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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Note by Note - The Making of Steinway:
Der lange Herstellungsprozess eines edlen Musikinstrumentes. Selten gibt es heute noch eine solche Verbindung von Kunst und Handwerk wie bei Steinway & Sons, wo die besten Konzertflügel der Welt hergestellt werden. Andere Klavierbaufirmen haben längst auf maschinelle Massenproduktion umgestellt, hier wird noch alles von Hand gemacht. Ben Niles verfolgt in seinem Dokumentarfilm „Note by Note - The Making of Steinway L1037“ den Herstellungsprozess eines edlen Steinway-Konzertflügels mit 274 cm Länge von den Wäldern Alaskas bis zum Konzertsaal in New York. Real Fiction bringt den mehrfach ausgezeichneten Streifen auf DVD heraus. Kein anderes Musikinstrument wird mit so viel Handarbeit hergestellt. In über 90 Prozent aller Konzertsäle stehen Steinway-Flügel. Keiner klingt wie der andere, jeder hat seinen individuellen Charakter. Im Film sprechen einige bekannte Pianisten aus Klassik und Jazz über die spezielle Beziehung zu „ihrem“ Steinway. Von den über 1000 Klaviermanufakturen zur Blütezeit des Klavierbaus Ende des 18. Jahrhunderts sind heute nur noch wenige übriggeblieben. Bei Steinway hat sich an der Bauweise in den letzten 100 Jahren nichts geändert. Die Jahresproduktion beträgt 2000 Stück, andere Firmen machen 100 an einem Tag. Es dauert über ein Jahr, bis ein Steinway-Konzertflügels mit seinen 12.000 Einzelteilen aus natürlichen Materialien fertiggestellt ist. Das Produkt ist eine Leistung von Idealisten, die sich völlig mit ihrer Arbeit identifizieren. Niles gestaltet seinen Film abwechslungsreich, indem er die Perspektive immer wieder von der oft harten Handarbeit in der Fabrik zu Künstlern wechselt, die in der Vorführhalle fertige Konzertflügel auswählen. Zu Beginn arbeiten zu den Klängen des Rondos aus Beethovens Klaviersonate op. 7 kräftige Männer mit schweren Stemmeisen und Hämmern. Bei den Mitarbeitern in New York, die aus 25 Kulturkreisen kommen, sind Hände, Augen, Herz und Verstand gefordert. Für die meisten von ihnen ist ein Klavier dieser Preisklasse Utopie. Der vorgestellte Konzertflügel wird weit über 100.000 Dollar kosten, wenn er fertig ist. Dennoch fühlen sie sich wohl hier, einige sind schon über 40 Jahre dabei. Erfahrung und Wissen geben sie an die nächste Generation weiter, um so die Qualität dieser Handwerkskunst zu erhalten. Sie besteht aus einer Mischung von körperlich schwerer Arbeit und Feingefühl, wenn es um die Genauigkeit von Millimeterbruchteilen geht. Arbeiter, die schon länger dabei sind, berichten, dass es heute nicht einfach ist, sowohl gute Hölzer (Walnuss, Ebenholz, Mahagoni) als auch gute Tischler zu finden. Denn es wird mehr von ihnen gefordert, als Bretter zusammenzunageln. Nachdem das Gehäuse gebogen und seine Form gefestigt ist, wird die metallische Platte gefühlvoll mit der Hand eingepasst. Einbau des Resonanzbodens und Einkerben des Stegs erfordern Kraft und viel Gespür, das genauer ist als Messgeräte. Die Holzqualität des Resonanzbodens entscheidet über den Klang. Beim Aufziehen der Saiten entsteht ein enormer Druck. Sie brauchen ein Spiel von neun Millimeter, damit der Resonanzboden frei schwingen kann. Beim Einbau der Hämmer muss darauf geachtet werden, dass sie richtig auf die Saiten treffen. Die richtige Feinabstimmung der Mechanik bewirkt, dass sie auf jeden individuellen Anschlag reagieren kann. Jetzt sind die Spezialisten mit einem sehr feinen Gehör an der Reihe. Nach mehreren Vorstimmprozessen hämmert zunächst eine „Einpaukmaschine“ stundenlang auf die Tasten, damit die Mechanik eingespielt wird. Nach der Fertigstimmung beginnt die letzte Produktionsphase. Feinjustierungen bügeln kleine Unebenheiten aus, damit jede Taste auf derselben Höhe und die Auslösung überall gleich ist. Jeder Pianist schlägt die Tasten anders an, deshalb spielen sich verschiedene Flügel unterschiedlich schwer. Der Fertigintoneur macht schließlich den letzten Schliff am Klang, der durch das Zusammenspiel von Hämmern und Saiten zustande kommt. Für Franz Mohr, den langjährigen Cheftechniker von Steinway in New York und persönlichen Stimmer von Vladimir Horowitz, muss ein guter Flügel viele „Persönlichkeiten“ haben. Klangsensible Künstler wie Pierre-Laurent Aimard wählen je nach Stück verschiedene Instrumente. Für ihn, der ein Repertoire von Bach bis Boulez beherrscht, wäre es schlimm, wenn alle Instrumente gleich klingen würden. Für eine Klaviersonate von Charles Ives hat er sich ein richtiges „Klang-Monster“ ausgewählt. Und Hélène Grimaud, die gerne in der Steinway-Hall-Konzertabteilung Instrumente testet, hat sich gleich in den Flügel mit der Nummer L1037 verliebt und spielt Rachmaninoffs Prélude gis-moll op. 32 Nr. 12 zum Abspann. Im Film wird nicht erwähnt, dass es eine zweite Steinway-Manufaktur in Hamburg gibt. Die hier nach denselben Kriterien und Plänen produzierten Flügel unterscheiden sich in der Rahmenform und Lackierung von den amerikanischen. Durch die etwas unterschiedliche Klangkultur der deutschen und amerikanischen Steinway-Konzertflügel gibt es unter den Pianisten bestimmte Vorlieben. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Note by Note - The Making of Steinway, DVD:
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Weitere Filminfos zu Note by Note - The Making of Steinway: Originaltitel: Note by Note - The Making of Steinway Land / Jahr: USA 2007 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Note by Note - The Making of Steinway:
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