Geliebtes Leben
Schauspieler / Schauspielerinnen in Geliebtes Leben:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Geliebtes Leben:
Die Missstände in Südafrikas Townships dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Zudem ist Aids ein generelles Problem, da tatsächlich jeder fünfte Südafrikaner zwischen 15 und 49 Jahren statistisch gesehen am HI-Virus erkrankt. Authentische Filme, die sich gekonnt mit diesem Thema auseinandersetzen, kann es eigentlich gar nicht genug geben. Khomotso Manyakas liefert hier eine durchwachsene Leistung ab. Einerseits trägt sie den Film streckenweise scheinbar mühelos, doch andererseits wirkt ihr Spiel – sicher auch aufgrund missglückter Regieanweisungen – ein wenig hölzern. Dramaturgisch macht „Geliebtes Leben“ zwar einen recht ordentlichen Eindruck, verfällt dann und wann aber auch in stereotype Erzählmuster mit dramatischem Kitsch. Mit einer starken Mädchenfigur schlägt der Film, der nach dem gleichnamigen Roman von Allan Stratton adaptiert wurde, auch immer wieder Töne der Hoffnung und der Lebensfreude an, obwohl die kleine Chanda eigentlich allen Grund hätte, sich der Lethargie genauso hinzugeben, wie es ihr die Erwachsenen im Township vormachen. Leider driftet Geliebtes Leben immer wieder in eine zu sentimentale Fahrrinne westlicher Filmkunst. Das Analysevermögen des Films wird trotzdem nicht vollends ertränkt und der Zuschauer fiebert bis zum Ende mit. Themen wie Tabuisierung, Denunziation und Krankheit werden ganz offen aufgegriffen und teilweise authentisch dargestellt. Leider kann der Film seine Qualität nicht durchgehend halten. (Felix Kreutzmann) alle Rezensionen von Felix Kreutzmann ...
Es ist noch nicht lange her, da erzählte schon ein anderer Film von der derzeitigen Lebenssituation in Südafrika aus der Sicht eines Kindes: „Themba – Das Spiel seines Lebens“ thematisierte Vieles auf einmal. Es ging um die AIDS-Seuche, die in dem armen Land viele Familien betrifft, Kinder elternlos zurücklässt. Aber es ging auch um Alkoholismus, um Vergewaltigung und den Traum, trotz all dieser Rückschläge wahr zu machen, nach was man sich am meisten sehnt. Auch in „Geliebtes Leben“ werden viele dieser Themen gestreift, doch anders als der Film der südafrikanischen Regisseurin Stefanie Sycholt hat Oliver Schmitz hier Akzente gesetzt und sich dadurch nicht in einer Vielzahl an Problematiken verzettelt. Auch er wurde in Südafrika geboren und ist dort als Sohn deutscher Einwanderer aufgewachsen, lebt und arbeitet aber nun schon wieder seit etlichen Jahren in Deutschland. Sein Film basiert auf dem Roman „Worüber keiner spricht“ von Allan Stratton.
Es dauert mehr als die Hälfte der Spielzeit, bis der Begriff AIDS das erste Mal fällt. Davor suchen sämtliche Beteiligte immer nach anderen Ausreden, nach holprigen Erklärungsversuchen, die kaum überzeugen können. Auch die 12jährige Chanda (charismatisches Naturtalent: Khomotso Manyaka) bleibt lange sprachlos oder flüchtet sich vage in den Begriff „die Krankheit“, wenn sie zu benennen versucht, was ihren Stiefvater zum Alkoholiker machte, woran ihre einjährige Halbschwester starb und woran auch ihre Mutter heimlich leidet. Denn was man hierzulande noch scherzhaft als „Buschtrommeln“ bezeichnet, funktioniert in Südafrika nach wie vor ausgezeichnet. In einem Township bleibt niemandem etwas verborgen, jeder kennt jeden, jeder interessiert sich für jeden. Und wenn jemand lange das Haus nicht verlässt oder sich mit dem Stock fortbewegt, wird schnell getratscht. AIDS gilt in einem Land, das von den restriktiven Predigten des Papstes ebenso stark geprägt ist wie von traditionellen Schamanenritualen, als unaussprechliche Schande, als gerechte Strafe Gottes für ein zutiefst unmoralisches Verhalten. Mit den Kranken will man nichts zu tun haben, die werden eher gesteinigt als umsorgt. Oliver Schmitz visualisiert dieses Verhalten auf eine gleichermaßen erschreckende wie unerbittliche Weise und flüchtet sich nicht in hollywoodmäßige Bilderbuchlösungen wie „Themba“. Zwar ist auch bei Schmitz der Schluss viel zu dick aufgetragen, als dass man ihn so noch glaubhaft finden könnte, aber das mindert nichts an der generellen Qualität seines Films, der sowohl handwerklich als auch inhaltlich überzeugen kann. Einem westlichen Publikum macht er die Mechanismen in Südafrika vertraut, die Zuschauer dort kann er hoffentlich zu einem Umdenken bewegen. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Südafrika ist ein Land, in dem das Leben nicht unbedingt wirklich einfach ist. In den großen Städten ist der Fortschritt recht stark eingezogen. Doch es gibt auch ländliche Regionen, in denen das Denken und das Leben noch weit hinter der Entwicklung von Großstädten zurück geblieben sind. Der Film „Geliebtes Leben“ spielt in einer solchen Region in der Landschaft von Südafrika.
Chanda ist zwölf Jahre jung und lebt mit ihrer Familie im Township Elandsdoor, einer sehr ländlichen Region. Zur Familie gehören ihre einjährige Schwester und ihre Eltern. Doch eines Tages bricht die Familienidylle entzwei. Ihre kleine Schwester stirbt im Alter von einem Jahr. Nicht lange danach trifft die Familie der nächste Schlag, da der Vater einfach verschwindet. Als nächste Nachricht trifft die Familie der Schock der schweren Erkrankung der Mutter. Plötzlich muss die zwölfjährige Chanda erwachsener werden, da sie sich um die kleineren Geschwister kümmern muss. Allerdings ist sie auch gar nicht damit einverstanden, dass ihre Mutter Lilian von einem Wunderheiler behandelt werden soll. So macht sich Chanda auf den Weg, um einen Arzt zu finden. Dieser soll sich um ihre Mutter kümmern. Dabei spricht sie auch den Namen der Krankheit aus. Ihre Mutter ist an Aids erkrankt. Auf diese Weise bricht sie ein Tabu. Schließlich haben viele Menschen dort Aids, aber reden nicht darüber oder ignorieren es einfach. Es könnte ja sonst geschen, dass Chanda oder ihre Mutter aus dem Dorf verstoßen werden. Denn nun beginnt es auch damit, dass die Nachbarn sie und ihre Mutter meiden. Ihnen bleibt nur eine Freundin, die als Gelegenheitsprostituierte arbeitet. Sie hält die ganze Zeit zu ihnen. In den Hauptrollen zu sehen sind Khomotso Manyaka, Keaobaka Makanyane und Lerato Myelase zu sehen. Die Verantwortung für die Regie lag in den Händen von Oliver Schmitz. Für die Komposition der Musik lag die Verantwortung bei Ali N. Askin. Präsentiert wird der Film in Deutsch und Französisch jeweils mit der Tonspur Dolby Digital 2.0. Deutsche Untertitel sind auf einem Bild vom Format 16:9 Anamorph 2.35:1 zu sehen. Durch die FSK wurde der Film ab 12 Jahren freigegeben. Veröffentlicht wurde der Film von der Universum Film GmbH. Im Jahr 2010 erfolgte die Produktion des etwa 102minütigen Filmes. Bewegend und gefühlvoll schildert der Film die Problematik, die Aids in den afrikanischen Ländern einnimmt. Gezeigt wird auch, wie wenig getan wird, um die Menschen auch auf dem Lande zu erreichen und zu informieren. Bei der Thematik um die Krankheit Aids spielt allerdings auch sehr viel Gefühl mit. Es ist rührend zu sehen, wie die Kleine plötzlich erwachsen sein muss und das alles managen muss. Beeindruckend ist dabei, dass es alles so authentisch ist, wie das Regisseur gedreht hat. Trotzdem ist dabei auch noch das Mädchen zu bewundern, dass in ihrer Rolle aufgeht und dass das Leben komplett bejaht. (Marina Teuscher) alle Rezensionen von Marina Teuscher ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Geliebtes Leben, DVD:
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Weitere Filminfos zu Geliebtes Leben: Originaltitel: Life above all Land / Jahr: Südafrika / Deutschland Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Geliebtes Leben:
Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews
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