Sie befinden sich hier: Home > Kinderfilm > DVD > Erich Kästner: Pünktchen & AntonErich Kästner: Pünktchen & Anton
Schauspieler / Schauspielerinnen in Erich Kästner: Pünktchen & Anton:
Darsteller:
Sabine Eggerth, Maria Eis, Richard Eybner, Hertha Feiler, Peter Feldt, Fritz Friedl, Hugo Gottschlich, Heidemarie Hatheyer, Michael Janisch, Paul Klinger, Josef Menschik, Carl Möhner, Franz Pfaudler, Hans Putz, Annie Rosar, Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Erich Kästner: Pünktchen & Anton:
Klassiker der Kinderliteratur Mit seinen Büchern für Kinder erreichte Erich Kästner (1899-1974) Weltruhm. Spannende Geschichten verbindet er fast unbemerkt mit erzieherischen Tendenzen, wobei der Spaß nie zu kurz kommt. Auf einen erhobenen Zeigefinger verzichtet Kästner, dafür fehlt nicht sein satirisch-ironischer Blick. Früh entdeckte das Medium Film den hohen Wert von Kästners Kinderliteratur als ideales Vergnügen für die ganze Familie. Einige von Kästners Bestsellern wurden mehrmals verfilmt. Die früheren Verfilmungen sind am meisten authentisch, denn der Autor hat dabei noch selbst mit Rat und Tat zur Seite gestanden. MFA+ Film Distribution bringt jetzt im Vertrieb von Universum Film neun dieser Kinderfilmklassiker aus den Jahren 1931 bis 1969 neu digital restauriert auf DVD heraus. Besonders bei den Filmen, die in zwei verschiedenen Versionen enthalten sind, wie „Emil und die Detektive“ und „Das fliegende Klassenzimmer“, empfiehlt sich der Vergleich der Buchvorlage mit den filmischen Umsetzungen. Von einigen kamen später noch weitere Verfilmungen heraus, die sich aber immer weiter vom Original entfernten und wahrscheinlich vom Autor nicht mehr so gut geheißen würden, weil hier der Zeitgeist oft wichtiger ist als die für Kästner typische zeitlose Gültigkeit. Die neun Filme bieten als Extras Informationen zu den Darstellern und die von den Buchtiteln übernommenen Illustrationen auf den Wendecovers. Kästners erfolgreichstes Buch „Emil und die Detektive“ wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und ist ein Klassiker der Kinderliteratur. Die erste Verfilmung als frühester Film aus dieser Reihe stammt von 1931. Der spätere Hollywood-Meisterregisseur und Komödienspezialist Billy Wilder schrieb das Drehbuch. Unter der Regie von Gerhard Lamprecht spielen UFA-Stars wie Fritz Rasp und Käthe Haack neben einer begeisterungsfähigen Schar junger Darsteller. Emil Tischbein fährt in den Ferien im Zug zu seiner Großmutter nach Berlin. Hierbei stielt ihm Herr Grundeis das gesamte Geld, nachdem er ihn mit präparierten Bonbons betäubt hat. In Berlin bemerkt Emil den Schwindel. Bei der Verfolgung des Diebes helfen ihm Gustav mit der Hupe und dessen Freunde. Einige Szenen wurden noch als Stummfilm gedreht und erst später mit Ton unterlegt. Erich Kästner selbst hat einen kleinen Auftritt in der Straßenbahn. Das Remake dieser Geschichte von 1954 als Farbfilm unter der Regie von Robert A. Stemmle hält sich wieder an das Originaldrehbuch Billy Wilders. Doch fast 25 Jahre später hat sich die Kulisse Berlin ziemlich verändert. Aus der einstigen Metropole ist nach dem Krieg eine geteilte Stadt geworden. Emil reist jetzt mit dem Interzonenzug an. Und die Detektive nennen sich „Chefs von Scotland Yard“. Die authentischen Bilder des Berlins der 50er Jahre bieten nebenbei eine Dokumentation über den Zustand der Stadt noch vor dem Mauerbau. Die negativen Folgen einer Scheidung für die Kinder und deren unbedingter Wille, ihre Eltern wieder zusammenzubringen, ist wohl kaum schöner beschrieben worden als in „Das doppelte Lottchen“. Allein der Originalkommentar von Erich Kästner bleibt unübertroffen. Wie so oft ist deshalb die erste Verfilmung von 1950 bis heute die beste. Unter der Regie von Josef von Baky spielen Jutta und Isa Günther, Antje Weisgerber und Peter Mosbacher. Groß ist der Schrecken, als sich die Zwillinge Luise und Lotte in einem Ferienheim zum ersten Mal begegnen. Mit ihren Eltern trennten sich auch ihre Wege und sie wussten nicht, dass sie Geschwister haben. Sie haben einen originellen Plan. Nach den Ferien tauschen sie ihre Rollen. Lotte fährt als Luise zum Vater nach Wien, und Luise fährt als Lotte zur Mutter nach München. Ein lustiges Verwirrspiel beginnt. Am Ende haben die Schwestern ihr Ziel erreicht, ihre Eltern wieder zusammenzubringen. Auf amüsante Weise dreht Kästner hier den Spieß um, wenn er Kinder ihre Eltern zur Vernunft bringen lässt. Um ein ähnliches vermisstes Familienglück mit gutem Ausgang geht es im Roman „Pünktchen und Anton“, der 1953 von Thomas Engel mit Hertha Feiler und Paul Klinger verfilmt wurde. Kästner will die Kinder darauf hinweisen, dass es soziale Ungerechtigkeit gibt und was man dagegen tun kann. Die beiden Freunde Pünktchen und Anton kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Pünktchens Eltern sind sehr reich, während der arme Anton sich um seine Mutter kümmern muss. Um seiner Mutter einen Erholungsurlaub im Gebirge zu finanzieren, verkaufen die beiden Streichhölzer, die Pünktchen zuhause stibitzt hat. Nebenbei können sie auch noch einen Einbruch auf die Fabrik von Pünktchens Vater verhindern. Der Film ist eine lustige Familienunterhaltung ohne die sozialkritische Schärfe und den pädagogischen Hintersinn des Buches. Auch bei „Das fliegende Klassenzimmer“ ist die Erstverfilmung von Kurt Hoffmann (1954) mit Erich Kästner als Drehbuchautor und Erzähler später unerreicht geblieben. Dafür sorgen die Darsteller Paul Dahlke, Paul Klinger, Erich Ponto oder Peter Kraus in seiner ersten Filmrolle. Die Tertianer eines Internats stehen auf Kriegsfuß mit den Schülern einer Realschule. Der beliebte Lehrer erzählt der Klasse von seinen eigenen Internatserlebnissen und begegnet nebenbei einem ehemaligen Klassenfreund. Der Film vermeidet unnötige Belehrungen und will zeigen, dass Schule auch Spaß machen kann. Die Neuverfilmung in Farbe von 1973 unter der Regie von Werner Jacobs mit Joachim Fuchsberger, Heinz Reincke und Bernd Herzsprung spielt in einem Internat in Bamberg. Interessant sind die Vergleiche der zeittypischen Eigenarten wie Moden und Frisuren zwischen den 50er- und 70er Jahren. Schon der Auftakt in einem Flugzeug zeigt in der späteren Version die neue Mobilität in einer Welt der kurzen Wege. 1957 verfilmte Kurt Hoffmann Kästners Roman „Der kleine Grenzverkehr“ unter dem Titel „Salzburger Geschichten“. Die Hauptrollen spielen Marianne Koch und Paul Hubschmid. In den 30er Jahren durfte man kein Geld bei sich haben, wenn man von Deutschland nach Österreich einreisen wollte. Das gilt auch für den wohlhabenden Georg, der wegen der Salzburger Festspiele täglich die Grenze passiert. Als er in einem Café die Rechnung nicht bezahlen kann, hilft ihm das Stubenmädchen aus. Georg verliebt sich in sie, muss aber bald erfahren, dass sie sich nur als Dienstpersonal auf dem väterlichen Schloss ausgibt, um ihrem Vater, einem Komödienautor, bei seinen Situationsstudien zu helfen. Der Film bringt viele schöne Ansichten von Salzburg und passend dazu Musik aus Mozarts „Don Giovanni“ und Ausschnitte aus von Hofmannsthals „Jedermann“. Kästners Roman „Zu treuen Händen“ verfilmte Kurt Hoffmann 1963 unter dem Titel „Liebe will gelernt sein“. Götz George spielt den jungen Medizinstudenten Hansgeorg. Seine Mutter ist etwas in Sorge, weil er sich überhaupt nicht für Frauen interessiert. Sie schickt ihn deshalb nach München zu ihrem Bruder, der Hansgeorg auf die Sprünge helfen soll. Der ist jedoch alles andere als unerfahren. Zur Verblüffung aller stellt er seinen zweijährigen Sohn und die dazugehörige Mutter vor. Nebenbei kann Hansgeorg noch seine Mutter verkuppeln. Bereits in diesem frühen Film kann Götz George seine große Anziehungskraft auf das „schwache“ Geschlecht beweisen, was bis in seine Schimanski-Jahre und darüber hinaus zu seinem Markenzeichen wird. Der jüngste Film der Sammlung ist der Zeichentrickfilm „Die Konferenz der Tiere“ (1969) von Curt Linda. Kästner schrieb diese Fabel 1949 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs als einen Appell für den Frieden. Die Repräsentanten der verschiedenen Tiergattungen kommen zu einer Konferenz zusammen. Sie überlegen, was gegen die machtbesessenen und kriegerischen Menschen unternommen werden kann. Ihr Friedensappell an die Menschen wird jedoch nicht erhört. Da greifen die Tiere zu einem drastischen Mittel und entführen alle Kinder, weil die unter Kriegen am meisten leiden. Die Tiere behalten die Kinder, bis die Staatsmänner einen Vertrag unterzeichnen, in dem festgehalten wird, dass alle Waffen und Militärs auf der Welt abgeschafft werden. Wieder ist es Kästner gelungen, auf amüsante und satirische Weise ein ernstes Thema vorzustellen. Die Tiere müssen den verantwortungslosen Menschen den rechten Weg weisen, damit sie nicht die Zukunft ihrer Kinder gefährden. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Erich Kästner: Pünktchen & Anton, DVD:
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Weitere Filminfos zu Erich Kästner: Pünktchen & Anton: Originaltitel: Pünktchen und Anton Land / Jahr: Deutschland 1953 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Erich Kästner: Pünktchen & Anton:
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