The Fighter
Schauspieler / Schauspielerinnen in The Fighter:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu The Fighter:
Mehr als ein Boxerfilm David O. Russels preisgekrönter Film „The Fighter“ ist Boxerfilm, Sozialstudie und Familien-Tragikomödie zugleich. Er erzählt die wahre Geschichte von Micky Ward, dem aus Irland stammenden amerikanischen Halbweltergewichtler, der sich auf mehreren Ebenen durchkämpfen muss und schließlich im Jahr 2000 mit 34 Jahren Weltmeister wird. Hauptdarsteller Mark Wahlberg hat Wards Kämpfe genau studiert und ließ sich vom Boxsender HBO perfekt in Szene setzen. Die dramatische Qualität der Kampfszenen erinnert an Martin Scorseses „Wie ein wilder Stier“ mit Robert De Niro. Aber nicht allein der Sport steht hier im Mittelpunkt wie bei ähnlichen Werken („Rocky“, „The Wrestler“). Noch packender gelingen die Milieustudien eines Helden aus der kleinen Arbeiterstadt Lowell, der von ganz unten kommt und im Boxen eine große Chance sieht. Zu seinem Erfolg trägt vor allem seine Großfamilie bei. Besonders sein älterer Halbbruder und Trainer Dicky Eklund (Christian Bale), der einst den legendären Sugar Ray Leonard besiegen konnte, später aber gegen seine Drogensucht kämpfen muss und im Gefängnis landet, wird zu einem wichtigen Förderer. Vor allem die Nebenrollen überzeugen in dieser Geschichte eines Helden aus kleinen Verhältnissen, der es bis zum Boxweltmeister bringt. Christian Bale spielt grandios und mit vollem Einsatz Micky Wards cracksüchtigen Trainer und Manager, der zwischenzeitlich im Gefängnis landet. Das stellt sogar Mark Wahlberg in den Schatten, was aber nicht an ihm, sondern an der um die Familie aufgebauten Geschichte liegt. Der nicht nur im Boxring kämpfenden Hauptfigur bietet diese provinzielle Milieustudie keine rechten Entfaltungsmöglichkeiten. Schließlich entreißt ihn seine Freundin Charlene (Amy Adams) aus dieser Umgebung und lässt ihn einen Neubeginn wagen. Jetzt will er sein Leben endlich selbst in die Hand nehmen. Ungewöhnlich ist das Ende des Films vor dem triumphalen Titelkampf in London. Nähere Erläuterungen dazu kann man im Audiokommentar von Regisseur David O. Russel erfahren. Außerdem gibt es als Extras ein Making-of, Interviews und Deleted Scenes. Gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen in Lowell (Massachusetts). Die echten Dicky und Micky und ihre Familienmitglieder standen dabei beratend zur Seite. Mark Wahlberg hat vier Jahre trainiert, um die Rolle als Boxer glaubwürdig verkörpern zu können. Neben Christian Bale hat auch Melissa Leo für ihre überzeugende Darstellung von Mickys kämpferischer Mutter und Managerin Alice Ward einen Oscar bekommen. Nur schwer gelingt es Micky, sich von ihrer Aura zu lösen. Sie will in übertriebener Fürsorge nicht nur seine Freundin von ihm fernhalten, sondern bewirft sogar ihren Mann mit einer Bratpfanne, als er sich für seinen Sohn einsetzen will. Außerdem gehören zum Familienclan noch sieben schräge Schwestern, die im Auftrag der Mutter zum Zickenkrieg gegen Charlene antreten. Auch dieser Boxerfilm hat etwas vom einsamen Helden und vom amerikanischen Traum, ist dramaturgisch jedoch etwas ungewohnt in ein Familiendrama ohne heile Welt eingebettet. Das ist eine wohltuende Abwechslung, die die fast zwei Stunden lange Handlung nie langweilig werden lässt und auch Zuschauer überzeugen kann, die sich für Sport und Boxen überhaupt nicht interessieren. Neben den beiden Oscars für die besten Nebendarsteller erhielt der Film sieben Oscar-Nominierungen und zwei Golden Globes. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Boxfilme haben in der US-Filmhistorie eine lange Tradition. Immer mal wieder gelingt es diesen Fighterfilmen dann auch, mehr Substanz vorzuweisen und durch eine Underdog-Geschichte nicht nur die Herzen des Publikums zu erobern, sondern auch die der Kritikerverbände, die die besten dieser Werke dann mit Preisen überhäufen. „Rocky“ von Sylvester Stallone war 1976 solch ein Fall, Darren Aronofskys melancholische Psychostudie „The Wrestler“ mit Mickey Rourke 2008 ein artverwandter ähnlicher Fall. Nun hat Aronofsky mitgeholfen, „The Fighter“ zu realisieren, der auf wahren Begebenheiten aus dem kleinen Kaff Lowell in Massachusetts basiert. Dort schaffte in den späten 70er Jahren der drahtige Dicky Eklund (Christian Bale) das Unglaubliche, indem er den gefürchteten Sugar Ray Leonard bei einem Match k.o. schlug. Ob es wirklich das sportliche Können Eklunds war oder ob Leonard doch nur unglücklich ausgerutscht ist, bleibt ein Mysterium der Boxgeschichte. Eklund jedenfalls stürzte danach tief, wurde zu einem hoffnungslosen Crack-Süchtigen und unverbesserlichen Kleinkriminellen. Seine Unzuverlässigkeit droht im Laufe der Jahre immer mehr auch seinem jüngeren Halbbruder Micky Ward (Mark Wahlberg) zum Verhängnis zu werden, der eigentlich mit Nachdruck versucht, in die Boxspuren Dickys zu treten. Nach etlichen Ups und Downs erhält Micky schließlich seine große Chance: Den Titelkampf um die Weltmeisterschaft im Weltergewicht.
Wie jeder gute Boxfilm bietet auch „The Fighter“ weit mehr als nur ein paar gut choreografierte und gefilmte Kampfszenen. David O. Russell („Three Kings“) entfaltet eine mitreißende soziokulturelle Studie einer amerikanischen Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Erfolge und Niederlagen der Helden mit ganzem Herzen zur Kenntnis genommen werden. Auch die Drogensucht von Dicky lässt sich in diesem Umfeld kaum kaschieren, eine Dokumentation für den Fernsehsender HBO tut ein Übriges, um die privaten Probleme der Familie publik zu machen. Die beiden Brüder leben zusammen mit sieben Schwestern, einer äußerst dominanten Mutter (Melissa Leo in einer denkwürdigen Performance) und deren letztem Lebensgefährten in einer mustergültigen White-Trash-Umgebung, die nur selten den Nährboden für wahre Erfolgsgeschichten liefert. „The Fighter“ erzählt eine solche, ohne auf Differenzierungen zu verzichten, und mit einem überragenden Darstellerensemble, das die realen Vorbilder mit all ihren Macken, Eigenarten und Liebenswürdigkeiten plastisch zum Leben erweckt. Insbesondere Christian Bale dürfte hier einmal mehr körperlich an seine Grenzen gegangen sein (wie zuvor schon in dem erschreckenden „Der Maschinist“), was ihm hier nun verdientermaßen einen Oscar eingebracht hat. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Als kühl kalkuliertes Oscarkino wurde David O. Russels Boxer-Drama „The Fighter“ im Voraus betitelt, als Anfang des Jahres die jährliche Verleihung des Academy Awards bevorstand. Dass es letzten Endes nur für die Auszeichnung des besten Nebendarstellers und der besten Nebendarstellerin gereicht hat, steht weniger für mangelnde Qualität, als für eine härtere Konkurrenz. Doch wie auch der große Gewinner und gleichzeitiger Konkurrent „The King’s Speech“, setzt „The Fighter“ neben einer klassischen Aufstiegs- und Abstiegsgeschichte auf ein starkes Schauspielerensemble, das zu Recht zwei der vier Preise für die besten Darsteller des Jahres einstecken durfte.
Dicky Ecklund (Christian Bale, „The Dark Knight“, „The Prestige“) war Profiboxer, bevor er durch ein paar Ausrutscher am Ende seiner Karriere als cracksüchtiges Wrack endete. Er selbst kann es nichtmehr schaffen, ein Comeback in der Szene des Boxsports zu erlangen. So trainiert Dicky seinen jüngeren Halbbruder Micky „Irish“ Ward (Mark Wahlberg, „Three Kings“, „Boogie Nights“). Zusammen mit Mickys Mutter (Melissa Leo, „Betty Anne Waters“, „21 Gramm“) übernimmt er die Rolle des Coachs und Managers und organisiert die Kämpfe, die Micky zum Erfolg bringen sollen. Basierend auf Micky Wards tatsächlichem Werdegang erzählt Russels Film die übliche Geschichte dieses Genres, die schon Robert DeNiro in Scorseses „Wie ein wilder Stier“ unvergesslich machte und Silvester Stallone als Rocky den Weg nach Hollywood ebnete. Angesiedelt in der Arbeiterschicht gelingt einem unbekannten Niemand die Erfüllung des amerikanischen Traums. Allerdings ist mit jedem Aufstieg auch ein Abstieg, oder zumindest ein harter Schicksaalschlag verbunden. In diesem Fall von Dicky verkörpert, der seiner Cracksucht erliegt. Folglich erfindet „The Fighter“ das Rad des Boxer-Dramas keinesfalls neu, sondern bildet viel mehr eine ausführliche Charakterstudie auf Hollywoods höchstem Niveau und umgeht dabei viele Klischees. Russels Film ist konsequent mit aktuellen Schauspielgrößen besetzt. Obwohl Mark Wahlberg in seiner Karriere immer wieder durch eine stoische Mimik und Gestik in seinen bisherigen Filmen kaum wahr- beziehungsweise ernstgenommen werden kann, rechtfertigen seine lebendigen, von Emotionen überfüllte Auftritte, wie sie zuletzt in „The Departed“ zu sehen waren, seinen Status als guter Schauspieler. Ebenfalls in „The Fighter“, wo er neben seiner Filmliebe Amy Adams hervorragend spielt. Zusammen agieren beide überzeugend und brauchen nur wenige Minuten um ihre Rollen klar zu definieren und zu vertiefen. Die beeindruckendste Performance ist allerdings Christian Bale vorbehalten, der für diese Rolle, wie auch schon für „The Machinist“, erschreckend viel seines Gewichts abgenommen hat. Somit zeigt Bale nicht nur das nötige Talent, sondern auch noch das passende Aussehen, um die ihm perfekt auf den Leib geschriebene Rolle mit Bravour zu absolvieren. Dies gilt ebenfalls für Melissa Leo, die, dank eines ausgeglichenen Drehbuchs, wie alle anderen Darsteller nicht in Bales Schatten steht. Sie kann ebenfalls eigene Momente als vielschichtige Mutter, die letzten Ende nur das Beste für ihre Kinder will, vor der Kamera für sich verbuchen. Seitens Russels Darstellerriege gibt es an „The Fighter“ nichts auszusetzten. Eine handwerklich ordentliche Inszenierung. In gekonnten Bildern, die größtenteils sogar an Originalschauplätzen gedreht wurden, fängt er die schäbigen Häuser und Boxhallen ein. Ebenso bekommen die Boxkämpfe eine adäquate Umsetzung und können in Punkto Action die Höhepunkte des Dramas markieren. Besagte Sequenzen halten darüber hinaus das an ein Drama angepasste Tempo des Films aufrecht, sodass der etwas anspruchsvolleren Hollywoodunterhaltung nichts mehr im Weg steht. Doch ärgerlicherweise bleibt Russels Film am Ende doch nicht fehlerfrei. Wo Clint Eastwood „Million Dollar Baby“ durch eine konsequent dramatische und traurige Inszenierung durch die Klischeefalle des Genres schiffte, muss „The Fighter“ damit zurechtkommen, dass einige Wendungen vorhersehbar sind. So verkommt der Film besonders in der zweiten Hälfte zu einem konventionellen Boxer-Drama. Fazit: Regisseur Russel erzählt gekonnt die Geschichte des Boxers Micky „Irish“ Ward. Obwohl das Drama ohne große Innovationen aufkommen muss, ist „The Fighter“ ein guter Genrebeitrag, der vor allem mit seinem konsequenten Blick auf die Haupthandlung ein ausgezeichnetes Charakterdrama mit einem noch besseren Darstellerensemble ist. (Matthias Hopf) alle Rezensionen von Matthias Hopf ... Reminder, PDF-Datenblatt zu The Fighter, DVD:
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Weitere Filminfos zu The Fighter: Originaltitel: The Fighter Land / Jahr: USA 2010 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu The Fighter:
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