Die Affäre
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Suzanne ist eine Frau um die 40. Mit ihrem Mann und ihren beiden jugendlichen Kindern führt sie ein beschauliches Leben in Südfrankreich. Doch der Müßiggang ihrer bürgerlichen Existenz beginnt sie zu langweilen und sie beschließt ihre Arbeit als Physiotherapeutin wieder aufzunehmen, jetzt wo die Kinder groß sind. Ihr Mann lässt für Suzanne auf dem Anwesen eine Praxis bauen. Die Bauarbeiten übernimmt Ivan, ein Hilfsarbeiter, der im Gefängnis war und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Als Suzanne und Ivan aufeinandertreffen ist die gegenseitige Anziehungskraft so stark, dass Suzanne beschließt ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um sich dieser verzehrenden Leidenschaft völlig hinzugeben.
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Inhaltsangabe zu Die Affäre: 
Suzanne ist eine Frau um die 40. Mit ihrem Mann und ihren beiden jugendlichen Kindern führt sie ein beschauliches Leben in Südfrankreich. Doch der Müßiggang ihrer bürgerlichen Existenz beginnt sie zu langweilen und sie beschließt ihre Arbeit als Physiotherapeutin wieder aufzunehmen, jetzt wo die Kinder groß sind. Ihr Mann lässt für Suzanne auf dem Anwesen eine Praxis bauen. Die Bauarbeiten übernimmt Ivan, ein Hilfsarbeiter, der im Gefängnis war und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Als Suzanne und Ivan aufeinandertreffen ist die gegenseitige Anziehungskraft so stark, dass Suzanne beschließt ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um sich dieser verzehrenden Leidenschaft völlig hinzugeben.
Die Affäre stammt aus dem Hause Alive AG.
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Schauspieler / Schauspielerinnen in Die Affäre:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Die Affäre:
0Frank Brenner2010-05-13In den ersten Minuten bleibt das Bild schwarz. Die Konzentration des Zuschauers wird so auf den Sprechgesang einer alten Frau gelenkt, die auf ihrem Totenbett auf melodische Weise von grausamen Dingen singt. Von einer Vergewaltigung und weiteren Demütigungen in ihrer Jugend, als sie mit ihrer Tochter Fausta schwanger war. Fausta selbst ist nun eine junge Frau und hat von ihrer Mutter jene Krankheit Angst geerbt, die in peruanischen Mythen beschrieben wird. Aus Angst vor Vergewaltigung hat sich Fausta eine Kartoffel in die Vagina gesteckt, was ihr nun körperliche Gebrechen bereitet. Um ihrer Mutter die letzte Ehre zu erweisen, möchte sie ihren Leichnam in ihr Heimatdorf überführen, doch diese teure Angelegenheit kann sie sich nicht leisten. Deswegen nimmt Fausta eine Hausmädchenstellung im üppig eingerichteten Heim einer Limaer Musikerin an. Die reiche Frau ist fasziniert von Faustas Sprechgesängen und bietet ihr als Geschenk eine Perlenkette an, wenn sie ihr die Lieder regelmäßig vorträgt.
Claudia Llosa, eine Nichte des bekannten peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, entwirft in ihrem zweiten Spielfilm (nach dem Arthouse-Erfolg „Madeinusa“) einen spannenden und ästhetisch ausgefeilten mythologischen Bilderbogen aus dem Armenviertel Limas. Ihre zentrale Figur Fausta, verkörpert von der „Madeinusa“-Hauptdarstellerin Magaly Solier, bleibt dabei über die gesamte Spieldauer mysteriös und undurchschaubar. Tief ist sie in den Traditionen ihres Volkes verwurzelt und mit den Geheimnissen und Sagen ihrer Vorfahren verbunden, was Llosa im Film in traumhaften, teilweise hypnotisierenden Einstellungen einzufangen versteht. Gerade auch die Kameraführung Natasha Braiers verdient große Beachtung, wenn aus der schlichten und oftmals trostlosen Umgebung die faszinierendsten Bilder gezaubert werden. Am Rande erhält man auch Einblicke in das Gesundheitssystem Perus, in das symptomatische Gefälle zwischen Arm und Reich, wie es in vielen Schwellenländern zu beobachten ist, und in die seltsamen Hochzeitsrituale des Landes. In einer sehr zurückgenommen inszenierten Sequenz wird der Zuschauer beispielsweise Zeuge einer Massenhochzeit, bei der Dutzende Paare unter freiem Himmel im Chor die Ja-Worte sprechen. Da sich Claudia Llosas Erzählrhythmus an der tranceartig agierenden Protagonistin orientiert, sollte man dem Film aufgeschlossen begegnen und sich auf sein gedrosseltes Tempo einlassen. Dann kann man sich den wundervollen Bildern, den intensiven Darstellerleistungen und der ungewöhnlichen Geschichte öffnen, die viele Ansatzpunkte zum Nachdenken bieten.
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In den ersten Minuten bleibt das Bild schwarz. Die Konzentration des Zuschauers wird so auf den Sprechgesang einer alten Frau gelenkt, die auf ihrem Totenbett auf melodische Weise von grausamen Dingen singt. Von einer Vergewaltigung und weiteren Demütigungen in ihrer Jugend, als sie mit ihrer Tochter Fausta schwanger war. Fausta selbst ist nun eine junge Frau und hat von ihrer Mutter jene Krankheit Angst geerbt, die in peruanischen Mythen beschrieben wird. Aus Angst vor Vergewaltigung hat sich Fausta eine Kartoffel in die Vagina gesteckt, was ihr nun körperliche Gebrechen bereitet. Um ihrer Mutter die letzte Ehre zu erweisen, möchte sie ihren Leichnam in ihr Heimatdorf überführen, doch diese teure Angelegenheit kann sie sich nicht leisten. Deswegen nimmt Fausta eine Hausmädchenstellung im üppig eingerichteten Heim einer Limaer Musikerin an. Die reiche Frau ist fasziniert von Faustas Sprechgesängen und bietet ihr als Geschenk eine Perlenkette an, wenn sie ihr die Lieder regelmäßig vorträgt.
Claudia Llosa, eine Nichte des bekannten peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, entwirft in ihrem zweiten Spielfilm (nach dem Arthouse-Erfolg „Madeinusa“) einen spannenden und ästhetisch ausgefeilten mythologischen Bilderbogen aus dem Armenviertel Limas. Ihre zentrale Figur Fausta, verkörpert von der „Madeinusa“-Hauptdarstellerin Magaly Solier, bleibt dabei über die gesamte Spieldauer mysteriös und undurchschaubar. Tief ist sie in den Traditionen ihres Volkes verwurzelt und mit den Geheimnissen und Sagen ihrer Vorfahren verbunden, was Llosa im Film in traumhaften, teilweise hypnotisierenden Einstellungen einzufangen versteht. Gerade auch die Kameraführung Natasha Braiers verdient große Beachtung, wenn aus der schlichten und oftmals trostlosen Umgebung die faszinierendsten Bilder gezaubert werden. Am Rande erhält man auch Einblicke in das Gesundheitssystem Perus, in das symptomatische Gefälle zwischen Arm und Reich, wie es in vielen Schwellenländern zu beobachten ist, und in die seltsamen Hochzeitsrituale des Landes. In einer sehr zurückgenommen inszenierten Sequenz wird der Zuschauer beispielsweise Zeuge einer Massenhochzeit, bei der Dutzende Paare unter freiem Himmel im Chor die Ja-Worte sprechen. Da sich Claudia Llosas Erzählrhythmus an der tranceartig agierenden Protagonistin orientiert, sollte man dem Film aufgeschlossen begegnen und sich auf sein gedrosseltes Tempo einlassen. Dann kann man sich den wundervollen Bildern, den intensiven Darstellerleistungen und der ungewöhnlichen Geschichte öffnen, die viele Ansatzpunkte zum Nachdenken bieten.
(Frank Brenner)
alle Rezensionen von Frank Brenner ...
0Jean Lüdeke2010-06-10„Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier“, philosophierte einstens der bekannteste Ur-Womanizer aller Zeiten, kein Geringerer als Giacomo Casanova. Wenn diese Neugier nicht nur gestillt, sondern gar erloschen ist, wird es brisant, wie hier: Eigentlich sollte für sie die Welt in Ordnung sein, denn Suzanne (Kristin Scott Thomas) ist Mutter zweier gesunder Zöglinge und mit einem monetären Arzt verheiratet. Sie führt ein zufriedenes, beschauliches Leben in südfranzösischen Nîmes, einer antiken Römerstadt mit Sonne und Flair. Was will frau mehr? Ihr Mann Samuel (Yvan Attal) geht arbeiten, Suzanne hingegen hat ihren Job als Krankengymnastin längst an den Nagel gehängt Nach 15 unspektakulären Ehejahren zwischen Kindererziehung und Wohnungspflege will sie wieder etwas bewirken, und zwar arbeiten, richtig, im beruf, wie einstens. Samuel engagiert indes einen Schwarzarbeiter, der den Schuppen auf ihrem Anwesen als Praxis etablieren soll. So begegnet die arrivierte Ehefrau dem windhündischen spanischen Arbeiter Ivan (Sergi Lopez), der sich nur durch Gelegenheits-Arbeiten über Wasser hält und sich bisweilen auch hinter schwedischen Gardinen eine unfreiwillige Auszeit gönnt. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander, sie nähern sich an und- ddas Liebesdrama nimmt seinen fatalen Lauf…
Wieder einmal wurde eine modernisierte Version von Gustave Flauberts Kunst-Figur der Madame Bovary verfilmt, aber in diesem falle packend, traurig und dramatisch zugleich, und das liegt hier nicht zuletzt an den emphatisch aufspielenden Protagonisten. Vor allem einer, nämlich Thomas, die auch aus der Enge der Ehe und den Konventionen der Norm ausbricht, wunderbar interpretiert von einer Frau, die ihr Fach versteht: Die Britin Kristin Scott Thomas wurde mit dem Drama über Nacht zum Geheimtipp und baute ihre Wandlungsfähigkeit in „Der Pferdeflüsterer" oder "Gosford Park" authentisch und präsent aus. Ihre Darstellung der verzweifelt nach Liebe, Lust und Leidenschaft trachtenden Ehefrau ist nichts entgegenzusetzen. Keine Frage, nicht nur die Damen werden an diesem tragischen Parforceritt in den emotionalen Hades gefallen finden. Ein ewiges Thema, das auch ewig unlösbar bleiben wird, solange die Institution Ehe keinen „Relaunch" erfährt, wie man(n) heuer so schön sagt. Um es im Jargon der Finanzhaie und Anleger zu sagen: Eine Affäre ist wie ein Überbrückungskredit, der ganz schnell eine schwere Hypothek werden kann „Feuer im Herzen bringt Rauch in den Kopf“, lautet ein alter Aphorismus, und hier entstehen dicke Rauchschwaden, denn eine Romanze und/oder Affäre lebt vom. „Eine Romanze lebt vom Wollen und Nichtkönnen“, wie Lisa Fritz es einmal treffend formulierte.
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„Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier“, philosophierte einstens der bekannteste Ur-Womanizer aller Zeiten, kein Geringerer als Giacomo Casanova. Wenn diese Neugier nicht nur gestillt, sondern gar erloschen ist, wird es brisant, wie hier: Eigentlich sollte für sie die Welt in Ordnung sein, denn Suzanne (Kristin Scott Thomas) ist Mutter zweier gesunder Zöglinge und mit einem monetären Arzt verheiratet. Sie führt ein zufriedenes, beschauliches Leben in südfranzösischen Nîmes, einer antiken Römerstadt mit Sonne und Flair. Was will frau mehr? Ihr Mann Samuel (Yvan Attal) geht arbeiten, Suzanne hingegen hat ihren Job als Krankengymnastin längst an den Nagel gehängt Nach 15 unspektakulären Ehejahren zwischen Kindererziehung und Wohnungspflege will sie wieder etwas bewirken, und zwar arbeiten, richtig, im beruf, wie einstens. Samuel engagiert indes einen Schwarzarbeiter, der den Schuppen auf ihrem Anwesen als Praxis etablieren soll. So begegnet die arrivierte Ehefrau dem windhündischen spanischen Arbeiter Ivan (Sergi Lopez), der sich nur durch Gelegenheits-Arbeiten über Wasser hält und sich bisweilen auch hinter schwedischen Gardinen eine unfreiwillige Auszeit gönnt. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander, sie nähern sich an und- ddas Liebesdrama nimmt seinen fatalen Lauf…
Wieder einmal wurde eine modernisierte Version von Gustave Flauberts Kunst-Figur der Madame Bovary verfilmt, aber in diesem falle packend, traurig und dramatisch zugleich, und das liegt hier nicht zuletzt an den emphatisch aufspielenden Protagonisten. Vor allem einer, nämlich Thomas, die auch aus der Enge der Ehe und den Konventionen der Norm ausbricht, wunderbar interpretiert von einer Frau, die ihr Fach versteht: Die Britin Kristin Scott Thomas wurde mit dem Drama über Nacht zum Geheimtipp und baute ihre Wandlungsfähigkeit in „Der Pferdeflüsterer" oder "Gosford Park" authentisch und präsent aus. Ihre Darstellung der verzweifelt nach Liebe, Lust und Leidenschaft trachtenden Ehefrau ist nichts entgegenzusetzen. Keine Frage, nicht nur die Damen werden an diesem tragischen Parforceritt in den emotionalen Hades gefallen finden. Ein ewiges Thema, das auch ewig unlösbar bleiben wird, solange die Institution Ehe keinen „Relaunch" erfährt, wie man(n) heuer so schön sagt. Um es im Jargon der Finanzhaie und Anleger zu sagen: Eine Affäre ist wie ein Überbrückungskredit, der ganz schnell eine schwere Hypothek werden kann „Feuer im Herzen bringt Rauch in den Kopf“, lautet ein alter Aphorismus, und hier entstehen dicke Rauchschwaden, denn eine Romanze und/oder Affäre lebt vom. „Eine Romanze lebt vom Wollen und Nichtkönnen“, wie Lisa Fritz es einmal treffend formulierte.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Die Affäre:
Originaltitel: Partir
Land / Jahr: Frankreich 2009
Medien-Typ:
DVD
Bonusmaterial zu Die Affäre:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Extended Scenes
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