - darunter Mira Nair („Vanity Fair“), Brett Ratner („Running Scared“) und „Fatih Akin („Gegen die Wand“) - in ebenso vielen Kurzgeschichten in die Stadt die niemals schläft: New York. Darum der sich aufdrängende Titel „New York, I love You“. Gedreht wurde in unterschiedliche Stadtteile, von Soho über Chinatown bis zum Central Park.
Die einzelnen Geschichten sind so unterschiedlich wie die verschiedenen Gesichter der Weltmetropole, aber die Liebe steht trotz allem immer im Mittelpunkt. Da ist z.B. ein Apotheker, der einem Jungen seine im Rollstuhl sitzende Tochter zum Abschlussball andreht, für den der Abend dadurch mit einer Riesenüberraschung endet. In Greenwich Village entwickelt sich aus einem One Night Stand die große Liebe. An der Upper East-Side begegnen sich eine ältere Schauspielerin und ein trauriger Hotelpage. In Chinatown wird eine junge schüchterne Chinesin zur Muse eines alten Künstlers. Und ein Ehepaar spaziert streitend zu seinem 63. Hochzeitstag in Brighton Beach.
Fazit: Unter den 11 Beiträgen befinden sich naturgemäß auch ein paar mittelprächtige. Doch allein schon durch die hervorragende Besetzung, gibt das der Unterhaltsamkeit und Eleganz des Gesamtfilms keinen Abbruch. Darum uneingeschränkt empfehlens- und sehenswert!
Zum Ensemble des Films gehören u. a. Hayden Christensen, Andy Garcia, Natalie Portman, Orlando Bloom, Christina Ricci, Ethan Hawke, und Robin Wright Penn sowie die Hollywood-Veteranen James Caan, Julie Christie, John Hurt, Eli Wallach und Cloris Leachman.
Herausragend ist die Episode von Regisseur Shekhar Kapur („Elizabeth“) „Upper Eastside“, deren Drehbuch vom 2008 verstorbenen Regisseur Anthony Minghella stammt. In einem Hotel in Manhattan der Upper Eastside bezieht eine ehemalige Operndiva (Julie Christie) ein Zimmer. Ein junger Page mit körperlicher Behinderung müht sich ab, ihr Gepäck nach oben zu tragen. Shia LaBeouf stellt den jungen Mann als eine Art Traumflüsterer dar und in der Tat nimmt der ungewöhnliche Film surreale Züge an.
Die DVD selbst zeigt den Film in ordentlicher Qualität. Das Widescreen-Bild (1.85:1 - anamorph) zeigt kräftige Farben und eine gute Schärfe. Der Ton (Dolby Digital 5.1) ist klar und sauber und immer gut verständlich. An Extras gibt es zwei Bonus-Episoden („These Vagabond Shoes“ von Scarlett Johansson, „Apocrypha“ von Andrey Zvyaginstsev“) sowie den deutschen als auch den originalen Kinotrailer.
Etwas interessantes noch zum Schluss: Jede Geschichte dauert ca. acht Minuten, jeder Regisseur hatte mit dem Kameramann seiner Wahl zwei Tage Zeit zum Drehen und sieben Tage für den Schnitt, während der nächste schon mit den Dreharbeiten begann. Produktions- und Kostümdesigner und weitere Mitglieder des Teams blieben - wie schon bei "Paris je t'aime" – dieselben.
(Bernd Hellweg)
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Weitere Filminfos zu New York, I Love You - Ein kollektiver Liebesfilm: Originaltitel: New York, I Love You Land / Jahr: Frankreich / USA 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu New York, I Love You - Ein kollektiver Liebesfilm:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, 2 zusätzliche Episoden: - These Vagabond Shoes: Scarlett Johanssons Regiedebüt mit Kevin Bacon in der Hauptrolle / - Apocrypha: Von Regisseur Andrey Zvyagintsev u.a. mit Carla Gugino
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