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Trailer zum Film
TECHNISCHE DATEN
zu Das Gespenst

RC 2 FSK Freigabe ab 12 Jahren
DVD-Typ: 1 x DVD-9
Medium: DVD
Genre: Klassiker
Bildformat:
16:9 (1.66:1) anamorph
Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital 2.0 Mono
Verpackung: Amaray Case
Anbieter:
Alive AG
EAN-Code:
4042564124651 / 4042564124651
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Das Gespenst

Titel:

Das Gespenst

Label:

Pierrot Le Fou

Regie:

Herbert Achternbusch Herbert Achternbusch Biografie

Laufzeit:
86 Minuten
Genre:
Klassiker
FSK:
ab 12 Jahren
Erscheinung:
27.08.2010

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Inhaltsangabe zu Das Gespenst: Frozen Souls NBA: Dunks - Vol. 1


Achternbuschs 10. Film handelt von einer vom Kreuze herabgestiegenen Heilandsfigur, die im Verein mit einer Nonne erfahren muss, wie schwer es doch ist, mit dem biblischen Vermächtnis einigermaßen weltlich am Leben zu bleiben. Er ist der 42. Herrgott, der 42ste von 41 und von daher schon recht unbedeutend. Ihn zieht es ins Bett dieser Oberin. Teilt er nun schon das Bett mit ihr, so muss er auch für ihren gemeinsamen Lebensunterhalt sorgen. Als Ober einer Oberin scheint es das naheliegendste zu sein, die Gäste der Klosterschänke zu bewirten. Einfach ist dies nicht. Auch die Antworten auf banale Fragen, wie die nach dem Wiener Würstchen: „Wenn der Wein mein Blut ist und das Brot mein Leib, was ist dann das?“, erfährt er nicht. Selbst am idyllischen Teich findet er keine Linderung, kann er doch bekanntermaßen nur auf dem Wasser laufen, aber nicht darin schwimmen. Dieser „Herabgestiegene“ ist naiv und sympathisch, und wie alle „Blasphemie“ ist das keine, sondern ein religiöser Angriff auf selbsternannte Stellvertreter auf Erde. Ein urchristlicher Film. Das Gespenst stammt aus dem Hause Alive AG.

Das Gespenst Trailer ansehen:

Schauspieler / Schauspielerinnen in Das Gespenst:


Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Das Gespenst:
Bayern ist ein landschaftlich schönes Land und gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland. Die Gastfreundschaft der Einheimischen wird geschätzt, hier kann man sich wohlfühlen. Es gibt jedoch im größten deutschen Flächenland zwei Institutionen, mit denen man sich auf keinen Fall anlegen sollte, die CSU und die katholische Kirche. Genau dies hat der urbayerische Universalkünstler Herbert Achternbusch (geboren 1938) öfters getan und damit einige Skandale ausgelöst. Dass er heute außer in Österreich dennoch in seiner Heimat wohnen kann, liegt an den auch in Bayern etwas geänderten Zeiten. Ein mittelgroßes Erdbeben in der katholischen Kirche löste sein 1982 erschienener Film „Das Gespenst“ aus, in dem der Autorenfilmer und Hauptdarsteller Achternbusch in einem bayerischen Kloster als Jesus vom Kreuz herabsteigt und sich in die Äbtissin verliebt. Während seines Fußmarsches trifft er auf zwei erstaunte Polizisten, einige Passanten in der Münchner Innenstadt, den Erzbischof und Leuten vom Land. Wie in seinen anderen Filmen wirken auch hier Laiendarsteller mit und die Szenen scheinen teilweise wie improvisiert. Die Kameraführung wirkt über weite Strecken statisch, oft herrschen Totalen und Halbtotalen vor.

Achternbusch will mit seinen Filmen bewusst gesellschaftliche Tabus brechen. In „Das Gespenst“ ist es besonders die Bigotterie der katholischen Kirche, die er mit provokanten Szenen verdeutlicht. Besonders getroffen hat die Kirchenleute wohl, dass Achternbusch etwas von der Materie versteht. Denn die von ihm verfassten Dialoge, außer dem Bischof sprechen alle mit bayerischem Akzent, zeugen von einer großen Kenntnis der Abläufe im katholisch-christlichen Ritus. Dadurch trifft seine tragikomische Satire die Adressaten an ihrer empfindlichen Stelle. Oberflächlich betrachtet wähnt man sich beim Passionsspiel in Oberammergau, wären da nicht die originellen Dialoge des herabgestiegenen Christus mit seiner geliebten Nonne. Keiner weiß, wie sich Jesus wirklich in der heutigen Welt zurechtfinden würde. Die Fantasie Achternbuschs zeugt von religiöser Erfahrung und großer künstlerischer Kreativität.

Erstmals ist die unzensierte Version dieses Schwarz-Weiß-Films jetzt auf einer Einzel-DVD erschienen. Sie liefert ein glänzendes Zeugnis für die geänderten Zeiten in der Kulturpolitik in den letzten dreißig Jahren. Achternbuschs beabsichtigte Provokation löste einen Proteststurm in der in Bayern bis heute allmächtigen katholischen Kirche aus, die bekannt für ihre doppelbödige Moral und Scheinheiligkeit ist. Wie so oft bei derartigen Satiren verstehen religiös Überzeugte keinen Spaß, wenn es um ihren Glauben geht. Der Hass vieler „Gotteskrieger“ gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen ist ein Beispiel dafür aus jüngerer Zeit. „Das Gespenst“ wurde zunächst verboten, in Österreich offiziell bis heute. Später jedoch verstanden einige Kulturpolitiker die Satire und der Film wurde wieder freigegeben. Einige CSU-Politiker wollten dies jedoch nicht wahrhaben und taten mit ihrer filmpolitischen Wende alles, was sie konnten, um kirchen- und parteikritische Kunstwerke nicht staatlich zu fördern. Leider litten unter dieser Restriktion auch viele andere der Autorenfilmer des neuen deutschen Films. Pech hatte Achternbusch, dass zu Drehbeginn vom FDP-Innenminister 300.000 Mark für das Projekt zugesagt waren, bei Erscheinen jedoch ein CSU-Innenminister in der Regierung war, der die Zahlung der noch ausstehenden Raten von 75.000 Mark verweigerte. Diese öffentlichen Streitigkeiten, die auch viele andere unabhängige Autorenfilmer auf den Plan riefen, brachten dem Film jedoch einen großen Gewinn. Denn jetzt kamen erst recht umso mehr Interessierte in die Kinos und „Das Gespenst“ wurde mit über 150.000 Zuschauern der erfolgreichste Film von Herbert Achternbusch.

Glücklicherweise haben sich die Moralvorstellungen im Lauf der Zeit geändert. Was damals als Blasphemie abgetan, zunächst ganz verboten und dann erst ab 18 Jahren erlaubt war, wird heute von der FSK schon ab 12 Jahren freigegeben. Erst viel später erkannten auch die konservativen bayerischen Kulturpolitiker die künstlerische Leistung ihres Landsmannes und veranstalteten 2008 zu seinem 70. Geburtstag in München verschiedene Retrospektiven seines malerischen und schriftstellerischen Werks. (Johannes Kösegi)


Der bajuwarische Skandal-Autorenfilmer Herbert Achternbusch sorgte mit dieser Film-Groteske für einen handfesten Skandal: Im April 1983 verweigerte die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) die Freigabe des Films. Wie konnte es jemand wagen, gerade im erzkatholischen Bayern, das teilweise gläubiger ist als der heilige Papst, solch eine Verunglimpfung des Herrn auf Zelluloid zu bannen? Nun denn, der Ablehnungsbescheid der FSK wurde in der Revision aufgehoben, das „Machwerk“ freigegeben. Es ging um das „religiöse Empfinden von Zuschauern und um „Blasphemie“: Und die FBW verweigerte dem Bürgerschreck-Gespenst, Achternbusch ihr Prädikat. Aber ausgerechnet die Juroren der Evangelischen Filmarbeit nominierte diese Persiflage zum "Film des Monats" April, 1983. daraufhin war die katholische Kirche mehr als nur verärgert. Der inhaltliche Stein des Anstoßes: Ein lebensgroßer Jesus Christus steigt von seinem Kreuz herab, um durch die bayerische Landesmetropole zu flanieren. Dabei zofft sich der neuzeitliche und urbane Messias mit Passanten, einem Bischoff und den Ordnungshütern. Jesus schuftet dann als Ober in der klostereigenen Kneipe, wo er sich mit besoffenen Polizisten und rabiaten Römern herumschlagen muß. Dagegen ist es angenehmer, mit der Oberin durch Bayern zu spazieren, übers Wasser zu latschen und tiefsinnige theologische Fragen zu erörtern: „Wenn das Brot mein Leib ist und der Wein mein Blut, was ist dann dieses Würstchen?“ Die Umsetzung war natürlich dementsprechend theatralisch statisch, in Schwarzweiß produziert und mit Laiendarstellern besetzt, gemahnt dieses umstrittene Film eher an ein gefilmtes Theaterstück. Delikat, aber mitnichten jedermanns Sache. Keine Frage, des Agent Provokateurs Werk stellte die ominöse und alles entscheidende Frage, wie es wohl dem heiligen Herrn ergehen würde, käme er leibhaftig heute nach München. Der Konflikt mit der Kirche, des Bundesinnenministerium sowie der Staatsanwaltschaft währet noch lange und hinterließ einen dauerhaften, faden Nachgeschmack. Sehr zur Freude atheistischer Cineasten. Und arrivierte Alt-68iger werden sicherlich ihre helle Freude an diesem doch einzigartigen Film haben. Es stellt sich nur die Frage, wie würden die Menschen heute auf den Leibhaftigen reagieren? Wahrscheinlich würden ihn die wenigsten dank ihres Bildungsniveaus erkennen, oder er läge vier Stunden später nach schweren Tritten halbtot im Krankenhaus wenn er nicht sofort in der Münchener U-Bahn Samstag nachts sein Handy, Zigaretten und die Kohle herausgerückt hätte. (Jean Lüdeke)



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Weitere Filminfos zu Das Gespenst:

Land / Jahr: Deutschland 1983
Medien-Typ: DVD


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