Plug & Pray
http://www.digitalvd.de/dvds/92067,Plug--Pray.html
„So ist das mit Computern. High Speed Electronic Computing, man steckt es rein und es funktioniert – oder manchmal eben auch nicht…“, seufzt Joseph Weizenbaum, Computerpionier und Kritiker des technologischen Größenwahns. Wie weit ist es gekommen, wenn der Miterfinder des Computers seinen eigenen Laptop nicht mehr versteht? Wenn aus dem Motto „Plug and Play“ auf einmal „Plug and Pray“ wird? Was für viele noch immer nach Hollywood-Horror oder nach Science Fiction-Phantasie klingt, ist längst Realität in den Forschungslabors: Hiroshi Ishiguro schafft sich einen Roboter-Alter-Ego, damit seine Kinder den oft abwesenden Vater nicht zu sehr vermissen, Giorgio Metta entwickelt mit dem „iCub“ einen lernfähigen Roboter, der am Ende die Fähigkeiten eines 3-jährigen Kindes haben soll und Ray Kurzweils Vision ist die Verschmelzung von Mensch und Maschine, die biologischen Fesseln der Evolution abzulegen, damit wir schließlich unsterblich werden. Für ambitionierte Forscher ein Traum, ein Quantensprung in die falsche Richtung für Joseph Weizenbaum. Unbeeindruckt vom durch grenzenlose Fortschrittsgläubigkeit geprägten Zeitgeist, warnt er vor den Geistern, die wir riefen und fragt: Wie weit wollen wir gehen? Wann gehen wir zu weit? Und wenn, wer wird uns stoppen? ...
Inhaltsangabe zu Plug & Pray: 
„So ist das mit Computern. High Speed Electronic Computing, man steckt es rein und es funktioniert – oder manchmal eben auch nicht…“, seufzt Joseph Weizenbaum, Computerpionier und Kritiker des technologischen Größenwahns. Wie weit ist es gekommen, wenn der Miterfinder des Computers seinen eigenen Laptop nicht mehr versteht? Wenn aus dem Motto „Plug and Play“ auf einmal „Plug and Pray“ wird? Was für viele noch immer nach Hollywood-Horror oder nach Science Fiction-Phantasie klingt, ist längst Realität in den Forschungslabors: Hiroshi Ishiguro schafft sich einen Roboter-Alter-Ego, damit seine Kinder den oft abwesenden Vater nicht zu sehr vermissen, Giorgio Metta entwickelt mit dem „iCub“ einen lernfähigen Roboter, der am Ende die Fähigkeiten eines 3-jährigen Kindes haben soll und Ray Kurzweils Vision ist die Verschmelzung von Mensch und Maschine, die biologischen Fesseln der Evolution abzulegen, damit wir schließlich unsterblich werden. Für ambitionierte Forscher ein Traum, ein Quantensprung in die falsche Richtung für Joseph Weizenbaum. Unbeeindruckt vom durch grenzenlose Fortschrittsgläubigkeit geprägten Zeitgeist, warnt er vor den Geistern, die wir riefen und fragt: Wie weit wollen wir gehen? Wann gehen wir zu weit? Und wenn, wer wird uns stoppen? Plug & Pray stammt aus dem Hause Lighthouse Home Entertainment GmbH & Co. KG.
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Plug & Pray:
0Jean Lüdeke2011-07-04Die Menschmaschine, genial oder größenwahnsinnig? Den segensreichen Fluch der Menschheit in näherer Zukunft zentriert diese Dokumentation, jenen Menschheitstraum, von der Konstruktion intelligenter Maschinen. Namhafte Wissenschaftler in aller Welt geben Einblick in ihre Projekte, ihre Motivation und ihre Zukunftsvisionen. Sie erläutern dabei, welche Aufgaben die computergesteuerten Roboter, in Zukunft im täglichen Leben der Menschen übernehmen sollen. Einer der Pioniere der Entwicklung, der 1923 in Berlin geboren ehemalige MIT-Professor Joseph Weizenbaum, eine Schlüsselfigur, der dezidiert Stellung nimmt. Und die aberwitzigen, vor allem unethischen und unnatürlichen Zukunftsvisionen seiner Kollegen vom weisen humanistischen Standpunkt aus kritisiert: Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich vielleicht doch nicht in dieser Branche gearbeitet“, sagt Weizenbaum heute. Nicht zu Unrecht, wir alle wissen, was geschieht, wenn der Mensch zu tief in die natur eingreift, und nicht nur in die geologische. Weizenbaum entwickelt das Programm ELIZA schon 1966: Es ist ein Computerprogramm, das die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen einem Menschen und einem Computer über natürliche Sprache erhellen sollte. Interessanterweise wählte er ELIZA in Anlehnung an das Schauspiel Pygmalion von George Bernard Shaw. Das Programm kann über so genannte Skripten verschiedene Gesprächspartner simulieren.
Bekannt geworden ist es für die oberflächliche Simulation eines Psychotherapeuten, der die nicht direktiven Methoden der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers verwendet. Weizenbaum kreierte auch das Programm in MAD-SLIP für eine IBM 7094, die das Time-Sharing-System CTSS des Massachusetts Institute of Technology verwendete. Die Prämisse lautet, wo macht es Sinn, wo beginnt der Wahnsinn? Klar, Roboter sollen bei der Pflege helfen, Technik soll Menschenleben verlängern - was Technikjünger als Vision feiern, war für Joseph Weizenbaum letztlich eine Horrorvision für den 2008 gestorbenen Forscher. Der gewährt Blicke in die aktuelle Robotik: So präsentiert Giorgio Metta von der Universität Genua den iCub einen „humanoiden“ Roboter, der wie ein Kind lernen soll. Oder Neil Gershenfeld vom Media Lab des Massachusetts Institute of Technology, der Nanobots für medizinischen Anwendungen entwickelt.Der „Futurologe“ Ray Kurzweil ist ein Guru des Fortschritts. Er glaubt vor allem an künstliche Intelligenz. In 20 Jahren würden Maschinen die Menschen an Intelligenz überholt haben, prophezeit er. Schöne neue Welt Irgendwie erinnert das an Robert Oppenheimer und die Atombombe. Oppenheimer gilt als „Vater der Atombombe“, verurteilte jedoch später ihren weiteren Einsatz, nachdem er Hiroshima und Nagasaki nach den Abwürfen gesehen hatte. ...
Die Menschmaschine, genial oder größenwahnsinnig? Den segensreichen Fluch der Menschheit in näherer Zukunft zentriert diese Dokumentation, jenen Menschheitstraum, von der Konstruktion intelligenter Maschinen. Namhafte Wissenschaftler in aller Welt geben Einblick in ihre Projekte, ihre Motivation und ihre Zukunftsvisionen. Sie erläutern dabei, welche Aufgaben die computergesteuerten Roboter, in Zukunft im täglichen Leben der Menschen übernehmen sollen. Einer der Pioniere der Entwicklung, der 1923 in Berlin geboren ehemalige MIT-Professor Joseph Weizenbaum, eine Schlüsselfigur, der dezidiert Stellung nimmt. Und die aberwitzigen, vor allem unethischen und unnatürlichen Zukunftsvisionen seiner Kollegen vom weisen humanistischen Standpunkt aus kritisiert: Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich vielleicht doch nicht in dieser Branche gearbeitet“, sagt Weizenbaum heute. Nicht zu Unrecht, wir alle wissen, was geschieht, wenn der Mensch zu tief in die natur eingreift, und nicht nur in die geologische. Weizenbaum entwickelt das Programm ELIZA schon 1966: Es ist ein Computerprogramm, das die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen einem Menschen und einem Computer über natürliche Sprache erhellen sollte. Interessanterweise wählte er ELIZA in Anlehnung an das Schauspiel Pygmalion von George Bernard Shaw. Das Programm kann über so genannte Skripten verschiedene Gesprächspartner simulieren.
Bekannt geworden ist es für die oberflächliche Simulation eines Psychotherapeuten, der die nicht direktiven Methoden der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers verwendet. Weizenbaum kreierte auch das Programm in MAD-SLIP für eine IBM 7094, die das Time-Sharing-System CTSS des Massachusetts Institute of Technology verwendete. Die Prämisse lautet, wo macht es Sinn, wo beginnt der Wahnsinn? Klar, Roboter sollen bei der Pflege helfen, Technik soll Menschenleben verlängern - was Technikjünger als Vision feiern, war für Joseph Weizenbaum letztlich eine Horrorvision für den 2008 gestorbenen Forscher. Der gewährt Blicke in die aktuelle Robotik: So präsentiert Giorgio Metta von der Universität Genua den iCub einen „humanoiden“ Roboter, der wie ein Kind lernen soll. Oder Neil Gershenfeld vom Media Lab des Massachusetts Institute of Technology, der Nanobots für medizinischen Anwendungen entwickelt.Der „Futurologe“ Ray Kurzweil ist ein Guru des Fortschritts. Er glaubt vor allem an künstliche Intelligenz. In 20 Jahren würden Maschinen die Menschen an Intelligenz überholt haben, prophezeit er. Schöne neue Welt Irgendwie erinnert das an Robert Oppenheimer und die Atombombe. Oppenheimer gilt als „Vater der Atombombe“, verurteilte jedoch später ihren weiteren Einsatz, nachdem er Hiroshima und Nagasaki nach den Abwürfen gesehen hatte. (Jean Lüdeke)
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0Frank Brenner2011-07-12Irgendwie ist es beruhigend, gleich in den ersten Minuten des Films zu beobachten, wie Joseph Weizenbaum an seinem Laptop mit seinem Windows-Betriebssystem zu verzweifeln scheint. Die wohlbekannten Klänge der Fehlermeldungen und der Sound des Herunterfahrens bedürfen keiner visuellen Entsprechung. Dass Weizenbaum bereits 1948 aktiv an der Entwicklung der ersten Computer beteiligt war, hat in diesem Kontext etwas Tröstliches. Ein Leben lang hatte sich der gebürtige Berliner, der 25 Jahre am Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Professor lehrte, mit Computern und künstlicher Intelligenz beschäftigt. Doch Ende der 60er Jahre, nachdem er mit ELIZA ein Computerprogramm mit psychiatrischen Fähigkeiten entwickelt hatte, kamen dem Wissenschaftler Zweifel, ob der eingeschlagene Weg der Forschung nicht jede Menge ethischer Probleme mit sich bringt. Diese Frage stellt sich heute mehr denn je. Jens Schanze liefert uns in seinem Dokumentarfilm einige aktuelle Beispiele des Forschungsstandes bei künstlicher Intelligenz. In Italien trainiert das Team um Giorgio Metta Robotern Fähigkeiten wie einem Kind an, Neil Gershenfeld vom MIT träumt von Nanobots, die ins menschliche Blutsystem eingesetzt werden und schädliche Zellen selbständig beseitigen. Ähnliche Ansätze verfolgt auch Raymond Kurzweil, der bereits in den 70er Jahren digitale Lesegeräte für Blinde entwickelte. Nicht nur in Deutschland, wo Hans-Joachim Wünsche von der Universität der Bundeswehr in München Roboterfahrzeuge für die Forschungsabteilung des Pentagon entwirft, werden künstliche Intelligenzen mit dem Ziel eines militärischen Einsatzes konzipiert. Wissenschaftliche Innovationen waren schon seit jeher eng geknüpft an kriegerische Auseinandersetzungen, doch das oftmals eher geringe moralische Bewusstsein der Forscher rechtfertigt die kritischen Anmerkungen Joseph Weizenbaums. Jens Schanze gelingt es mit seinem thematisch weit gestreuten Dokumentarfilm, interessante Denkansätze über die Zukunft der Forschung zu liefern, Möglichkeiten und Ziele aufzuzeigen, aber den Entwicklungen auch immer wieder mit einer gesunden Portion Skepsis gegenüberzutreten. Wie nah die Menschheit der Science Fiction in den letzten 150 Jahren ihrer Entwicklungsgeschichte bereits gekommen ist, wird dem Zuschauer hier in einer Mischung aus Faszination und Schrecken bewusst gemacht. Auf der DVD liegt der Film in einer Dolby Digital 2.0 und einer DD 5.1-Fassung vor, die Passagen, die englisch, japanisch und italienisch gesprochen werden, sind dabei deutsch untertitelt. Neben dem Trailer zum Film gibt es ergänzend noch im DVD-ROM-Part Unterrichtsmaterialien zum Film. Auf 21 Seiten findet man darin Informationen zum Film und seinen Protagonisten, sowie Denkanstöße zu Themenbereichen wie „Mensch/Maschine“, Zukunft und „Technik/Religion/Ethik“. ...
Irgendwie ist es beruhigend, gleich in den ersten Minuten des Films zu beobachten, wie Joseph Weizenbaum an seinem Laptop mit seinem Windows-Betriebssystem zu verzweifeln scheint. Die wohlbekannten Klänge der Fehlermeldungen und der Sound des Herunterfahrens bedürfen keiner visuellen Entsprechung. Dass Weizenbaum bereits 1948 aktiv an der Entwicklung der ersten Computer beteiligt war, hat in diesem Kontext etwas Tröstliches. Ein Leben lang hatte sich der gebürtige Berliner, der 25 Jahre am Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Professor lehrte, mit Computern und künstlicher Intelligenz beschäftigt. Doch Ende der 60er Jahre, nachdem er mit ELIZA ein Computerprogramm mit psychiatrischen Fähigkeiten entwickelt hatte, kamen dem Wissenschaftler Zweifel, ob der eingeschlagene Weg der Forschung nicht jede Menge ethischer Probleme mit sich bringt. Diese Frage stellt sich heute mehr denn je. Jens Schanze liefert uns in seinem Dokumentarfilm einige aktuelle Beispiele des Forschungsstandes bei künstlicher Intelligenz. In Italien trainiert das Team um Giorgio Metta Robotern Fähigkeiten wie einem Kind an, Neil Gershenfeld vom MIT träumt von Nanobots, die ins menschliche Blutsystem eingesetzt werden und schädliche Zellen selbständig beseitigen. Ähnliche Ansätze verfolgt auch Raymond Kurzweil, der bereits in den 70er Jahren digitale Lesegeräte für Blinde entwickelte. Nicht nur in Deutschland, wo Hans-Joachim Wünsche von der Universität der Bundeswehr in München Roboterfahrzeuge für die Forschungsabteilung des Pentagon entwirft, werden künstliche Intelligenzen mit dem Ziel eines militärischen Einsatzes konzipiert. Wissenschaftliche Innovationen waren schon seit jeher eng geknüpft an kriegerische Auseinandersetzungen, doch das oftmals eher geringe moralische Bewusstsein der Forscher rechtfertigt die kritischen Anmerkungen Joseph Weizenbaums. Jens Schanze gelingt es mit seinem thematisch weit gestreuten Dokumentarfilm, interessante Denkansätze über die Zukunft der Forschung zu liefern, Möglichkeiten und Ziele aufzuzeigen, aber den Entwicklungen auch immer wieder mit einer gesunden Portion Skepsis gegenüberzutreten. Wie nah die Menschheit der Science Fiction in den letzten 150 Jahren ihrer Entwicklungsgeschichte bereits gekommen ist, wird dem Zuschauer hier in einer Mischung aus Faszination und Schrecken bewusst gemacht. Auf der DVD liegt der Film in einer Dolby Digital 2.0 und einer DD 5.1-Fassung vor, die Passagen, die englisch, japanisch und italienisch gesprochen werden, sind dabei deutsch untertitelt. Neben dem Trailer zum Film gibt es ergänzend noch im DVD-ROM-Part Unterrichtsmaterialien zum Film. Auf 21 Seiten findet man darin Informationen zum Film und seinen Protagonisten, sowie Denkanstöße zu Themenbereichen wie „Mensch/Maschine“, Zukunft und „Technik/Religion/Ethik“. (Frank Brenner)
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Weitere Filminfos zu Plug & Pray:
Originaltitel: Plug & Pray
Land / Jahr: Deutschland 2008
Medien-Typ:
DVD
Bonusmaterial zu Plug & Pray:
Kapitel- / Szenenanwahl
Kommentare zu Plug & Pray:
Kommentar von Sebastian-J
er verschiedene Positionen und Bereiche vor, gewährt faszinierenden Einblick in Möglichkeiten und Probleme eines florierenden Forschungszweigs, ohne sich je davon blenden zu lassen.
Es ist eine Reise, die über die ganze Welt geht: Am bekanntesten dürften der euphorische Bostoner Zukunftsarchitekt Ray Kurzweil mit seinen Heilsversprechen sein und Hiroshi Ishiguro, der in Kyoto einen Roboter exakt nach seinem Aussehen schuf. Desweiteren besucht Schanze Giorgio Metta in Genua, diverse MIT-Professoren und Hans-Joachim Wünsche von der Münchner Bundeswehr-Universität. Sie alle stellen in Interviews ihre Projekte und Träume vor, nehmen Stellung zu moralischen und philosophischen Aspekten.
Ganz besonders aber würdigt \"Plug & Pray\" den unermüdlichen Einsatz des hochbetagten Joseph Weizenbaum, der mit viel Ironie gegen den Fortschrittswahn wettert und von den Wissenschaftlern ein klares ethisches Bewusstsein einfordert.
Schanze zeigt sachlich und nicht ohne Humor die Tragweite und Konsequenzen auf, mit der unsere Gesellschaft jetzt und in naher Zukunft konfrontiert wird.
Fazit:
Ein faszinierender, interessanter und kurzweiliger Film über die Zukunft unserer Welt. Unbedingt zu empfehlen!
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Bei der Vorstellung des Titels Plug & Pray handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag und keiner Bewerbung des Films!
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