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Schauspieler / Schauspielerinnen in Mörderischer Norden - Die ZDF-Krimireihe:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Mörderischer Norden - Die ZDF-Krimireihe:
Fünf spannende Fälle in der norddeutschen Provinz. Man kennt sie von manchen Tatort-Folgen mit den Kommissaren Finke oder Lindholm, die wortkargen Bewohner der norddeutschen Provinz, die den Ermittlern das Leben schwermachen. Die Fälle in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeigen aber auch eine schöne, beschauliche Landschaft mit ihren Reizen: Dünen, das Watt, Leuchttürme und Backsteinhäuser mit Fachwerk und Walmdächern. Das ZDF, seit vielen Jahren mit Serienkrimis auf das Münchner Nobelvorort Grünwald und das Frankfurter Bahnhofsviertel konzentriert, hat als Kontrastprogramm seit 2003 in loser Folge fünf Krimis gezeigt, die in der norddeutschen Provinz spielen. Nach der Ausstrahlung der letzten Folge „Mörderisches Wespennest“ kommt die Serie jetzt bei Kinowelt in einer 5-DVD-Box heraus. Regie führt der Schweizer Markus Imboden, der auch schon einige Folgen von „Polizeiruf 110“ und „Der Fahnder“ gemacht hat. So ist trotz der Entstehungszeit von acht Jahren für Kontinuität und eine gleichbleibend hohe Qualität gesorgt. Bei der kleinen Schar an exzellenten Darstellern stört nicht, dass manche über die Jahre mehrmals und in verschiedenen Rollen auftreten. Die meiste Präsenz hat ein echtes Nordlicht, der gebürtige Rostocker Hinnerk Schönemann, der in drei Folgen verschiedene Dorfpolizisten und einen Privatdetektiv spielt. Andere bekannte Namen sind Oscar-Preisträger Christoph Waltz, Devid Striesow, Frank Giering, Anna Maria Mühe, Michael Mendl oder Barbara Rudnik. In Nebenrollen wie den Zechbrüdern in der Kneipe fehlt zuweilen ein friesisches Original wie Uwe Dallmeier, der den dortigen Dialekt perfekt beherrscht. Die manchmal melancholische Stimmung der norddeutschen Watt- und Dünenlandschaft wird passend mit tiefen Akkordeonklängen charakterisiert. Die früheren Fälle haben viele Dialoge und sind kammerspielartig inszeniert. Das ändert sich dann in den beiden letzten Folgen mit wilden Verfolgungsjagden, Schlägereien oder Schießereien mit viel Blutvergießen. Scheinbar verkauft sich Action besser, denn nur diese beiden Folgen gibt es auch als Einzelausgaben. Die Filmsprache ist insgesamt der ruhigen flachen Landschaft angepasst. Es gibt kaum schnelle Schnitte, viel Zeit wird Großaufnahmen von Gesichtern gewidmet. „Der Mörder ist unter uns“ (2003) zeigt den Fall des wegen eines Sexualmordes lebenslänglich verurteilten Hans-Werner Gehring (Thomas Schendel), der nach neun Jahren im Gefängnis einen Selbstmordversuch unternimmt. Während seiner Haftzeit gibt es einen weiteren Sexualmord nach dem gleichen Muster. Für ein Wiederaufnahmeverfahren wollen Staatsanwältin Julia Stein (Susanne Schäfer) und der Kriminalpsychologe Martin Bach (Christoph Waltz) den Zusammenhang zwischen beiden Taten herausfinden. Sie vermuten, dass ein anderer beide Morde begangen hat, und finden heraus, dass in der Mordnacht in der Dorfkneipe außer Gehring noch weitere sechs Männer ein Auge auf das Mordopfer hatten. Die beiden Ermittler stoßen mit ihren bohrenden Fragen auf eine Mauer aus Schweigen, Ablehnung und Lügen. Dieser Psychothriller bleibt auch ohne Action und Gewalt spannend bis zum Ende. Ein trauriger Trompeten-Blues eröffnet „Mörderische Erpressung“ (2006). Wie in den anderen Fällen ermitteln hier „einfache“ Dorfpolizisten, Klaus Burck (Hinnerk Schönemann) und seine neue Kollegin Eva Mann (Mira Bartuschek). Nina Krohn wird von ihrer Mutter als vermisst gemeldet und wenig später tot im Waldsee gefunden. Vor ihrem Tod hatte sie mit mehreren Männern Geschlechtsverkehr. Schnell zeigt sich, dass der mächtige Fabrikant Jansen, ein Duzfreund des Bürgermeisters, und seine drei Söhne mit dem Mord zu tun haben. Ein DNA-Test beweist, dass zwei von ihnen mit dem Opfer Geschlechtsverkehr hatten. Burck war der Toten auch nahegestanden und gerät dadurch selbst in Verdacht. Schließlich kommt heraus, dass Nina nicht ermordet wurde, sondern einem Asthmaanfall erlag. Die Brüder können nur wegen sexueller Nötigung belangt werden. In „Der Tote in der Mauer“ (2008) stehen zwei Polizisten im Mittelpunkt. Bei Abbrucharbeiten wird die einzementierte Leiche von Michael Lehmann entdeckt, der seit 16 Jahren verschollen war. Er stand im Verdacht, einen neunjährigen Jungen aus dem Dorf sexuell missbraucht und ermordet zu haben. Damals ermittelte Kommissar Hagen Dudek (Michael Mendl). Jetzt übergibt er seine Dienstgeschäfte an seinen Nachfolger Klaus Wendt (Frank Giering). Die beiden wollen zusammen mit ihrer jungen Kollegin (Anna Maria Mühe) den Fall aufklären. Damit stoßen sie in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe, denn alte Wunden werden aufgestoßen. Bald haben sich die Kommissare gegenseitig im Verdacht und sammeln Indizien, doch ihre DNA-Proben sind negativ. Im Fokus der Ermittlungen stehen nun eineiige Zwillinge (Doppelrolle für Devid Striesow), die sich gegenseitig Alibis beschaffen. Nach einem gewaltsamen Showdown mit vielen Verlierern wird der Fall schließlich aufgeklärt. Einzigartig ist „Mörder auf Amrum“ (2009) in mehrfacher Hinsicht. Er spielt auf einer Insel, Verbrecher können somit nicht so leicht entkommen. Und die Polizei bekommt nicht so einfach Verstärkung vom Festland, wenn es ein Unwetter gibt. In dieser Folge muss sich kein einzelgängerischer Polizist gegen eine verschworene Dorfgemeinschaft durchsetzen. Die Inselbewohner und die Polizisten setzen sich gemeinsam gegen das organisierte Verbrechen zur Wehr. Auftragskiller der Berliner Russenmafia wollen eine Zeugin eines früheren Verbrechens ermorden und schrecken vor nichts zurück. Die vielen Leichen freuen am Ende nur den Inselbestatter. Die Geschichte um Killer, eine illegale Einwanderin, falsche und echte BKA-Ermittler und einer total überforderten und auf sich allein gestellten Inselpolizei wirkt am Ende konstruiert und soll wohl nur Munition für möglichst viele Actionszenen liefern. Im letzten Fall „Mörderisches Wespennest“ (2010) spielt Hinnerk Schönemann den Privatdetektiv Finn Zehender. Er soll nachweisen, dass ein erhängter Bauer keinen Selbstmord begangen hat. Schließlich stellt sich heraus, dass seine Auftraggeberin selbst die Mörderin war und die Lebensversicherung des Opfers kassieren wollte. Wieder ist eine junge unerfahrene Kollegin dabei, die ihren Einsatz schließlich fast mit dem Leben bezahlt. Ihr älterer Kollege ist ziemlich befangen in diesem Fall, denn sein Bruder steckt mitten im örtlichen Korruptionssumpf. Irgendwie hängen alle zusammen in diesem niedersächsischen Dorf. Und so kann schließlich nur ein Außenstehender wie Zehender mit seinem scharfen Verstand und nicht immer ganz legalen Mitteln diesen Fall lösen. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Mörderischer Norden - Die ZDF-Krimireihe, DVD:
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