Requiem for a Killer
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Requiem for a Killer:
Die Ausgangslage in Jérôme Le Gris Erstling „Requiem for a Killer“ („Requiem pour une tueuse“, 2011) eine gute für eine klassische Suspense-Story, die man sich gut aus der Feder von Alfred Hitchcock vorstellen könnte. Das Setting stimmt soweit, die Hochglanzoptik des modernen, französischen Kinos ist da und auch handwerklich beweist Gris, dass er als Regisseur durchaus über Talent verfügt. Als Drehbuchautor kann ich ihm dies jedoch nicht bescheinigen, denn was er da an Geschichte auftürmt, stürzt ab dem dritten Akt des Films vollständig in sich zusammen. Es scheint, als wären viele Szenen weggelassen wurden, die dem Zuschauer die Motivation der Figuren hätten erläutern können. Gerade was die Emotionen zwischen den Figuren angeht, muss der Zuschauer etliche Fragen einfach herunterschlucken. So wird angedeutet, dass Lucrèce sich tatsächlich in ihr Opfer verliebt, denn sie stellt nach dem ersten Anschlag ihre Tätigkeit ein bzw. lässt nicht mehr erkennen, ob sie überhaupt noch ihr Auftragsziel verfolgt. Einblicke in das Innenleben von Lucrèce sind von Gris anscheinend überhaupt nicht vorgesehen gewesen. Mélanie Laurent, die mit „Inglorious Basterds“ (2009) ihren internationalen Durchbruch feierte, spielt ein absolutes Neutrum. Hierfür arbeitet sie ausschließlich mit ihrem sedierten Mélanie-Laurent-Blick und der macht mich, mit Verlaub, auf Dauer aggressiv. Mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis dieses zärtliche Püppchen (Opernsängerin, genau!) einmal ordentlich durchzuschütteln und währenddessen zu rufen: „Der Film läuft bereits eine Stunde, tu doch endlich was! Schauspieler doch mal!“. Nein, nichts passiert. Gut, am Ende rollen ihr ein paar Tränchen über die blassen Wangen. Hierbei konnte ich aber zeitgleich mithalten, denn vom andauernden Zähneknirschen hatte ich regelrechte Schmerzen und Schaum vor dem Mund. Ich schreibe sehr ungern in diesem Ton über einen Film, denn es Bedarf sehr viel Kraft, Fleiß, Energie und Geld um so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Unendlich mal mehr als nötig ist einen Film zu verreißen, doch „Requiem for a Killer“ ist genau die Form von verschenkter Zeit, die ich niemanden auch nur ansatzweise empfehlen kann. Nicht nur gerät die Geschichte, weil schlecht durchdacht und vermutlich ebenso szenentechnisch Zusammengeschnitten, völlig aus dem Ruder, nein, es sind auch die vielen wirklich debilen Ideen, mit denen Gris hier hantiert. Schon bei dem ersten Beispielauftrag, der Lucrèce und ihren Vater als absolute Profikiller einführen soll, habe ich mich erfolglos nach einer versteckten Kamera in meinem Wohnzimmer umgesehen. Das „Ziel“ soll im „VIP Bereich“ einer christlichen Messe sitzen. Wie sich herausstellt, handelt es sich um die stinknormalen Sitzreihen in einer nicht gerade gut besuchten Sonntagsmesse. Ein Lappen mit Blut ist das einzige Indiz zur Person. Damit konnte jedoch nur festgestellt werden, dass diese gegen Katzen allergisch ist und zu einem bestimmten Termin in einer Sonntagsmesse sitzen wird(?). Was also tun? Natürlich ein paar Babykätzchen (die fallen nicht so auf) zwischen den vollen Sitzreihen der Kirche loslassen. Kaum ist das „Ziel“ („Hatschiii, hatschiii“) ausgemacht zählt Papa ab, wann es denn voraussichtlich mit dem Empfang der Hostie dran sein wird. Todsicheres Konzept. Einsatz Lucrèce: Ins Hinterzimmer schleichen und das Giftplätzchen zwischen die, anscheinend ebenfalls die auf den Punkt genau abgezählten, Hostien schieben. Erfolgschancen für das ganze Unternehmen in der Realität: 0,2 %, in „Requiem for a Killer“: Mission erfolgreich! Ich hatte im Anschluss an diesen Schwachsinn mit irgendeiner Form von Comic Relief gerechnet, aber nichts kam. Es wurden keine Kätzchen geknuddelt, kein Witz über Gottesfürchtigkeit oder die Vergänglichkeit des Lebens gemacht, nein, das war ganz normaler, grauer Alltag bei Familie Profikillers. Aber was kann man auch von einer Sippschaft erwarten, die für die Gesundheit täglich in eine Zitrone beißt? Sauer macht lustig? Das ich nicht lache. Etwas Gutes hat „Requiem for a Killer“ jedoch gehabt: Ich weiß das Tchéky Kayo, einer meiner Lieblingsschauspieler, noch lebt, aber dringend wieder richtige Arbeit braucht und das man Mélanie Laurent unbedingt aus meiner unmittelbaren Reichweite halten sollte, bis sie, anstatt nur zu gucken, wieder aktiv in einem Film mitspielt. Vielleicht entgeht mir bei ihr aber auch eine besondere Form des Minimalismus, der sich auf pure Anwesenheit vor der Kamera beschränkt. (Jan Heesen) alle Rezensionen von Jan Heesen ...
Die eiskalte Auftragskillerin Lucrèce möchte aus Rücksicht auf ihre achtjährige Tochter aus dem Geschäft aussteigen. Der Sold für einen letzten Job soll ihr die Tür in eine neue Zukunft ohne Angst und Gewalt ebnen. Das Zielobjekt ist der Sänger Alexander Child, der in der Schweiz eine Oper aufführt. Lucrèce wird in das Ensemble eingeschleust, doch schon bald merkt sie, dass ihr letzter Job zugleich ihr gefährlichster ist. Das Bild (2,35.1; anamorph) liegt in einer guten Qualität vor. Die Schärfe ist gut bis sehr gut, auch wenn sie nie ganz perfekte Werte erreicht. Dafür fehlt das letzte Quäntchen an Details. Dennoch macht es einen guten Eindruck. Der Kontrast und die Farben wurden bearbeitet. Der Kontrast wurde recht steil gewählt, was immer wieder zu dezenten Überstrahlungen führt. Das ist aber ebenso Teil des gewollten Looks wie die zumeist kühlen, entsättigten Farbtöne. Es gibt ein leichtes Bildrauschen, welches aber nicht weiter stört. Die Kompression arbeitet unauffällig. Der Ton liegt sowohl in Deutsch als auch in Französisch in Dolby Digital 5.1. vor. Da der Film recht ruhig und somit dialoglastig ist, spielt sich das Geschehen überwiegend an der Front ab. Die hinteren Boxen kommen zwar immer dann zum Einsatz, wenn Musik oder Umgebungsgeräusche ins Spiel kommen, aber dies kommt über ein gewisses Level nicht hinaus. Dafür bleiben die Rears etwas zu leise und undifferenziert. Beide DD 5.1-Spuren sind dabei so ziemlich identisch.
Es gibt optionale deutsche Untertitel. Die Extras bestehen aus einem Making of (ca. 34 min), welches wenig hilfreich ist, da es einerseits nur unkommentierte Bilder von den Dreharbeiten enthält und andererseits auch nur in Französisch ohne jegliche Untertitel vorliegt. Dazu gibt es zwei Trailer (einer in Deutsch, der andere in Französisch). Frankreich hatte in den letzten Jahren einen beeindruckenden Ausstoß an Genrefilmen, die oftmals nicht nur unterhaltsam waren, sondern sich auch als wegweisend erwiesen haben. Aber nicht alles, was von dort kommt, muss letztendlich auch derselben Güteklasse angehören. REQUIEM POUR UNE TUEUSE (frz. Originaltitel) bzw. REQUIEM FOR A KILLER (internat. engl. Titel) ist so ein negatives Beispiel. Ein weiblicher Auftragskiller ist seit NIKITA (Frk., 1990) und seinen beiden Remakes BLACK CAT (HK, 1991) und POINT OF NO RETURN (USA, 1993) ein fester Bestandteil des weltweiten Genrekinos, aber auch bis ins Fernsehen hat es so manche Killerin geschafft. Regisseur Jerome Le Gris versucht sich mit REQUIEM FOR A KILLER (Frankreich, 2011) an einem Hitchcock-artigen Thriller mit einer modernen, harten Heldin, der kühlen Blonden, wie sie Sir Alfred gern in seinen Werken präsentierte. Doch natürlich ist Le Gris nicht Hitchcock und so unterscheiden sich die Ergebnisse doch gravierend voneinander. Die ganze Handlung wirkt reichlich konstruiert, ohne den Hauch von Wahrscheinlichkeit oder gar Realität. Außerdem hatte wohl jemand ein Faible für Musik, denn nicht nur die Killerin ist eine ausgebildete Sängerin, sondern auch der gegnerische Agent ist ein Gitarrenspieler. Das Drehbuch hält zwar einige Wendungen bereit, aber nachdem zuvor schon keine echte Spannung aufkam, können auch diese schon nicht mehr interessieren. Die ganze Inszenierung läuft ins Leere und bietet kaum mehr als eine glanzvolle Oberfläche. Der Film wirkt deshalb größtenteils wie eine Schlaftablette, hat man doch den Eindruck, alles läuft die ganze Zeit mit angezogener Handbremse. Am Ende verbindet sich alles zu einer erschreckend einfältigen, langweiligen und belanglosen Soße. Hauptdarstellerin Mélanie Laurent bleibt ebenfalls zu blass, um dauerhaft Interesse wecken zu können, Clovis Cornillac sieht doch auch eher unterfordert aus, hat er doch schon ganz andere Kaliber von Drehbücher veredelt und Tcheky Karyo wiederholt hier seinen Part als Mentor und Beschützer der weiblichen Killerin, wie er es einst in NIKITA tat. Der Film weist einige wenige nette Einfälle auf, dennoch retten diese den Film nicht vor Langeweile. Auch die schönen Bilder und der glatte, kühle Look reichen nicht als Entschädigung für inhaltliche Mankos. Insgesamt bleibt also eher Unzufriedenheit zurück. (Carlito Brigante) alle Rezensionen von Carlito Brigante ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Requiem for a Killer, DVD:
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Weitere Filminfos zu Requiem for a Killer: Originaltitel: Requiem pour un Tueuse Land / Jahr: Frankreich 2011 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Requiem for a Killer:
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