Vincent will Meer
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Vincent leidet unter dem Tourette-Syndrom. Unwillkürlich hat er Zuckungen, schneidet Grimassen, stöhnt und flucht mit teils obszönen Worten. Die Symptome treten besonders in Stresssituationen auf, so nach dem Tod seiner alkoholkranken Mutter. Vincents Vater (Heino Ferch), ein ehrgeiziger Lokalpolitiker, der überhaupt kein Verständnis für die Krankheit seines Sohnes hat, bringt ihn kurz darauf in eine psychiatrische Fachklinik. Dort lernt er die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und als Zimmergenossen den unter Zwangsneurosen leidenden Alexander (Johannes Allmayer) kennen. Vincent möchte unbedingt den letzten Willen seiner Mutter erfüllen und das Meer sehen. So flieht er gemeinsam mit Marie und Alexander im gestohlenen Auto der Ärztin Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) mit der Asche seiner Mutter im Gepäck. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, die sie über die Alpen bis nach Italien führen wird. Mittlerweile haben Vincents Vater und Dr. Rose die Verfolgung der Ausbrecher aufgenommen. Obwohl sich die drei Flüchtlinge mit ihren unterschiedlichen Behinderungen oft auf die Nerven gehen, verbindet sie doch das gemeinsame Abenteuer. Vincent erfährt jetzt mit 27 Jahren erstmals, was Freiheit bedeutet und lernt allmählich, seine Krankheit zu akzeptieren. Er verliebt sich in Marie und gewinnt den schwierigen Alexander zum Freund. Die beiden Verfolger erleben unterdessen eine Katastrophe nach der anderen. Durch die Flucht seines Sohnes fürchtet Vincents Vater jetzt in Wahlkampfzeiten um seinen guten Ruf, und Dr. Rose macht sich große Sorge um ihre unberechenbaren Patienten, die mittlerweile endlich das lang ersehnte Meer erreicht haben. Doch jetzt am Strand bei Triest bricht die geschwächte Marie nach einem Herzanfall zusammen und kommt ins Krankenhaus. Zwischenzeitlich haben sich alle gefunden - welch ein Zufall in der großen weiten Welt - und fahren ohne Marie wieder in Richtung Heimat. Unterwegs bittet Vincent seinen Vater, der während der Verfolgungsjagd viel Neues über sich selbst erfahren hat, ihn aussteigen zu lassen. Er will zurück zu Marie gehen, das Ende bleibt offen. Wenn die Geschichte auch ziemlich inhaltsleer und unglaubwürdig erscheint, ist dennoch eine kurzweilige Komödie mit tragischen Elementen herausgekommen. Gelungen ist Regisseur Ralf Huettner („Mondscheintarif“) die schwierige Gratwanderung zwischen Zurschaustellung und einfühlsamer Darstellung von jungen Behinderten, die sich einmal selbst verwirklichen wollen. Besonderes Lob verdienen die jungen Protagonisten, allen voran Florian David Fitz, der mit viel Engagement und realistisch ohne karikierende Überzeichnung einen Tourette-Kranken spielt. Vor allem wegen seines aus Sicht der Charaktere unfreiwilligen Dialogwitzes, der Situationskomik und der schönen alpinen Landschaftsaufnahmen bekam „Vincent will meer“ von der Filmbewertungsstelle das Prädikat „Besonders wertvoll“. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Vincent (Florian David Fitz) will weg! Raus aus der Klinik, in der er lernen sollte, mit seinem Tourette-Syndrom umzugehen. Zusammen mit der magersüchtigen Marie (Karoline Herfurth), die ihn zur Flucht überredet hat, wollen sie im geklauten Auto nach Italien ans Meer. Dumm nur, dass auch Alexander (Johannes Allmayer), der zwangsneurotische Zimmergenosse von Vincent, mit von der Partie ist. Weil er die Flucht verpetzen wollte, müssen Vincent und Marie ihn notgedrungen mitnehmen. Während für die drei Ausreißer eine abenteuerliche Reise beginnt, sind ihnen Vincents Vater (Heino Ferch) und die Psychologin Frau Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) auf den Fersen.
Über die Alpen geht der Roadtrip weiter in Richtung Italien. Obwohl sie sich mit ihren Macken gegenseitig in den Wahnsinn treiben, verbindet die drei doch das gemeinsame Abenteuer. Zum ersten Mal erfährt Vincent, was Freiheit bedeutet. Beinahe kommt er sich normal vor: Er verliebt sich in Marie und zwischen Alexander und ihm entwickelt sich eine unerwartete und lakonische Freundschaft. Der Vater und Dr. Rose schlittern währenddessen von einem Missgeschick ins nächste. Eine turbulente Reise nimmt ihren Lauf... Der DVD-Transfer von VINCENT WILL MEER liegt im Bildformat 2,35:1 auf der DVD vor. Leider ist die Bildqualität selbst für DVD-Verhältnisse nicht sonderlich prickelnd. Vor allem das deutliche Aliasing in Form von kleinen Treppenstufen an Kanten fällt unangenehm auf. Die Schärfe könnte ebenfalls besser sein, wirkt sie doch meist zu soft. Dafür gibt es praktisch kein Rauschen und die Farbwiedergabe erweist sich als annähernd perfekt. Die Kontrastbalance erscheint ausgewogen und weder zu steil noch zu flach. In Sachen Sound wird wahlweise DTS oder Dolby Digital 5.1 angeboten. Erstere Variante klingt etwas lauter, ansonsten halten sich die Unterschiede in Grenzen. Der Mix bietet nur wenige Surround-Effekte oder Tiefenbassaktivitäten, das meiste spielt sich vorne auf einer durchaus lebhaften Front ab, die mit guter Rechts-Links-Direktionalität aufwarten kann. Ambiente sowie Musik werden von hinten unterstützt. Die Dialoge sind bestens zu verstehen und niemals steril, während der Sound generell äußerst satt und breit aus den Boxen schallt. Das Bonusmaterial umfasst einen tollen Audiokommentar mit Regisseur Ralf Huettner, Florian David Fitz und Johannes Allmayer, den es sich zu hören lohnt. Weiterhin gibt es noch kurze Interviews, ein paar Deleted Scenes, einen Blick hinter die Kulissen sowie die bei Highlight üblichen Darstellerinfos in Textform, welche auch im Booklet abgedruckt sind. VINCENT WILL MEER ist eine deutsche Tragik-Komödie von Regisseur Ralf Huettner (DIE MUSTERKNABEN), verpackt als fesches und rasantes Roadmovie. Neben den tragischen Aspekten der Behinderungen oder Krankheiten der drei Protagonisten stehen auch die Beziehungen zueinander und Personen der Umgebung im Mittelpunkt der Handlung. Der Road-Trip an die Adria-Küste dient dabei als das symbolische Ausbrechen der drei aus der Gesellschaft, in der sie als Außenseiter gelten. Vater und Ärztin - beide Verkörperungen der "normalen" Teile der Gesellschaft - versuchen die drei wieder einzufangen und rasen über die Alpen hinterher. Schöne Landschaftsaufnahmen sowie einige humorige Sequenzen lockern VINCENT WILL MEHR deutlich auf, so dass man dem Film doch eher heitere statt tragische Momente abgewinnen kann. Letztere bestimmen vornehmlich den Beginn sowie Schluss des Films. Die Darsteller machen ihre Sache hervorragend. Einziges kleines Manko ist das Alter der Protagonisten und der Darsteller - besonders dem mittlerweile 36-jährigen Florian David Fitz nimmt man die Rolle des jugendlichen Mitt-Zwanzigers optisch nicht wirklich ab. Ansonsten wird dem Zuschauer mit VINCENT WILL MEHR ein wirklich toll erzähltes, tragisch-komisches Roadmovie geboten, das man sich nicht entgehen lassen sollte. (Danny Walch) alle Rezensionen von Danny Walch ...
Florian David Fitz, bekannt aus der TV-Serie „Doktor´s Diary“, zuletzt im Kino in der Erfolgskomödie „Männerherzen“ zu sehen, beeindruckt nun als Tourette-Kranker in dem Film „Vincent will Meer“, wofür der 35-jährige auch selbst das Drehbuch schrieb.
In seinem ersten Drehbuch spielt er die Rolle des trotzig-tapsigen Vincent, der nach dem Tod seiner Mutter von seinem leistungs- und karrieregetriebenen Vater (Heino Ferch) in eine Klinik verfrachtet wird, damit er seine neurologische Krankheit (Tourette-Syndrom) in den Griff bekommt. Dort trifft er auf die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und den von Zwangsneurosen geplagten Alexander (Johannes Allmayer). Doch bevor die Therapie überhaupt beginnt, lässt er sich auch schon von Marie überreden, das Auto ihrer Ärztin zu „leihen“ und nach Italien zu fahren, um den letzten Wunsch von Vincents Mutter, sie wollte immer ans Meer, zu erfüllen. Marie kann so der Klinik und der Zwangsernährung entkommen, und Vincent die Asche seiner Mutter, die er in einer Bonbondose mit sich trägt, im Meer verstreuen. Als Vincents Zimmergenosse Alexander den Plan platzen lassen will, wird er kurzerhand auf den Rücksitz verfrachtet und muss mit. Damit beginnt ein in jeder Hinsicht verrückter Roadtrip, der alle Beteiligten für immer verändert. Fazit: Auch wenn der Plot am ersten Blick nicht sonderlich originell und die Inszenierung von Ralf Hüttner („Voll Normaaal“, „Die Musterknaben“) konventionell daherkommt, so ist es den hervorragenden Dialogen und der schauspielerischen Leistungen des Ensembles zu verdanken das „Vincent will Meer" mehr ist als erwartet. Zunächst wirkt der Film nämlich wie eine Ansammlung wenig glaubwürdiger Klischees. Doch mit zunehmender Laufzeit entwickelt das Ausreißer-Trio eine Spielfreude, der man sich nur schwer entziehen kann und mit der das Ensemble seine Figuren zumindest weitestgehend von ihrer stereotypen Zeichnung befreit. Kurz und gut, „Vincent will Meer“ ist ein rundum gelungenes, tragikomisches Roadmovie, über Freundschaft, Freiheit und Liebe, das mitten ins Herz trifft. Zur DVD: Das Widescreen-Bild (1.85:1 – anamorph) des Films auf DVD punktet mit ausgezeichneter Schärfe und angenehmen Farbwerten. Der Ton in Dolby Digital 5.1 kann auch überzeugen. Zusätzlich gibt es noch einen optionalen Untertitel. Als Extras gibt es ein Making of samt Blick hinter die Kulissen, Interviews, geschnittene Szenen und Darsteller-Infos. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Zu bundesweiter Popularität brachte es Florian David Fitz mit der RTL-Hitserie „Doctor’s Diary“, in der er eine der charismatischen Hauptrollen verkörpert. Mit diesem Quotenerfolg im Rücken ist es ihm sicherlich um Einiges leichter gefallen, sein erstes Drehbuch an den Mann zu bringen. In „vincent will meer“ beschäftigt er sich mit einem jungen Mann, der unter dem Tourette-Syndrom leidet und deswegen nach dem Tod der Mutter vom Vater in ein Heim abgeschoben wird. Florian David Fitz hat die fordernde Hauptrolle gleich selbst übernommen und meistert sie trotz zahlreicher Fallstricke im selbstverfassten Drehbuch weitgehend überzeugend. Die Geschichte sieht nämlich vor, dass sich Vincent mit zwei weiteren Außenseitern daran macht, sich und seiner verstorbenen Mutter einen Traum zu erfüllen. Mit der Asche in einer großen Bonbondose kapert der unter unkontrollierbaren Ticks leidende junge Mann gemeinsam mit dem Zwangsneurotiker Alex (Johannes Allmayer) und der Anorexikerin Marie (Karoline Herfurth) den Saab ihrer Ärztin und macht sich auf eine Reise nach Italien. Unterwegs kommen sich die Einzelgänger näher und zwischen Vincent und Marie entspinnt sich sogar eine zaghafte Liebesgeschichte.
Als originell kann man dieses Debütdrehbuch leider wahrlich nicht bezeichnen, selbst wenn es bislang ziemlich wenige Spielfilme gibt, die sich mit dem Tourette-Syndrom beschäftigen. Der größte Makel liegt dann auch darin, dass die Krankheit im Laufe der Handlung immer mehr zum schmückenden Beiwerk verkommt und man sich den eigentlichen Problemen der jungen Menschen nicht mit dem gebotenen Respekt annimmt. Irgendwann wird der Road-Movie-Charakter oder der Coming-of-Age-Hintergrund wichtiger, was den Stoff dann seiner Individualität beraubt. Zugute halten kann man dem Film andererseits, dass er kurzweilig in Szene gesetzt und von den fünf zentralen Darstellern überzeugend verkörpert ist. Fans des TV-Arztes werden sich dessen Filmausflug also sicherlich nicht entgehen lassen.
(Frank Brenner)
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