Bis nichts mehr bleibt
Schauspieler / Schauspielerinnen in Bis nichts mehr bleibt:
Darsteller:
Robert Atzorn, Kai Wiesinger Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Bis nichts mehr bleibt:
Doch was ist eigentlich das Ziel dieser Sekte? Ziel der Scientology-Organisation ist die Erschaffung eines neuen Menschen scientologischer Prägung und einer neuen ausschließlich nach scientologischen Richtlinien funktionierenden Welt. Scientology strebt die Weltherrschaft an. Die Notwendigkeit einer "Scientologisierung" der Gesellschaft wird damit begründet, dass die Welt in ihrer derzeitigen Erscheinungsform zum absoluten Untergang verurteilt sei. Die Errettung liege allein in der Anwendung scientologischer Technologie, womit die Organisation einen Absolutheitsanspruch auf den einzig wahren Heilsweg erhebt. An wen dieses Ziel unwillkürlich erinnert, soll an dieser Stelle mal nicht erläutert werden, da dies Gott sei Dank schon 65 Jahre her ist. Wie dem auch sei, unter Geheimhaltung hat die ARD einen Film über Scientology gedreht. „Bis nichts mehr bleibt", so der Titel, zeigt die Geschichte einer Familie, die an Scientology zerbricht. In den Hauptrollen: Felix Klare, Kai Wiesinger, Robert Atzorn, Suzanne von Borsody. Im Film kämpft der junge Familienvater Frank um das Sorgerecht für seine achtjährige Tochter Sarah. Frank ist ehemaliges Scientology-Mitglied und will Sarah aus den Fängen der Sekte befreien. Die Mutter hingegen ist noch immer eine glühende Verfechterin der scientologischen Lehre. Am Ende des Films entscheidet das Gericht in einem dramatischen Urteil, wo das Kind zukünftig leben darf. Vorbild war der Fall des Hamburger Scientology-Aussteigers Heiner von Rönn, der 2002 und 2003 versuchte, das Sorgerecht für seinen Sohn zu bekommen. Der lebte bis dahin bei seiner Mutter, die bei Scientology geblieben war und den Sohn auf ein Scientology-Internat nach Dänemark schickte. Dennoch muss hier gesagt werden, dass der Film nicht die persönliche Geschichte von Scientology-Aussteiger von Rönn widerspiegelt, auch wenn der Film seinem Leben in vielen Punkten ähnelt. Die Filmemacher haben sich auf die Berichte von mehreren Scientology-Aussteigern und Informanten gestützt und damit eine fiktive Geschichte erzählt, die, laut von Rönn und Scientology-Expertin Caberta, der Realität erschreckend nahe kommt. Auch Scientology scheint die Brisanz des Films erkannt zu haben: Bereits vorab veröffentlichte die Sekte einen Gegenfilm - gezeigt wird er im Internet. Ein wichtiger, mutiger Film, heißt es beim Sender, ein echtes "Event". Mehr als acht Millionen Zuschauer haben den ARD-Film über Scientology eingeschaltet. Die Geschichte wird mitreißend erzählt und wirkt realistisch. Was hier überrascht ist, dass der Film teilweise sogar erstaunlich neutral bleibt, aber dennoch ehrlich und erschreckend aufgezeigt, was Scientology für Gefahren mit sich bringt und vor allem auch welcher Idiotismus hinter all dem „Glauben" steckt. In wieweit die Story allerdings der Wahrheit entspricht, können nur echte Scientology-Aussteiger beurteilen. Die schauspielerischen Leistungen von Felix Klare, Silke Bodenbender und allen anderen Darstellern sind überzeugend, und machen diesen TV-Film zu einen der wenigen Empfehlungen, der heutigen deutschen Fernsehfilme. Die Veröffentlichung auf DVD zeigt den Fernsehfilm, in Sachen Bild (16:9) und Ton (Dolby Digital 5.1), in guten TV-Niveau. An Bonusmaterial gibt es leider nur eine Bildergalerie. Hier hätte man sich gern mehr Extras gewünscht, wie z.B. die seinerzeit anschließende Diskussionsrunde der Frank Plasberg-Sendung „Hart aber fair“. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Bis nichts mehr bleibt, DVD:
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