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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Tatort: Drei Länder, Drei Fälle - Box:
Drei Länder, Drei Fälle-Box. Die DVD-Veröffentlichungen im Herbst 2010 zum 40-jährigen Jubiläum von „Tatort“, der ältesten und beliebtesten Krimi-Reihe im deutschen Fernsehen, waren ein großer Erfolg. Trotz zahlreicher Wiederholungen, die fast täglich in den dritten Fernsehprogrammen laufen, bieten die DVDs viele Vorteile wie liebevoll gestaltete Verpackungen und interessantes Bonusmaterial aus den Archiven der ARD-Sender. Etwa ein Jahr nach dem Start mit den Tatort-DVDs und fünf Monate nach den letzten Neuerscheinungen gibt es einen „Goldenen Herbst“ für die Tatort-Fans. In der bereits zehnten Veröffentlichungswelle bringen die Walt Disney Studios vier neue Boxen mit je drei Folgen heraus. Für Sammler ist erfreulich, dass dieses Mal nur Neuheiten dabei sind, sodass Redundanzen mit bereits veröffentlichten Einzel- oder Boxentiteln ausgeschlossen sind. Damit sind jetzt bei Walt Disney Studios und mit den sechs Berliner Folgen beim RBB insgesamt bereits 127 verschiedene „Tatort“-Folgen auf DVD erschienen. Bis die aktuelle Zahl von über 800 Folgen erreicht sein wird, wird es noch etwas dauern, aber man ist auf einem guten Weg. Nach einigen frühen Fällen aus den 1970er bis 90er Jahren in den bisherigen Veröffentlichungswellen reicht die Zeit der Erstausstrahlungen der neuen Folgen von 1995 bis 2008. Dieses Mal waren die Beliebtheit der Ermittlerteams und der Zeitgeist (Pädophilie, Kinderhandel) das Auswahlkriterium und nicht Klassiker und Meilensteine. So erscheint bereits die dritte Box mit dem derzeit beliebtesten Ermittlerteam, dem schnurrigen Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und dem selbstgefälligen Gerichtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) aus Münster. Die jeweils zweiten Boxen sind dem Kölner Duo Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sowie Paul Stoever (Manfred Krug) und Peter Brockmöller (Charles Brauer) aus Hamburg gewidmet. Dass Tatort eine länderübergreifende Krimireihe ist, zeigt besonders schön die neue Box „Drei Länder, Drei Fälle“ mit je einer spannenden Episode aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die größte Rarität ist dabei einer der neun Fälle der Berner Ermittler von der Abteilung „Leib und Leben“, Philipp von Burg (László I. Kish, in Deutschland bekannt aus „Die zweite Heimat - Chronik einer Jugend“ von Edgar Reitz), und Markus Gertsch (Ernst C. Sigrist). Ihre Fälle wurden von 1993 bis 2002 ausgestrahlt und seitdem meist nur einmal im SF1 wiederholt. Es sind für Sammler somit Raritäten wie Euro-Münzen aus San Marino. „Chaos“ ist ein spannender Fall, obwohl der Zuschauer schon lange vor der Polizei die dreifache Mörderin kennt. Nach fast zehnjähriger Unterbrechung ermittelt erst ab 2011 wieder ein Schweizer Polizist, Reto Flückiger (Stefan Gubser) in Luzern. Im österreichischen Fall der Dreiländer-Box, „Elvis lebt!“ von 2001, ermittelt Moritz Eisner in der Provinz, wobei schöne Landschaftsmotive für die Fremdenverkehrswerbung nicht fehlen dürfen. Außerdem ist die Serien-Rekordhalterin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, aktuell 54 Fälle) aus Ludwigshafen im Einsatz. „Die Kampagne“ von 1995 ist einer der neun Fälle vor ihrer Zeit mit ihrem italienischen Sidekick Mario Kopper (Andreas Hoppe). Ben Becker als Praktikant und Hannes Jaenicke von der Abteilung „Sitte“ stehen ihr zur Seite. Nützliche und interessante Extras ergänzen die Folgen auf den DVDs, darunter einige längere Dokumentationen wie „Die legendären Tatort-Kommissare“ und „Titelgeschichten - Taten, Orte, Kommissare“. In „Tatort muss nicht Drehort sein - Wo Tatort- Krimis wirklich entstehen“ wird verraten, dass die Krimis oft gar nicht dort entstehen, wo sie spielen sollen. Viele Szenen der Duisburger Schimanski-Folgen wurden in Bayern gedreht, weil die Produktionsgesellschaft „Bavaria Film“ in München ist. Von „Dreharbeiten aus Sicht eines Requisiteurs“ und einem Porträt des Tatort-Erfinders Günter Witte, der als Dramaturg am Theater in Karl-Marx-Stadt begonnen hat, handeln weitere Beiträge. Ein besonderer Service ist die Personalakte vieler Kommissare mit Angaben zu Person, Team, Aktivitäten nach Dienstschluss, Einsatzort, Arbeitsweise und einer abschließenden Beurteilung. Selbstverständlich bekommen alle Kriminalhauptkommissare ein gutes Zeugnis, wenn auch in roter Farbe einige Schwächen aufgeführt sind, ohne die kein Mensch auskommt. Walt Disney Studios hat für die vier neuen Boxen eine interessante Auswahl mit Fällen der letzten 16 Jahre getroffen. Es bleibt zu hoffen, dass in der nächsten Veröffentlichungswelle auch wieder Klassiker und Meilensteine des Erfolgskrimis berücksichtigt werden. Inhalt der Drei Länder, Drei Fälle-Box In „Die Kampagne“ (1995) wird im Stadtwald die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Lena Odenthal soll den Fall mit der Unterstützung von Stefan Tries (Ben Becker) lösen, dem ehemaligen Dorfpolizisten aus der Pfalz. Die Mutter des getöteten Jungen, Silke Tennenbaum (Brigitte Karner), leitet eine große Werbeagentur. Sie misstraut der Polizei, schaltet eine Privatdetektei ein und startet eine große Werbekampagne mit Plakaten, Spots und Rundfunkdurchsagen. Das Medienspektakel scheint erfolgreich zu verlaufen, nach drei Tagen können die Privatdetektive den vermeintlichen Täter präsentieren. Lena Odenthal und die Polizei sind zunächst blamiert. Doch sie geben nicht auf und können bald den wahren Täter überführen. In der Folge „Chaos“ (2000) aus Bern bricht nach einer Vorlesung des Mathematik-Professors Simon Kannell (Markus Hering) Studentin im Hörsaal zusammen. Die Frau, die Kannell einen Liebesbrief geschrieben hat, wurde vergiftet. Die Kommissare von Burg und Gertsch ermitteln in der Drogenszene und an der Universität. Bei einer Buchvernissage Kannells informiert von Burg den Professor über den mysteriösen Tod der Studentin. Nach einem Streit mit seiner Frau verlässt Kannell die Vernissage und versucht im Spielcasino den Gesetzen des Zufalls auf die Spur kommen. Er lässt sich auf eine Nacht mit der Casino-Mitarbeiterin Miriam Capitani (Susann Uplegger) ein. Zurück in seiner Wohnung stellt er fest, dass seine Frau verschwunden ist. Er erhält Besuch von Kommissar Burg, und die beiden entdecken Frau Kannell tot im Geschirrspüler. Nach einem zweiten Todesfall in seiner Umgebung gerät Kannell unter starken Verdacht. Aber es gibt keine Beweise und Motive. Als dann noch seine Sekretärin nach einem Abendessen mit ihm ertrunken aufgefunden wird, wird Kannell verhaftet. Im Gefängnis bekommt er Besuch von der heimlich in ihn verliebten Therapie-Assistentin Jana (Katja Studt). Sie bietet ihm Hilfe durch eine Falschaussage an. Bei der Rekonstruktion seines angeblichen Alibis gelingt ihm die Flucht. Die Polizei befürchtet nun, dass seine Geliebte Miriam oder die Assistentin Jana die nächsten Opfer sein könnten. Tatsächlich schwebt Miriam in höchster Gefahr. Doch die geht von Jana und nicht von Kannell aus. In der Folge „Elvis lebt!“ (2001) hat die junge Polizeioffizierin Stefanie Gschnitzer (Roswitha Szyszkowitz) ihren ersten Fall bei der Innsbrucker Mordkommission. Der Wilderer Richard Stecher wird an einer Felswand tot aufgefunden. Es sieht aus, als wäre er aus Notwehr vom Jagdpächter und Bürgermeister Hopfgartner und seinem Aufseher Buchberger erschossen worden. Moritz Eisner aus Wien hilft der jungen Kollegin als Undercover-Jagdgast, eine blutige Fehde zwischen den Stechers und den Jägern zu vermeiden. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Der Tatort besitzt eine einzigartige Erfolgsgeschichte, zieht er doch seine Fans seit vier Jahrzehnten in den Bann. Präsentiert wird der Tatort in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Überall wird der Tatort gleichermaßen gern gesehen, weshalb jetzt eine Drei-Länder-DVD-Box erschienen ist. Je ein Fall wird aus jedem Land gezeigt.
Die Kampagne Für Silke Tennenbaum wird der Alptraum aller Mütter wahr. Ihr Sohn wird ermordet aufgefunden. Sie will aber nicht solange warten, bis die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Als Chefin einer Werbeagentur hat sie Erfahrung, wie man eine mediale Aktion initiieren kann. Damit hofft sie, dass der Täter schneller gefunden wird, denn durch die Kampagne gewinnt sie die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Während sie erst noch mit scheinbar kleineren Mitteln wie Plakaten startet, bekommt sie schon bald die Hilfe eines Sponsors. Dadurch kann die Kampagne auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. Sogar in Realityshows will Silke Tennenbaum auftreten. Und es scheint so, als wenn sie Recht hat. Es dauert nur wenige Tage, bis ein Verdächtiger gefasst wird und von den engagierten Privatdetektiven der Öffentlichkeit präsentiert wird. Damit scheint die Lösung des Falles gefunden zu sein. Dies sieht jedoch Kommissarin Lena Odenthal anders, die daraufhin weiter ermittelt. In Ludwigshafen ermittelt Lena Odenthal alias Ulrike Folkerts. Gezeigt wurde der Fall in Deutschland zum ersten Mal am 5. März 1995. Bei diesem Tatort lag die Regie in den Händen von Thomas Bohn. Während die Titelmusik für die erfolgreiche Krimireihe von Klaus Doldinger stammt, lag die Verantwortung für die Musik bei diesem Krimi in den Händen von Alexander van Bubenheim. Als Extras gibt es zunächst das Kommissar-Porträt. Außerdem gibt es einen kurzen Rückblick auf den Tatort sowie einen Trailer. Chaos Gerade hält ein Mathematikprofessor seine Vorlesung ab. Doch plötzlich herrscht Unruhe im Saal, da eine Studentin tot zusammen gebrochen ist. Sie ist das Opfer einer Vergiftung geworden. So werden durch die Kommissare Burg und Gertsch die Ermittlungen an der Universität aufgenommen. Da weitere ihm eng vertraute Personen zum Opfer werden, gerät Professor Simon Kannell zunächst unter Verdacht. Die Zuständigkeit in Bern für die Ermittlungsarbeit liegt bei den Kommissaren von Burg und Gertsch. Zum ersten Mal wurde dieser Tatort am 9. April 2000 ausgestrahlt. Für die Regie war Christoph Schertenleib zuständig. Hinsichtlich der Musik für diesen Krimi waren Frank Gerber, Oli Hartling und Christian Brantschen für die Komposition der Musik zuständig. Als Bonusmaterial wird ein Beitrag aus einer Sendung „Länderzeit“ gezeigt, bei dem der Tatort-Erfinder Gunter Witte porträtiert wurde. Der Trailer rundet das Bonusmaterial ab. Elvis lebt! Polizeioffizierin Stefanie Gschnitzer steht vor ihrem ersten Fall. Ein Jäger wird an einer Feldwand mit einer Schusswunde aufgefunden. Bei ihrem Fall bekommt sie allerdings auch Unterstützung von Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). Dieser kommt dann auch gleich zum Einsatz, da hier zwei Familien betroffen sind, die miteinander verfeindet sind. Dort beginnt er undercover zu ermitteln… Premiere für diesen Tatort war am 11. Juli 2002. Zuständig für die Regie war Peter Sämann. Die Titelmusik zu diesem Krimi stammt von Klaus-Peter Sattler und Peter Janda. Zu sehen sind die drei Krimis jeweils auf einer Disk in Deutsch mit der Tonspur Dolby Digital 2.0 Stereo. Das Bildseitenformat liegt bei 16:9 Anamorph 1.77:1. Durch das Studio Touchstone wurde die Drei-Länder-Box vor einigen Tagen veröffentlicht. Produziert wurden die Filme um das Jahr 1995, 2000 und 2001. Insgesamt besitzen die Filme eine Laufzeit von etwa 266 Minuten. Hochspannend geht es wieder einmal zu Hause, wenn die Kommissare der Tatort-Krimis ermitteln. Teilweise geraten dabei auch wieder aktuelle Themen in den Blickpunkt, die gerade das Bild der Zeit bestimmen. Die Geschichten sind dabei recht interessant geschildert und bekommen ihre nötige Würze durch eine gute Besetzung. Deutlich wird dies auch an den Gaststars, zu denen Hannes Jaenicke und Ben Becker gehören. Spannung wie vom Tatort gewohnt verkürzt mit diesen drei Filmen geschickt die jetzt länger werdenden Abende. (Marina Teuscher) alle Rezensionen von Marina Teuscher ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Tatort: Drei Länder, Drei Fälle - Box, DVD:
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