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Die unendliche Geschichte & Momo (Michael Ende Edition)
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Schauspieler / Schauspielerinnen in Die unendliche Geschichte & Momo (Michael Ende Edition):
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Die unendliche Geschichte & Momo (Michael Ende Edition):
0Frank Brenner2010-11-11In den 80er Jahren war Michael Ende zu einem der erfolgreichsten deutschen Autoren aufgestiegen, seine Romane wurden in knapp 30 Sprachen übersetzt und erzielten Millionenauflagen. Insbesondere „Die unendliche Geschichte“, 1979 erschienen, war zu einem internationalen Phänomen geworden. Deswegen entstand unter großem internationalen Aufwand und der Regie von Wolfgang Petersen 1983 eine Adaption, die ihresgleichen suchte. 60 Millionen DM investierte der junge Produzent Bernd Eichinger für einen Film, der nur mit Erfolg auf dem US-Markt seine astronomischen Produktionskosten wieder einspielen konnte. Deswegen besetzte man die Hauptrollen mit US-Amerikanern und klotzte hinsichtlich der Spezialeffekte – sehr zum Missfallen des geistigen Vaters der Vorlage, Michael Ende. Der wetterte schließlich gegen die Adaption und zog seinen Namen bei der finalen Kinoversion zurück. Dem weltweiten Siegeszug des Films, der die Hollywoodkarriere Wolfgang Petersens einläutete und einen von vielen Hits in der ebenfalls bis heute andauernden Laufbahn Bernd Eichingers darstellte, stand die kritische Haltung des Schriftstellers allerdings kaum im Wege. Entstanden war ein fantastischer deutscher Kinofilm, der sich zwar lediglich in Motiven an den Roman von Michael Ende anlehnte, aber durch ansehnliche handgefertigte Spezialeffekte und gigantischen Aufwand ein technisches Vergnügen allererster Klasse bot. Wenngleich die Schaueffekte überwogen, wurden doch auch im Film die Kritikpunkte Endes deutlich, der die immer phantasieloser werdende Gesellschaft anprangerte und dafür plädierte, der Vorstellungskraft keine Grenzen aufzuerlegen. Im Film muss ein kleiner Junge (Barret Oliver) das Märchenreich Phantásien retten, das vom alles verschlingenden Nichts bedroht wird. Zunächst liest Bastian zwar nur die Geschichte von der Kindlichen Kaiserin (Tami Stronach), vom Indianerjungen Atréju (Noah Hathaway) und dem Glücksdrachen Fuchur auf dem Dachboden seiner Schule, doch mehr und mehr muss er erkennen, dass auch er selbst Teil der Geschichte ist und die Vorstellungskraft des jungen Bücherwurms über das Schicksal eines ganzen Landes entscheiden kann.
„Momo“ entstand als Buch schon einige Jahre vor der „Unendlichen Geschichte“, eine Verfilmung folgte dann aber erst 1986, vermutlich angestachelt durch den Erfolg von Petersens Spektakel. Dieser Film entsprach viel eher den Vorstellungen seines Autors Michael Ende, der hier auch am Drehbuch beteiligt war und einen kleinen selbstironischen Gastauftritt absolvierte. Die Titelheldin Momo (Radost Bokel) ist ein Waisenkind mit Lockenmähne, das die Menschen durch bloßes Zuhören zu Höhenflügen animiert, Streitereien beendet und die Welt liebevoller macht. Damit kommt sie allerdings den Plänen der Zeit-Diebe in die Quere, die die Menschen zu immer mehr Hektik antreiben wollen, damit sie selbst sich von der eingesparten Zeit der Leute am Leben erhalten können. Unter der Leitung des Chefs der Grauen Herren (Armin Mueller-Stahl) versuchen die Zeit-Diebe, Momo unschädlich zu machen. Doch diese erhält Hilfe von Meister Hora (John Huston in seiner letzten Filmrolle), der für alle Menschen die Zeit verwaltet und der Erzfeind der Grauen Herren ist. Michael Endes Parabel von der Hektik unserer Zeit wurde in Johannes Schaafs Inszenierung zu einem bildgewaltigen Märchenfilm. Die Botschaft wird in eindrucksvollen Szenarien vermittelt, die Geschichte von einer tollen internationalen Besetzung gut transportiert. Kurzweilig und intelligent, so sollte Unterhaltung für Kinder (und Erwachsene) sein. Wahrscheinlich durch die Mitwirkung Endes am Drehbuch geht kaum ein Aspekt der Vorlage verloren. Ein zeitloses Märchen, das nichts von seinem Zauber eingebüßt hat.
Die beiden deutschen Kinderfilmklassiker sind nun gemeinsam in einer Michael-Ende-DVD-Edition erschienen. „Die unendliche Geschichte“ enthält dabei ein paar der Extras, die auch schon auf der 2-Disc-Special-Edition des Films von 2003 enthalten waren. Neben dem deutschen Trailer sind dies das Musikvideo „The Neverending Story“ von Limahl und die kritische Dokumentation „60 Millionen für Phantásien“, die Wilhelm Bittorf und Ulli Pfau 1984 für den Südfunk Stuttgart drehten (43 Minuten). Entgegen der Angaben auf dem Cover ist allerdings lediglich die deutsche Synchronfassung enthalten, die englische Originalfassung des Hauptfilms fehlt! Auch „Momo“ hört man auf der zweiten DVD nur auf Deutsch, die englischsprachige Drehfassung fehlt auch hier. Dafür gibt es als Extras die Dokumentation „Zu Besuch bei Michael Ende“ von Heidi Adams, in der man etwas über die Ansichten des Schriftstellers Ende erfährt, den die Journalistin in seinem italienischen Haus Anfang der 80er Jahre besucht hatte. Zusammen mit dem deutschen Kinotrailer entspricht dies dem Bonusmaterial der Erstveröffentlichung des Films bei Kinowelt im Mai 2000.
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In den 80er Jahren war Michael Ende zu einem der erfolgreichsten deutschen Autoren aufgestiegen, seine Romane wurden in knapp 30 Sprachen übersetzt und erzielten Millionenauflagen. Insbesondere „Die unendliche Geschichte“, 1979 erschienen, war zu einem internationalen Phänomen geworden. Deswegen entstand unter großem internationalen Aufwand und der Regie von Wolfgang Petersen 1983 eine Adaption, die ihresgleichen suchte. 60 Millionen DM investierte der junge Produzent Bernd Eichinger für einen Film, der nur mit Erfolg auf dem US-Markt seine astronomischen Produktionskosten wieder einspielen konnte. Deswegen besetzte man die Hauptrollen mit US-Amerikanern und klotzte hinsichtlich der Spezialeffekte – sehr zum Missfallen des geistigen Vaters der Vorlage, Michael Ende. Der wetterte schließlich gegen die Adaption und zog seinen Namen bei der finalen Kinoversion zurück. Dem weltweiten Siegeszug des Films, der die Hollywoodkarriere Wolfgang Petersens einläutete und einen von vielen Hits in der ebenfalls bis heute andauernden Laufbahn Bernd Eichingers darstellte, stand die kritische Haltung des Schriftstellers allerdings kaum im Wege. Entstanden war ein fantastischer deutscher Kinofilm, der sich zwar lediglich in Motiven an den Roman von Michael Ende anlehnte, aber durch ansehnliche handgefertigte Spezialeffekte und gigantischen Aufwand ein technisches Vergnügen allererster Klasse bot. Wenngleich die Schaueffekte überwogen, wurden doch auch im Film die Kritikpunkte Endes deutlich, der die immer phantasieloser werdende Gesellschaft anprangerte und dafür plädierte, der Vorstellungskraft keine Grenzen aufzuerlegen. Im Film muss ein kleiner Junge (Barret Oliver) das Märchenreich Phantásien retten, das vom alles verschlingenden Nichts bedroht wird. Zunächst liest Bastian zwar nur die Geschichte von der Kindlichen Kaiserin (Tami Stronach), vom Indianerjungen Atréju (Noah Hathaway) und dem Glücksdrachen Fuchur auf dem Dachboden seiner Schule, doch mehr und mehr muss er erkennen, dass auch er selbst Teil der Geschichte ist und die Vorstellungskraft des jungen Bücherwurms über das Schicksal eines ganzen Landes entscheiden kann.
„Momo“ entstand als Buch schon einige Jahre vor der „Unendlichen Geschichte“, eine Verfilmung folgte dann aber erst 1986, vermutlich angestachelt durch den Erfolg von Petersens Spektakel. Dieser Film entsprach viel eher den Vorstellungen seines Autors Michael Ende, der hier auch am Drehbuch beteiligt war und einen kleinen selbstironischen Gastauftritt absolvierte. Die Titelheldin Momo (Radost Bokel) ist ein Waisenkind mit Lockenmähne, das die Menschen durch bloßes Zuhören zu Höhenflügen animiert, Streitereien beendet und die Welt liebevoller macht. Damit kommt sie allerdings den Plänen der Zeit-Diebe in die Quere, die die Menschen zu immer mehr Hektik antreiben wollen, damit sie selbst sich von der eingesparten Zeit der Leute am Leben erhalten können. Unter der Leitung des Chefs der Grauen Herren (Armin Mueller-Stahl) versuchen die Zeit-Diebe, Momo unschädlich zu machen. Doch diese erhält Hilfe von Meister Hora (John Huston in seiner letzten Filmrolle), der für alle Menschen die Zeit verwaltet und der Erzfeind der Grauen Herren ist. Michael Endes Parabel von der Hektik unserer Zeit wurde in Johannes Schaafs Inszenierung zu einem bildgewaltigen Märchenfilm. Die Botschaft wird in eindrucksvollen Szenarien vermittelt, die Geschichte von einer tollen internationalen Besetzung gut transportiert. Kurzweilig und intelligent, so sollte Unterhaltung für Kinder (und Erwachsene) sein. Wahrscheinlich durch die Mitwirkung Endes am Drehbuch geht kaum ein Aspekt der Vorlage verloren. Ein zeitloses Märchen, das nichts von seinem Zauber eingebüßt hat.
Die beiden deutschen Kinderfilmklassiker sind nun gemeinsam in einer Michael-Ende-DVD-Edition erschienen. „Die unendliche Geschichte“ enthält dabei ein paar der Extras, die auch schon auf der 2-Disc-Special-Edition des Films von 2003 enthalten waren. Neben dem deutschen Trailer sind dies das Musikvideo „The Neverending Story“ von Limahl und die kritische Dokumentation „60 Millionen für Phantásien“, die Wilhelm Bittorf und Ulli Pfau 1984 für den Südfunk Stuttgart drehten (43 Minuten). Entgegen der Angaben auf dem Cover ist allerdings lediglich die deutsche Synchronfassung enthalten, die englische Originalfassung des Hauptfilms fehlt! Auch „Momo“ hört man auf der zweiten DVD nur auf Deutsch, die englischsprachige Drehfassung fehlt auch hier. Dafür gibt es als Extras die Dokumentation „Zu Besuch bei Michael Ende“ von Heidi Adams, in der man etwas über die Ansichten des Schriftstellers Ende erfährt, den die Journalistin in seinem italienischen Haus Anfang der 80er Jahre besucht hatte. Zusammen mit dem deutschen Kinotrailer entspricht dies dem Bonusmaterial der Erstveröffentlichung des Films bei Kinowelt im Mai 2000.
(Frank Brenner)
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