Winterschläfer
Schauspieler / Schauspielerinnen in Winterschläfer:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Winterschläfer:
Premiere von „Drei“ - „Lola rennt“ erstmals auf Blu-ray Disc. Der 1965 in Wuppertal geborene Filmregisseur Tom Tykwer zählt zu den kreativsten Köpfen seiner Generation. Nachdem er an vielen Filmhochschulen abgelehnt wurde, schafft es der Autodidakt, dem deutschen Kino, das sich nach einer abebbenden Erfolgswelle in den 90er Jahren in der Krise befand, neue Impulse zu geben. In der Tradition der Autorenfilmer schreibt er seine Drehbücher fast immer selbst. Mit seiner Produktionsfirma „X Filme Creative Pool“ gelingt ihm eine ideale Verbindung von Kunst und Kommerz. Viele seiner erfolgreichen Filme entstehen mit einem gut eingespielten Mitarbeiterstab. Warner Bros. bringt jetzt vier der besten Filme von Tom Tykwer heraus. Darunter ist die Premiere von „Drei“ (2010) und „Lola rennt“ (1998) erstmals auf Blu-ray Disc. Alle Filme bieten als Bonusmaterial ein Making-of und die meisten Audiokommentare von Tom Tykwer und anderen. Nach ersten Erfolgen mit Kurzfilmen bei der Berlinale und den Hofer Filmtagen wird „Die tödliche Maria“ im Auftrag des ZDF Tykwers erster Langfilm. In einer Mischung aus Melodram und Horrorfilm zeigt er ein Drama um die kleinbürgerliche Hausfrau Maria (Nina Petri), angereichert mit Bildern von Magie und Traum. Ausgebeutet von einem lieblosen Ehemann und einem herrischen Vater (Josef Bierbichler) verliebt sie sich eines Tages in einen Nachbarn. Was zunächst wie ein wunderbares Erlebnis scheint, wird zu einem Albtraum. Beim Sturz aus einem Fenster begräbt sie den Geliebten unter sich und bestätigt somit ihren Ruf als Todbringerin. Bereits hier zeigt sich Tykwers typische Bildsprache mit originellen Einfällen und ungewöhnliche Blickwinkeln, außerdem seine Konzentration auf zwischenmenschliche Beziehungen und weniger auf Probleme von Politik und Gesellschaft. In „Winterschläfer“ (1997) geht es in einer winterlichen Bergkulisse um Beziehungskonflikte mit zwei Paaren und einem Bauern (Josef Bierbichler). Jedem dieser fünf Individuen wird eine Farbe zugewiesen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf nach einem Autounfall, der die Handlungsstränge aller Charaktere konzentriert zusammenführt. Der Mythos des Bergwaldes, in dem höhere Mächte herrschen, wird durch die Musik und Montage besonders betont. Neben den üblichen Sex- und Eifersuchtsszenen mit erstklassigen Bühnenschauspielern wie Marie-Lou Sellem und Ulrich Matthes bleibt vor allem Heino Ferchs virtuos inszenierter Sturz in die Tiefe in Erinnerung. Der internationale Durchbruch gelingt Tykwer mit „Lola rennt“ (1998). Ursprünglich als experimenteller Arthaus-Film geplant wird er mit einer neuen Filmästhetik und Elementen von Videoclips und Comics zu einem Meilenstein des deutschen Nachkriegskinos. Lola, gespielt von Tykwers damaliger Lebensgefährtin Franka Potente, hat zwanzig Minuten Zeit, um 100.000 Mark aufzutreiben und ihrem Kleinganoven-Freund Manni (Moritz Bleibtreu) das Leben zu retten. Ein Anruf ist der Startschuss für einen atemberaubenden Lauf quer durch Berlin, geschnitten in kurzen Sequenzen und begleitet von stampfenden Rhythmen. Drei Anläufe braucht Lola, bis sie am Ziel ist, diese Wiederholungen nutzt der Film durch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten wie bei einem Videospiel. Immer wieder gibt es andere Missgeschicke. Allgegenwärtig ist die endlose Dynamik mit viel Tempo, Spannung und überraschenden Varianten. Standbildmontagen schildern wie im Stenogrammstil die Schicksale von Menschen, denen Lola bei ihrem Lauf begegnet. Viele bekannte Schauspieler wie Herbert Knaup, Nina Petri, Armin Rohde, Joachim Król und Heino Ferch haben nur kleine, aber markante Rollen. Die 80 Minuten gehen wie im Flug vorbei. Sechs Deutsche Filmpreise, internationale Anerkennung und Projekte wie „Heaven“ oder „Das Parfum“ waren der Lohn für diese Meisterleistung. Lolas rotgefärbte Mähne wird für viele Frauen eine Zeitlang zur Modefrisur. Nach einigen internationalen Produktionen kehrte Tykwer 2010 mit „Drei“ wieder zu seinen deutschen Wurzeln zurück. Drei Deutsche Filmpreise bekam diese außergewöhnliche bisexuelle Dreiecksgeschichte, die jetzt erstmals auf DVD und Blu-ray Disc erscheint. Wie seinen früheren Filmen spielen neben überzeugenden Darstellern auch Zufall und Schicksal wichtige Rollen. Seit 20 Jahren sind die Journalistin Hanna (Sophie Rois) und der Kunsttechniker Simon (Sebastian Schipper) ein Paar. Sie haben alle Höhen und Tiefen durchlebt, sind kinderlos und noch unverheiratet. Trotz vieler Reibungen und Enttäuschungen verstehen sie sich viel zu gut, um ihre Beziehung leichtfertig zu opfern. Hanna ist Mitglied im Deutschen Ethikrat. Dort lernt sie den Stammzellenforscher Adam Born (Devid Striesow) kennen. Im Park beim Fußball begegnen sie sich wieder, später besuchen sie ein Spiel des 1. FC Union Berlin, danach landet sie in Adams Wohnung schließlich im Bett. Simon lernt im Schwimmbad denselben Adam kennen und später sogar lieben. Heimlich setzen sowohl Hanna als auch Simon ihre Affären mit Adam fort. Keiner der drei Beteiligten ahnt etwas von der Beziehung, die die beiden anderen miteinander führen. Dabei ist Adam kein skrupelloser Verführer, sondern hat viele Interessen und Verpflichtungen: Ex-Frau und Sohn, Fußball, Schwimmen, Segeln, Judo, Chorgesang und Forschung. Zum ersten Mal begegnen sich alle Drei bei einer Ausstellungseröffnung. Irgendwann gestehen sich Hanna und Simon „Es gibt noch einen anderen bei uns beiden“. Doch dass es sich um denselben handelt, erfahren sie erst später: Als Hanna schwanger ist und nicht weiß, von welchem der beiden Männer, will sie es Adam sagen und entdeckt Simon bei ihm im Bett. Hanna flüchtet nach London. Dort ergibt eine Ultraschalluntersuchung, dass sie Zwillinge bekommen wird, die von beiden Männern stammen können. Zurück in Berlin wollen alle Drei ihre Beziehung fortsetzen. Die letzte Einstellung zeigt sie nackt in einem Bett liegend. Wieder ist Tom Tykwer ein bildliches Meisterwerk gelungen. Bereits zu Beginn zeigt eine symbolische Szene den Inhalt in Kürze, als ein Tanzpaar um einen Dritten herumschwingt. Trotz der ungewöhnlichen Konstellation, dass sich ein Paar in denselben Mann verliebt, überlässt der Film die Wertung dem Zuschauer und bringt nicht die typischen Streit- und Eifersuchtsszenen. Das Mythische zeigt sich, als Simons Mutter wie ein Engel in den Himmel entschwebt. Die Figuren in „Drei“ leben „nicht mehr von der Geburt weg, sondern auf den Tod hin“, wie es Tykwer ausdrückt. Deshalb kann sie auch so leicht nichts mehr erschüttern. Vielfache Splitscreen-Sequenzen am Anfang und Ende des Films zeigen, dass Tykwer der Schneidearbeit immer große Bedeutung beimisst. Der ständige Wechsel von Perspektiven und Stimmungen lässt in dieser romantischen Komödie um Liebe, Sex und Tod trotz zwei Stunden Länge nie Langeweile aufkommen. Wie schon in „Lola rennt“ werden hier typische Berliner Schauplätze als Kulisse eingebunden, so das Badeschiff, der Martin-Gropius-Bau oder das Stadion von Union Berlin. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Winterschläfer, DVD:
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Weitere Filminfos zu Winterschläfer: Originaltitel: Winterschläfer Land / Jahr: Deutschland 1997 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Winterschläfer:
Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Audiokommentar, Dokumentation
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