Tschaikowsky - Genie und Wahnsinn
Schauspieler / Schauspielerinnen in Tschaikowsky - Genie und Wahnsinn:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Tschaikowsky - Genie und Wahnsinn:
Kaum ein Komponist hat es zu so viel Weltruhm gebracht: Peter (Pjotr Iljitsch) Tschaikowski (07.05.1840 - 06.11.1893) gilt als der große Sinfoniker Russlands. Seine Werke sind selbst Klassikbanausen stets ein Begriff. Die Melodien der Balletts „Dornröschen“, „Der Nussknacker“ und vor allem „Schwanensee“ sind den meisten Menschen bekannt und haben Millionen von Verehrern. In seiner Musik gelang ihm eine Verschmelzung zwischen der nationalen russischen Musiksprache und dem kompositionstechnischen Formen der westeuropäischen Romantik. Viele seiner Kompositionen zeichnen sich durch reiche, melodische Passagen mit Abschnitten tiefster Melancholie aus, die von fröhlich-tänzerischen Abschnitten mit Nähe zur Volksmusik unterbrochen werden. Tschaikowski schuf während seiner Karriere als Musiker diverse Ballette, Solo- und Orchesterkonzerte sowie viele Werke für die Kammer- und Klaviermusik. Auch zahlreiche Lieder und Vokalwerke für Solostimmen und Chöre komponierte der Russe. Bevor er in Petersburg Musik studierte, war er zunächst als Justizbeamter tätig. 1866 bis 1877 nahm er ein Lehramt für Musiktheorie am Moskauer Konservatorium an. Es folgten Dirigententätigkeiten in nahezu allen europäischen Ländern, während derer er häufig im Ausland lebte. 1877 heiratete Tschaikowski, trennte sich aber bereits nach drei Wochen von wieder seiner Frau. Eine der rätselhaftesten Beziehungen der Musikgeschichte verband Peter Tschaikowski mit seiner Gönnerin, Frau von Meck, die ihm ein Jahresgeld von 6000 Rubel aussetzte. Ein unausgesprochenes Gesetz dieser Freundschaft bestand darin, einander nie persönlich zu begegnen. Der umfangreiche und aufschlussreiche Briefwechsel wurde durch seine Freundin 1890 plötzlich beendet. Das Ende dieser Beziehung hat Tschaikowski nie wirklich überwunden. Die finanziellen Auswirkungen hielten sich in Grenzen, da der Zar mit einer Pensionszahlung einsprang. Der begabte Komponist starb überraschend und mit ungeklärter Ursache im Alter von 53 Jahren am 6. November 1893 in Sankt Petersburg. Der britische Regie-Exzentriker Ken Russell („Thommy“, „Gothic“) nahm sich 1970 des russischen Komponisten an, und inszenierte leidenschaftliches Filmbiografie mit Richard Chamberlain und Glenda Jackson in den Hauptrollen. Russell widmet sich in dieser Biografie hauptsächlich Tschaikowskis Homosexualität, die daraus resultierende „Vernuft“-Ehe mit Nina Miljukowa sowie seine Beziehung zu seiner reichen Förderin Barbara von Meck. Dies alles erzählt er mit romantisch-schönen, aber auch mit beklemmenden, grellen und schockierenden Bildern. In einer besonders bizarren Szene muss ein Kind beobachten, wie seine Mutter gewaltsam in siedend heißes Wasser getaucht wird, um sie von der Cholera zu kurieren, und das sie mit schrecklichen Blasen übersät wieder auftauchen sieht. In einer anderen Szene stellt sich Tschaikowski z.B. vor, wie zum Getöse einer seiner Ouvertüren die Köpfe seiner Feinde von Kanonenschüssen hinweg geschossen werden. Auch eine Nacktszene sorgte damals für Aufsehen, und teilte Kritiker und Publikum in zwei Lager. Doch wie es in solchen Fällen dann immer ist, profitieren kontroverse Filme davon, und so brach der Film seinerzeit in London Kassenrekorde. Kurz und gut, wer hier eine „normale“ Künstler-Biografie erwartet, liegt hier falsch. Geboten wird hier exzentrisches, leidenschaftliches Musik-Melodram in bester Pop-Tradition. Übrigens: Eigentlich sollte Schauspieler Alan Bates („Alexis Sorbas“, „Die Herrin von Thornhill“) die Hauptrolle spielen, doch dieser konnte kein Klavier spielen, eine Fertigkeit, die Chamberlain beherrschte. Die Umsetzung auf Blu-ray durch Al!ve ist ordentlich, wenn man das Alter des Streifens bedenkt. Das Bild (Widescreen/ 2.35:1 – anamorph) kommt mit natürlichen, wenn auch nicht satten Farben daher. Etwas zu blass und ausgewaschen. Die Schärfe ist zufrieden stellend, sorgt allerdings teilweise für Einbußen, da dass Bild oftmals recht Grobkörnig ist. Der Ton (Dolby Digital 2.0 Mono) ist zu jeder Zeit klar und deutlich zu verstehen und ist ebenfalls als zufrieden stellend zu bezeichnen. Was das Bonusmaterial betrifft, so sieht es sehr mau aus, denn hier gibt es leider nichts zu entdecken. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Tschaikowsky - Genie und Wahnsinn, DVD:
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