Hörzu präsentiert Heinz Rühmann - Edition 1
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Hörzu präsentiert Heinz Rühmann - Edition 1:
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Heinz Rühmann (1902-1994) ist auch lange nach seinem Tod noch immer der beliebteste und einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler. Seine zeitlosen Filmklassiker werden besonders während der Feiertage in großer Zahl im Fernsehen wiederholt und finden ein begeistertes Publikum bei allen Generationen. In einem langen und erfüllten Leben, das nahezu das gesamte 20. Jahrhundert überdauerte, erfuhr er Höhen und Tiefen, wobei schließlich die positiven Seiten überwogen. Eine neue DVD-Edition von Kinowelt würdigt jetzt Rühmanns beachtliches Lebenswerk. Die Auswahl wurde von Experten der Fernsehillustrierten Hörzu getroffen, denen die Beliebtheit der einzelnen Filme durch die Sehgewohnheiten einer repräsentativen Leserschaft bekannt ist. Leicht war die Auswahl keineswegs, denn Rühmann hat in der langen Zeitspanne von 1926 bis 1993 eine Unmenge produziert, besonders in den 30er-Jahren zum Teil vier Filme im Jahr. Bei dieser Massenproduktion, deren Schöpfungen oft nur zur Ablenkung der Bevölkerung in schwierigen Zeiten dienten, kann nicht alles von höchster Qualität sein. Die für die Edition ausgewählten Filme jedoch gehören zum Besten von Rühmann aus seiner UFA-Zeit und der Nachkriegszeit bis Mitte der 60er Jahre. Ideal geeignet ist diese Edition für die vielen Rühmann-Fans, die seine Filme nach Belieben sehen und nicht bis zur nächsten Wiederholung im Fernsehen warten wollen. Die zwölf Filme sind in vier thematische Boxen aufgeteilt, sodass je nach Vorlieben etwa die Folge mit Rühmann in seinen unnachahmlichen Vaterrollen gewählt werden kann. Die erste Box enthält neben den unverwüstlichen Klassikern „Die Feuerzangenbowle“(1944) und „Der Pauker“ (1958) sogar eine DVD-Premiere, die turbulente Verwechslungskomödie „Wir werden das Kind schon schaukeln“ von 1952. Hier brilliert neben Rühmann, Nadja Tiller und Theo Lingen vor allem Hans Moser mit seiner unnachahmlichen Art als nuschelnder Grantler. Ein Liebesbrief, den dieser als sittenstrenger Mathematiklehrer bei einer Schülerin findet, löst die größten Verwirrungen in drei Familien aus, die erst aufgeklärt werden, als jemand das Datum des Briefes auffällt. Die zweite Box zeigt Rühmann in einer Zeit, in der er nicht mehr nur den ewigen Jungen spielt, der nie richtig erwachsen zu werden scheint. In „Charleys Tante“ (1956) beweist er auch in Frauenkleidern sein urkomisches Talent, begleitet von einer illustren Kollegenschar, darunter seine Ehefrau Hertha Feiler, Paul Hörbiger, Walter Giller und Claus Biederstaedt. An der Seite von Liselotte Pulver spielt Rühmann in „Dr. med. Hiob Prätorius“ von 1965, dem chronologisch letzten Film der Sammlung, einen menschenfreundlichen Mediziner. Die tragikomischen Momente in dem Curt-Goetz-Stück zeigen neben dem humanistischen Aspekt auch Probleme wie Abtreibung oder Todesstrafe. Nicht nur für Rühmann-Fans interessant ist die Dokumentation „Kleiner Mann ganz groß“ von 1994. In einem seiner letzten Interviews erzählt der große Schauspieler von wichtigen Stationen seines Lebens, ergänzt durch Ausschnitte seiner Spielfilme und Dokumentaraufnahmen. Weggefährten wie sein Sohn Peter (geboren 1942) oder der ehemalige Münchner Intendant August Everding verraten weniger bekannte Seiten des Künstlers, dessen Leben keineswegs immer so leicht und locker war, wie er in seinen Rollen wirkte. Erst langsam musste er sich für Theaterengagements vom „Spiel für die Galerie“ zu ernsthaften Rollen hochkämpfen. Weil er relativ klein war, konnte er nicht die starken mannhaften Helden auf der Bühne verkörpern und seine Engagements waren lange Zeit auf das jungenhafte Stehaufmännchen beschränkt. Obwohl er bereits in der Schule eher als Komödiant als durch gute Leistungen auffiel, waren Charaktere als „junggebliebener“ Schüler oder Lehrer lange Zeit sein Markenzeichen. Spätestens mit „Die drei von der Tankstelle“ wurde er zum UFA-Star und musste sich einige Zeit von den Machthabern des dritten Reiches vereinnahmen lassen, um seinen Beruf weiter ausüben zu können. Seine lustige und verschmitzte Art war ideal, um in der Traumfabrik UFA vom Ernst des Lebens abzulenken. Schneller als andere konnte er in der Nachkriegszeit nach einem kurzen Auftrittsverbot seine Karriere fortsetzen und sorgte in der Gründerzeit mit seinen Komödien wieder zur Ablenkung vom Alltag. Im Interview äußert er sich auch zu seiner Fliegerleidenschaft und zu einem kurzen Gastspiel in Hollywood 1965 bei Stanley Kramer. Ab 1968 trat er dann, jetzt endgültig befreit vom Image des ewigen Jünglings oder fürsorglichen Vaters, mehrmals in Theaterverfilmungen im Fernsehen auf. Auch sein alter Traum, noch einmal einen Zirkusclown zu spielen, wurde wahr. Bereits 1955 hatte er diese Rolle in der legendären Schlussszene von „Wenn der Vater mit dem Sohne“ gespielt, als er einen Konzertflügel nach und nach auseinandernahm. Besonders für Kinder geeignet ist die dritte Box der Edition mit diesem Film und zwei weiteren Streifen mit Rühmann als liebevollem Vater, der unversehens zu Kindern kommt: „Hurra! Ich bin Papa!“ (1939) und „Vater sein dagegen sehr“ (1957). Zweimal gibt es einen glücklichen Ausgang und der Papa bekommt am Ende die Kinder und eine Frau dazu. Die letzte Box zeigt Rühmann in eher ernsten Rollen. „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ von 1954 mit der bekannten Ohrwurm-Melodie zeigt ihn neben seinem beliebten Kollegen Hans Albers im Hamburger Hafenmilieu. Die Rolle als Wilhelm Voigt in „Der Hauptmann von Köpenick“ nach Carl Zuckmayer von 1956 unter der Regie von Helmut Käutner zeigt Heinz Rühmann auf der Höhe seiner Kunst als komischen Helden mit ernstem Hintergrund. In einer ähnlichen Rolle, die zwischen Resignation und Starrsinn schwankt, fährt er als Droschkenkutscher in „Der eiserne Gustav“ (1958) nach einer wahren Begebenheit mit seiner Pferdekutsche von Berlin-Wannsee nach Paris, um gegen den Niedergang des Droschkengewerbes und die aufkommende Konkurrenz durch das Auto zu protestieren.
Diese DVD-Sammlung ermöglicht einen gelungenen repräsentativen Überblick der besten Filme mit Heinz Rühmann und bietet für jeden Geschmack etwas. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Einer der besten Schauspieler, die in Deutschland bisher wirkten, wird mit diesem Set Tribut gezollt. Drei ausgewählte Filme werden präsentiert, die deutlich zeigen, das ein guter Schauspieler auch die verschiedensten Rollen ausfüllen kann. Immer dabei, das spitzbübische Lächeln, dass ihn so beliebt bei jungen und älteren Zuschauern so beliebt gemacht hat. Im Set können wir ihn in „Der Hauptmann von Köpenick“, „Dir Med. Hiob Prätorius“ und „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ bewundern. Am verrücktesten ist die Geschichte um den Arzt, die so gut gespielt ist, das man über die Unzulänglichkeiten des Drehbuchs hinwegsieht, denn streng genommen hat der Film keine klare Struktur, dafür sind die anderen beiden Werke nicht nur bekannt, sondern auch gut durchdacht. Für Fans also ein lohnendes Set, das mit einer Bonus-DVD mit einer Biografie gut abgerundet ist.
Bild: Das Bild der Filme ist sehr gut. Richtige Altersschwächen sucht man vergebens. Die Farben sind frisch und auch die Umsetzung auf DVD ist ordentlich. Keine Nachzieheffekte oder andere Macken, auch nicht auf einen 40“ LED. Lediglich die Bonus-DVD kommt nur auf normales Analog-TV-Niveau.
Ton: Hier gibt es nicht viel zu sagen. Er ist deutlich und gut zu verstehn und liegt im Originalformat vor
Ausstattung: Die Verpackung liegt uns leider nicht vor. Die DVD-Menüs sind sehr schlicht gehalten. Bis auf einen sehr guten Kinowelt-Logo in 5.1 gibt es nur ein bescheidenes Startmenü, das den Start des Films zulässt, oder das Auswählen einer Szene im Kapitelmenü. Die Bonus-DVD enthält eine gut gemachte Biografie, die im Rahmen eines TV-Specials schon zu sehen war. Sie zeigt Ausschnitte aus dem letzten Interview vor seinem Tod und ist ein guter Zeitraffer durch das Leben des Künstlers.
Fazit: Ein gut gemachtes Set, das durch drei unterhaltsame Filme und einer Bonus-DVD alles hat, was von einem durchdachten Set erwartet werden darf. Bild und Ton sind angemessen und haben –trotz alter Vorlagen – keine großen Schwächen und können auch problemlos auf modernen HD-Geräten gesehen werden, ohne schlechte Augen zu bekommen. Kurz – Empfehlenswert!
(Detlef Kurtz)
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