Ein Stück Heimat zum Sammeln: Die Geierwally
Inhaltsangabe zu Ein Stück Heimat zum Sammeln: Die Geierwally:
Schauspieler / Schauspielerinnen in Ein Stück Heimat zum Sammeln: Die Geierwally:
Darsteller:
Barbara Rütting, Carl Möhner, Heinrich Hauser, Til Kiwe, Maria Hofen, Franz Pfaudler, Helga Neuner, Walter Janssen, Beppo Schwaiger, Siegfried Rauch, Gusti Kreissl, Elinor von Wallerstein, Ernst Reinhold, Anton Färber, Viktor Afritsch, Alwin Emmert, Veronika Fitz, Fred Henning, Franz Loskarn, Ernst R. Müller, Alfons Sailer, Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Ein Stück Heimat zum Sammeln: Die Geierwally:
In den 1950er Jahren lockten Heimatfilme Millionen begeisterter Zuschauerin in die deutschen Kinos. Nach entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren wollte man auf der Leinwand keine ausgebombten Städte mehr sehen, die in den Trümmerfilmen der 40er Jahre vorherrschten. Mit „Grün ist die Heide“ inszenierte Hans Deppe den Prototyp des Heimatfilms und einen der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilme überhaupt. Viele Heimatfilme bedienen sich mancher Eigenarten der Berg- und Operettenfilme, die es schon vor dem Krieg gegeben hatte. Der Begriff Heimat hatte im Nachkriegsdeutschland eine besondere Bedeutung, weil fast 10 Millionen Deutsche von Ostpreußen bis Jugoslawien ihre Heimat verloren hatten. Für sie signalisierten die meist heiteren und positiv gestimmten Filmdramen die Ankunft in ihrem neuen Lebensraum. Schöne Landschaftsaufnahmen in der Lüneburger Heide, am Rhein und besonders in den Bergen wirkten therapeutisch als Trostspender. Als der Wiederaufbau abgeschlossen war, verlor der Heimatfilm zunächst seine Anziehungskraft. Dafür sorgte auch das „Oberhausener Manifest“ von 1962, mit dem einige junge deutsche Filmemacher unter dem Motto „Papas/Opas Kino ist tot“ den Neuen deutschen Film ins Leben riefen. Es waren Vertreter der Nachkriegsgeneration, die als Vorboten der 68er-Bewegung das bestehende System kritisierten und alles anders machen wollten. Der kommerzielle Erfolg um jeden Preis war ihnen nicht so wichtig wie der künstlerische Anspruch. Damit wahrten sie eine typisch deutsche Tradition, nach der niveauvolle Kunst ernst zu sein hat und Heiteres nur der seichten Unterhaltung dient. Dass beides möglich ist, beweist eine Auswahl von zehn Heimatfilmen, die Kinowelt jetzt in der limitierten Reihe „Ein Stück Heimat zum Sammeln“ herausbringt. Jede DVD enthält ein nostalgisches Blechschild mit dem Artwork des gemalten Original-Kinoplakats. Zahlreiche Wiederholungen von Heimatfilmen im Fernsehen und Neuproduktionen wie „Die Schwarzwaldklinik“ oder „Forsthaus Falkenau“ zeigen ihre unverminderte Beliebtheit bis heute. Trotz vieler Anfeindungen durch Kritiker gefallen die in der Sammlung ausgewählten Filme mit solider Handwerksarbeit, einer gelungenen melodramatischen Inszenierung und guten darstellerischen Leistungen. Der Begriff Heimatfilm ist hier weiter gefasst, einige der Filme könnte man auch als Dramen, Komödien oder Musikfilme bezeichnen. Nicht immer ist alles lustig und das Ende glücklich. Die ersten großen Publikumserfolge „Schwarzwaldmädel“ (1950) und „Grün ist die Heide“ (1951) - sie sind nicht in der Sammlung enthalten - führten in der Folge zu vielen Variationen. Neben der Veranschaulichung menschlicher Grundbedürfnisse nach Geborgenheit, Überschaubarkeit und Identität in einer heilen Welt gibt es immer wieder eingefahrene Handlungsklischees wie das Dreiecksverhältnis eines hübschen Landmädchens zwischen bösem Wilderer und bravem Jäger oder den Gegensatz zwischen schlechten Stadtmenschen und gutem Landvolk. Doch es finden sich auch anspruchsvollere Literaturverfilmungen wie Trygve Gulbranssens „Und ewig singen die Wälder“ mit der Fortsetzung „Das Erbe von Björndal“. Die Bilder der Naturlandschaft Norwegens bestimmen dieses archaische Bauerndrama, die zu Herzen gehende Musik von Rolf Wilhelm wirkt noch lange nach. Die besinnlich-melancholische Hauptmelodie zieht sich wie in einer Wagner-Oper leitmotivisch durch die beiden Filme. Sie tritt immer wieder in neuen Varianten auf, mal in Dur, mal in Moll, in verschiedener Orchestrierung und Geschwindigkeit. Tonmalerisch orchestrierte Motive begleiten Ereignisse wie Schlittenfahrt, Holzschlagen, Kampf mit dem Bären oder Naturphänomene wie Fluss oder Wasserfall. Außerdem gibt es typisch nordische Volkstänze wie Halling oder Springar. Ähnlich folkloristisch geht es in „Ich denke oft an Piroschka“ zu, einem der erfolgreichsten Filme Kurt Hoffmanns. Puszta-Romantik, Csárdás und Zigeunermusik prägen die rührende Geschichte des Studenten Andreas (Gunnar Möller), der sich im Ungarn-Urlaub in die kindlich-naive Piroschka (Liselotte Pulver) verliebt, nachdem er lange zwischen ihr und einer anderen Frau schwankte. Das Ende ist nicht glücklich, denn nach seiner Abreise wird er „Piri“ nie mehr sehen. Liselotte Pulver ist auch die Hauptdarstellerin in „Die Zürcher Verlobung“ von Helmut Käutner, der sich im heiteren und ernsten Fach zuhause fühlte. Diese flotte Komödie gefällt durch exzellente Darsteller wie Bernhard Wicki, Paul Hubschmid oder Rudolf Platte und unterschiedliche Schauplätze in großen Städten und idyllischen Berghütten. In „Kohlhiesels Töchter“ glänzt Liselotte Pulver in einer Doppelrolle als Zwillingsschwestern, die derb-böse Susi und die charmant-hübsche Liesel. Ihre Mutter hat vor ihrem Tod verfügt, dass Susi zuerst heiraten muss. Ihr Vater (Heinrich Gretler) gibt eine Hochzeitsanzeige auf, was zu größten Verwirrungen führt. Schließlich finden beide ihre Partner in Dietmar Schönherr und Helmut Schmid. Volkstümliche Musik fürs Gemüt ist in vielen Heimatfilmen von Bedeutung. In „Im weißen Rössl“ spielt der Heldentenor Johannes Heesters einen Rechtsanwalt und jugendlichen Liebhaber im Urlaub am Wolfgangsee. Lustig wird hier der Gegensatz Österreich/Preußen ausgespielt, denn unter den Hotelgästen ist auch ein Berliner mit seiner Tochter. Es gibt drei Männer und drei Frauen, die einiges erleben müssen, bis sie passend zueinander finden. Zwischendurch werden Evergreen-Melodien gesungen und gespielt. Am Schluss tritt sogar der österreichische Kaiser in Erscheinung, der den drei glücklichen Paaren in Erinnerung ruft: „Du glückliches Österreich, heirate!“ „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ zeigt die Eheprobleme eines verarmten Sängers (Willy Fritsch), die schließlich in der Scheidung enden. Interessant ist der erstmalige Auftritt von zwei jungen Schauspielern, die später Weltruhm erlangten, Romy Schneider an der Seite ihrer Mutter Magda und Götz George, der allerdings kaum etwas zu sagen hat. Dieser Film widerlegt das Vorurteil, dass in Heimatfilmen alles eitel Sonnenschein ist, denn hier werden Probleme wie Ehekrach, Scheidung und uneheliche Kinder thematisiert, und ein glückliches Ende bleibt aus. Das ist in „Die Geierwally“ ähnlich, wo es um eine emanzipierte junge Frau auf dem Land in den Bergen geht, die sich gegen eine Zwangsheirat erfolgreich zur Wehr setzt. Barbara Rütting, später für die Grünen im Bayerischen Landtag, zeigte bereits hier, dass sie sich nicht alles gefallen lässt. Dem Landvolk ist sie suspekt, weil sie „mit dem Teufel im Bund“ steht. Sie verkörpert eine moderne Frau, die erobert werden will und ihren Mann stehen kann. Viele der holzschnittartigen Klischees eines Heimatfilms werden in „Der Förster vom Silberwald“ bedient. Mit 28 Millionen Kinobesuchern gehört er zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Kinofilmen überhaupt. Mehr als sonst werden faszinierende Landschafts- und Tieraufnahmen geboten. Murmeltiere, Rehe, Gämsen, Dachse, ein Bär, ein balzender Auerhahn, ein Adler auf Fuchsjagd zeigen den Städtern im Kino, wie schön unberührte Natur sein kann, wenn es keine Wilderer und Holzfäller gäbe. Besonders schlimm ist ein Städter, noch dazu ein abstrakter Künstler, der im Revier wildert. Die obligatorische Dreiecksgeschichte geht bei so schönen Bildern und einer Musik, die stellenweise an Richard Strauss‘ Alpensinfonie erinnert, fast unter. In der Musikkomödie „Immer die Radfahrer“ machen die drei Jugendfreunde Fritz Eilers (Heinz Erhardt), Johannes Büttner (Wolf Albach-Retty) und Ulrich Salandt (Hans-Joachim Kulenkampff) in Erinnerung an ihre Jugendzeit eine Radtour in der schönen Kärntner Gebirgslandschaft. Dabei gibt es viele Missverständnisse, die ihre Frauen eifersüchtig werden lassen. Gesungene Musik heitert die Stimmung auf, am Schluss geraten sie noch in eine Aufführung von Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“. Ihre Erkenntnis nach der Tour: Es ist besser, mit wenig zu leben, als immer mehr zu wollen. Kinowelt gebührt ein großes Lob dafür, dass neben vielen Filmen des deutschen Autorenkinos auch das von vielen „intellektuellen“ Kritikern totgeglaubte Genre des Heimatfilms im Programm gehalten wird. Die beispielhafte Auswahl bietet eine große Vielfalt an Geschichten und Schauplätzen. Als Bonusmaterial gibt es neben Starinfos ein Filmporträt von Kurt Hoffmann und ein Interview mit Joachim Hansen. Außerdem ist bei den beiden Norwegen-Filmen die schöne Filmmusik (etwa 75 Minuten) alleine zu hören. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ... Reminder, PDF-Datenblatt zu dieser DVD:
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Weitere Filminfos: Originaltitel: Die Geierwally Land / Jahr: Deutschland 1956 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten
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Unsere Extras zu dieser DVD:
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