Schrammeln
Schauspieler / Schauspielerinnen in Schrammeln:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Schrammeln:
Vielen Freunden der volkstümlichen Musik aus Wien schlägt das Herz höher, wenn sie den Namen Schrammel hören. Die beiden Brüder Johann und Josef Schrammel machten die nach ihnen benannte „Schrammelmusik“ weit über die Donaumetropole hinaus bekannt. Neben der Strauß-Dynastie waren sie die Aushängeschilder der leichteren Wiener Musik im 19. Jahrhundert. Die ursprüngliche Triobesetzung mit Johann Schrammel (1. Violine), Josef Schrammel (2. Violine) und Anton Strohmeyer (Gitarre) wurde später durch Klarinette oder Akkordeon zum Quartett erweitert. Das Repertoire umfasste volkstümliche Lieder, Walzer, Märsche und Potpourris. Auch „ernste“ Komponisten wie Johannes Brahms oder Arnold Schönberg waren von dieser Musik angetan. Über das Schrammel-Quartett und seine Musik hat Géza von Bolváry 1944 einen Musikfilm gedreht, der die damaligen Filmstars Hans Moser, Paul Hörbiger, Hans Holt und Fritz Imhoff vereint. Kinowelt bringt dieses Juwel einer deutsch-österreichischen Musikkomödie neu auf DVD heraus. Johann Schrammel hält seine Kompositionen nicht reif für Veröffentlichungen und hält sie unter Verschluss. Doch sein Bruder Josef stiehlt die Noten aus der Schublade, fügt Texte hinzu und führt sie zusammen mit Anton Strohmeyer in Wien auf der Straße auf. Das Volk ist begeistert und die Lieder werden zu Schlagern. Der berühmte Musikverleger Haslinger erfährt auch davon und lädt Johann zum Vorspielen ein. Doch zu dessen Verwunderung will er nur die heiteren Stücke, die Josef und Strohmeyer spielen. Es kommt zum Streit um den Musikgeschmack, den schließlich die Sängerin Fiaker-Milli (Marte Harell), auch ein echtes Wiener Original, beilegen kann. Sie bringt die „Schrammeln“ erstmals zum gemeinsamen Auftritt. Aber Musik ist nicht alles in dieser Komödie. Es gibt noch ein Liebesdrama, als sich Josef, der mit Strohmeyers Tochter verlobt ist, in Milli verliebt. Sie wird aber auch von Johann verehrt. Jetzt kommt es zum erneuten Streit zwischen den Brüdern und das Quartett spaltet sich in zwei Duos: Johann und Strohmeyer sowie Josef und Dänzer, was beim Publikum aber nicht ankommt. Milli erfährt von dem ganzen Wirbel um sie erst, als sie von einem Gastspiel aus Budapest zurückkehrt. Sie will keinem den Bräutigam oder die Braut wegnehmen und verlobt sich mit dem Bierbrauer Stelzer. Jetzt versöhnen sich die Brüder wieder und die „Schrammeln“ sind wieder zusammen. Leitmotivisch spinnt sich das Lied „Man ist nur einmal verliebt“ durch den ganzen Film. Für Freunde der gemütvollen Wiener Lieder und Hans-Moser-Fans ist dieser Film ein Muss. Was wie eine unbeschwerte Komödie beginnt, bekommt bald melodramatische Züge. Die DVD ist eine ideale Ergänzung zu der 5-DVD-Box „Die schönsten Musikfilme der 50er Jahre“, die auch bei Kinowelt erschienen ist. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Im Jahr 2011 dürfte es nicht mehr allzu viele Menschen geben, die mit dem Begriff „Schrammeln“ auf den ersten Blick etwas anzufangen wissen. Aber selbst vor rund 70 Jahren, als Regieroutinier Géza von Bolvary („Opernball“, „Rosen in Tirol“) einen Film mit dem gleichnamigen Titel realisierte, stellte er der Handlung eine Texttafel voran, die etwas Licht ins Dunkel brachte. Johann und Josef Schrammel waren Brüder, die 1877 ein Quartett gründeten, mit dem sie selbst komponierte Lieder, Tänze und Märsche spielten, die volkstümlich und deswegen beim breiten Volk sehr beliebt waren. Wie die beiden zu den „Schrammeln“ wurden und wie sehr sie damit das Wienlied geprägt und über die Grenzen des Landes hinaus bekannt gemacht haben, hat von Bolvary in seinem Spielfilm aus dem Jahr 1944 bebildert.
Johann Schrammel (Paul Hörbiger) ist der Komponist, der sich für seine Unterhaltungsmusik eher schämt und sie in der Schublade vermodern lässt. Sein Bruder Josef (Hans Holt), ein talentierter Textdichter, ergreift irgendwann selbst die Initiative, nachdem der Gerichtsvollzieher (Josef Egger) wieder einmal im Haus vorstellig geworden ist. Bei einem Verleger stößt er zunächst ebenfalls auf Ablehnung, weswegen er die Notenblätter auf eigene Kosten drucken lässt und sie singend und musizierend zusammen mit dem Gitarristen Strohmayer (Hans Moser) an den Mann und die Frau bringt. Kurz danach pfeift ganz Wien die Schrammel-Melodien und auch Johann kann sich bald nicht mehr vor dem Erfolg verschließen. Schwierig wird die Situation allerdings, als beide Brüder ein Auge auf die bekannte Sängerin Milli Strubel, genannt Fiakermilli (Marte Harell), werfen und es zu Eifersüchteleien kommt. Mitten in den Kriegswirren des Jahres 1944 tauchte Géza von Bolvary hier ein in das heile Wien des späten 19. Jahrhunderts und erzählte vom Durchbruch eines Volksliedquartetts und ihren Liebeswirren. Das ist natürlich reichlich realitätsfern, hat nach all den Jahrzehnten nun aber wieder zu seiner historischen Komponente zurückgefunden. Für Wienliebhaber ein netter Zeitvertreib mit guten Darstellern und pischen Gesangseinlagen. Die DVD-Erstveröffentlichung des Filmklassikers bei Kinowelt bietet leider keinerlei Bonusmaterial, Bild und Ton des Werks sind jedoch zufrieden stellend geraten.
(Frank Brenner)
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Weitere Filminfos zu Schrammeln: Originaltitel: Schrammeln Land / Jahr: Deutschland/Österreich 1944 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Schrammeln:
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