Der grosse Crash - Margin Call
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Darsteller:
Demi Moore Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Der grosse Crash - Margin Call:
Wall Street 2008: Obwohl bisher nur wenige Anzeichen vor einer bevorstehenden Finanzkrise warnen, gibt es gewaltige Einschnitte in der Risiko-Abteilung einer New Yorker Investmentfirma. Dort wird neben 80 Prozent der Mitarbeiter auch gleich Risikomanager Eric Dale entlassen. Kurz vor seinem Abgang vertraut Dale dem befreundeten Mitarbeiter Peter Sullivan einen USB-Stick mit seriösen Informationen an. Dieser überarbeitet und überprüft aus Neugier die sich auf dem Stick befindlichen Daten und entdeckt schließlich, dass seine Firma kurz vor dem wirtschaftlichen Bankrott steht. Sofort benachrichtigt er einen Kollegen und seinen Chef, der wiederrum seinen Vorgesetzten alarmiert, bis kurzerhand die Konzernführung inklusive CEO die Weichen für eine Rettungsaktion stellt, die aber nur dem eigenen Überleben der Firma ohne Rücksicht auf Verluste dient. Regisseur Chandor wählt trotz Themenüberschneidungen einen komplett anderen Ansatz als Stone, um Film und Finanzkrise zusammenzuführen. Seine Broker und Finanzjongleure sind nicht mit Douglas diabolischer Paraderolle Gorden Gekko gleichzustellen. Insgesamt legt „Margin Call“ sein Hauptaugenmerk mehr darauf, Strukturen und Mechanismen der Finanzwelt, sowie die entscheidenden Rollen der Verantwortlichen kurz vor der Katastrophe, offen zu legen, als kritische Töne zu schwingen. Was mit dem Entlassen von Mitarbeitern beginnt endet in einem Wettlauf gegen die Zeit, um das eigene Überleben zu sichern. Jedem Beteiligten ist bewusst, dass es darum geht, zuerst das sinkende Schiff zu verlassen – ohne Rücksicht auf Verluste. Trotz dieses moralischen Dilemmas drückt Chandor „Margin Call“ und seinen Figuren keinen schwarz-weißen Stempel auf, sondern vermeidet durch neutrale Betrachtung des Geschehens geschickt eine einseitige Sichtweise. Neben durchkonstruierten Dialogen und einem klugen Drehbuch stellt vor allem das beachtliche Ensemble das Herzstück des lediglich 3,5 Millionen Dollar teuren Films dar. Kevin Spacy läuft zur Höchstform auf und fungiert als wichtiger Charakter, um „Margin Call“ einen doppelten Boden verleihen. Paul Bettany bekommt nach seinen letzten enttäuschenden Auftritten in „Legion“ und „Priest“ die Möglichkeit sein tatsächliches Können auszuspielen und frischgebackener Spock-Darsteller Zachary Quinto überzeugt als Sympathieträger unter den abgehärteten Analysten. Jeremy Irons erweist sich als Idealbesetzung für die Rolle des eiskalten CEOs, genauso, wie „Mentalist“-Star Simon Baker, der eine Stufe tiefer unter der Fuchtel des geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes versucht, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Stanley Tucci meistert seinen Kurzauftritt charismatisch und Penn Badgley sorgt dafür, dass die eigenen Zukunftsängste ebenfalls eine Rolle spielen. Chandors Inszenierungsstil ist eindeutig noch nicht ausgereift, aber vorerst reichen die einfachen Bilder, die ohne große Innovationen auskommen müssen. Dieser kleine Makel mindert das Sehvergnügen allerdings keinesfalls. Sogar im Gegenteil: Dank zurückhaltender Inszenierung besinnt man sich in „Margin Call“ auf die richtigen Schwerpunkte und bedient die vielen Figuren mit ausgewogener Screentime. Das Drehbuch ist so gut arrangiert, dass weder Langweile, noch Durcheinander trotz des anstehenden Chaos, aufkommt. Selbst der benutzte Finanzjargon trägt mehr zu Authentizität des Thrillers bei, als dass er sich als verwirrend herausstellt. All diese Raffinessen, die Chandor in das Skript eingebaut hat, ergeben im Zusammenspiel mit dem Ensemble und dem minimalen Musikeinsatz ein hervorragendes Geflecht zwischen spürbarer Anspannung und beklemmender Finanzatmosphäre, das mit dem abrupten Ende einen perfekten Ausgang findet. Im Gegensatz zu Stones „Wall Street“-Sequel ist „Margin Call“ die aufklärerische, spannendere und um einiges genialere Variante zum Thema Finanzkrise. Regisseur Chadon bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren und eine noch bessere Besetzung für diese, um die schwerwiegenden moralischen Fragen und deren folgenreiche Entscheidungen spürbar auf die Leinwand zu übertragen. Ein anziehender Finanz-Thriller mit beeindruckendem Drehbuch und hochdekoriertem Ensemble. (Matthias Hopf) alle Rezensionen von Matthias Hopf ...
Die Wall Street ist sicherlich nach wie vor für viele Normalsterbliche ein Buch mit sieben Siegeln. Daran dürften weder die beiden „Wall Street“-Filme von Oliver Stone noch die Finanzkrise des Jahres 2008 und die damit einhergehende weltweite Berichterstattung allzu viel geändert haben. Es ist schon bezeichnend, dass selbst Insider ins Straucheln geraten, wenn sie erklären sollen, was genau eigentlich ein Aktienderivat ist. Nun schickt sich mit J.C. Chandor ein weiterer Regisseur Hollywoods an, uns als Zuschauer die Welt der Banker und der Hochfinanz näher zu bringen. Der Debütfilm des renommierten Werbeclipregisseurs, für den er auch selbst das Drehbuch geschrieben hat und dazu tief in die vertrackte Materie eingetaucht ist, kann vollauf überzeugen und selbst ein Publikum fesseln, das das große Geld nur dem Hörensagen nach kennt und noch nie im Leben eine Aktie besessen hat.
Fast die kompletten 110 Minuten des Films sind an einem einzigen Ort angesiedelt und tragen sich innerhalb von 24 Stunden zu – ein Kammerspiel in Großraumbüros sozusagen. Einige Unternehmensberater haben an diesem schicksalhaften Tag des Jahres 2008 gerade einen Großteil der Belegschaft fristlos entlassen, unter ihnen auch den Leiter des Risikomanagements der Firma, Eric Dale (Stanley Tucci). Dieser war aber gerade an einer überaus heiklen Sache dran, die er vor seinem endgültigen Abgang gerade noch in die Hände seines Mitarbeiters Peter (Zachary Quinto) übergeben kann. Der rechnet weiter und stößt dabei auf Unfassbares. Die seit 107 Jahre existierende Firma, die Aktienpakete kauft und verkauft, steht kurz vor einem Kollaps. In einer Nacht- und Nebelaktion werden sämtliche Verantwortliche (unter ihnen Kevin Spacey, Demi Moore und Jeremy Irons) zusammengetrommelt, um eine Lösung aus der Misere zu erörtern. J.C. Chandors exzellentes, Oscar-nominiertes Drehbuch folgt einer grandiosen Dramaturgie, an der man gefesselt dran bleibt, auch wenn die Thematik bis zu einem gewissen Grad abstrakt bleiben muss. Nichtsdestotrotz entwickelt der Debütfilmer daraus eine gehörige Spannung, die einen umso mehr gefangen nimmt, da man ihre Folgen nur zu genau kennt: den Finanzkollaps des Jahres 2008. Mit Hilfe von Chandors Figurenensemble, das unterschiedliche Generationen und unterschiedliche Gehaltsklassen abdeckt, kann man ein Stückweit hinter die Kulissen dieser Katastrophe blicken und vielleicht auch sein eigenes Bild von den skrupellosen und über Leichen gehenden Bankern etwas differenzieren. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang ein Statement des Firmenbosses (gespielt von Jeremy Irons), der von den ganzen Vorgängen die wenigste Ahnung hat, dafür aber das meiste Geld einstreicht und den Motor unbedingt am Laufen halten will. Er bittet seine Mitarbeiter, ihm die Vorkommnisse so zu schildern, als ob sie mit einem Kind sprechen würden. J.C. Chandor ist es mit „Margin Call“ ebenfalls geglückt, die Abläufe in der Hochfinanz auch für Unbedarfte transparenter zu machen. Die DVD-Ausgabe des Films kommt schon sehr dicht an das BluRay-Erleben heran: Das Bild ist im 16:9-Format für DVD-Verhältnisse hervorragend ausgefallen, den deutschen Ton gibt es sogar in DTS, daneben genau wie den Originalton auch noch im Dolby Digital 5.1-Format. Neben optionalen deutschen Untertiteln und einem Audiokommentar von Regisseur Chandor und seinem Produzenten Neal Dodson finden sich noch eine ganze Reihe kleinerer Extras. Zwei entfallene Szenen (zusammen 4 Minuten) kann man sich wahlweise auch mit Audiokommentar ansehen, ein kleines 6minütiges Making Of und einminütiges Behind-the-Scenes-Material ermöglichen einen sehr knappen Blick hinter die Kulissen. Informativer ist da schon ein 19minütiges Interview mit Regisseur J.C. Chandor. Eine recht umfangreiche animierte Fotogalerie und der deutsche und amerikanische Kinotrailer runden das Bonusmaterial ab. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Der grosse Crash - Margin Call, DVD:
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Weitere Filminfos zu Der grosse Crash - Margin Call: Originaltitel: Margin Call Land / Jahr: USA 2011 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Der grosse Crash - Margin Call:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews, Audiokommentar mit Regisseur JC Chandor und Produzent Neal Dodson, Hinter den Kulissen, entfallene Szenen
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