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Filmbewertungsstelle Wiesbaden – Prädikat besonders wertvoll

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Filmbewertungsstelle Wiesbaden – Prädikat besonders wertvoll

Die Entdeckung der Currywurst
Drama – Deutschland 2008 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 108 Min. – FSK: ab 6 Jahren – R: Ulla Wagner – P: Tag/Traum, Känguruh-Film – D: Barbara Sukowa, Alexander Khuon, Wolfgang Böck, Branko Smarovski u.a.

Lena Brücker lernt im Frühjahr 1945 einen jungen Flakhelfer kennen und hält ihn nach einer gemeinsamen Nacht bis zum Ende des Krieges in ihrer Wohnung versteckt. Lena nutzt diese Chance für eine abenteuerliche und leidenschaftliche Zeit mit dem viel jüngeren Mann.Der Film nach der erfolgreichen Novelle von Uwe Timm zeigt, wie die Zivilisten in jener Zeit ihren Alltag bewältigten. Ulla Wagner gelingt es, durch ihre einfühlsame und kluge Regie eine Ahnung vom Lebensgefühl jener Zeit zu vermitteln. Ein wunderbar intensiv erzählter Film mit einer hinreißenden Protagonistin und erstklassig besetzten weiteren Darstellern. Dabei sind es vor allem auch die feinen Dialoge mit ihrem guten Humor und ihrer Leidenschaftlichkeit, die Die Erfindung der Currywurst in den Rang klassisches Erzählkino erster Güte erheben.

Kinostart: 11. September 2008 (Schwarz-Weiss Filmverleih)

Mamma Mia!
(Mamma Mia! – The Movie) – Musical – USA/Großbritannien 2008 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 109 Min. – FSK: ohne Altersbeschränkung – R: Phyllida Lloyd – P: Littlestar Productions, Playtone, Internationale Filmproduktion Richter – D: Meryl Streep, Pierce Brosnan, Amanda Seyfried, Julie Walters u.a.

Sophie kennt ihren Vater nicht und hat drei potentielle Kandidatenzur Auswahl, von denen einer sie eigentlich auf ihrer bevorstehenden Hochzeit zum Altar geleiten soll. Musikalisch erzählt und äußerst gelungen interpretiert von Streep, Brosnan, Firth und anderen erstklassigen Darstellern ist dieser Film ein Fest (nicht nur) für alle ABBA-Fans! Phyllida Lloyd bringt das erfolgreiche Broadway-Musical beinahe eins zu eins auf die Kinoleinwand. Mamma  Mia! Ist ein hochgradig amüsanter und fröhlicher Film, der bis zum  Schluss vor Komik und Witz sprüht. Ein erfrischend dynamisches Werk,  romantisch, für jung und alt ein optimales  Sommer-Gute-Laune-Kino-Erlebnis, bei dem es sicher kaum einen in den Stühlen hält.

Kinostart: 17. Juli 2008 (Universal Pictures International)

Presto
Animationskurzfilm – USA 2008 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 5 Min. – FSK: liegt noch nicht vor – R: Doug Sweetland – P: Pixar Animation Studios

Zwei Hüte, ein Zauberer und ein Kaninchen – klingt wie schon tausendmal gesehen. Aber was Regisseur Doug Sweetland hier aus dem Hut zaubert, ist Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die Vielfalt derMöglichkeiten, um mit Hilfe von zwei magischen Hüten an seine Möhre zu kommen, ist ein Feuerwerk an Gags. Diese sind auch noch durch vielfältige Kameraperspektiven abwechslungsreich und effektvoll in Szene gesetzt. Ein perfekter Kurzfilm voller Kreativität und Animationskunst, an dem man sich kaum satt sehen kann und der an die Tradition der Kurzfilme im Kino – nämlich als Vorfilm zu WALL*E – anknüpft.

Kinostart: 25. September 2008 (Walt Disney Studios Motion Pictures)

WALL*E – Der Letzte räumt die Erde auf
(WALL*E) – Animationsfilm – USA 2008 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 95 Min. – FSK: liegt noch nicht vor – R: Andrew Stanton – P: Pixar Animation Studios

Ein mitreißender und anspruchsvoller Science-Fiction-Film für die ganze Familie. Der kleine Putzroboter WALL*E ist von den Menschen zurückgelassen worden, nachdem die Erde komplett zugemüllt war. Seine Welt gerät durch den Besuch des weiblichen Androiden Eva durcheinander. Dieser zunächst nicht nach Familienfilm klingende Plot entwickelt sich zu einem spannenden Kinoereignis. Eroberte Pixar mit Intelligenz, Kreativität und geistreichem Humor bislang nur die Erde, so greifen sie mit dieser Weltraumgeschichte nach den Sternen. Kenner können sich an Anleihen aus “2001: Odyssee im Weltraum” und anderen Filmklassikern erfreuen. Technisch in gewohnter Perfektion zeichnet Regisseur Andrew Stanton seine Charaktere äußerst liebevoll und facettenreich, was ihm trotz des weitreichenden Verzichts auf Dialoge ausgezeichnet gelingt. WALL*E ist das Nonplusultra, das bisher emotionalste und zugleich kritischste Werk der Maßstäbe setzenden Animationsschmiede.

Kinostart: 25. September 2008 (Walt Disney Studios Motion Pictures)

Peters Prinzip
Stop-Motion – Deutschland 2007 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 5 Min. – FSK: ohne Altersbeschränkung – R: Jim Lacy, Kathrin Albers – P: Stoptrick, Kathrin Albers und Jim Lacy

Dieser Film ist eine kleine Rarität: Abstrakte, wissenschaftstheoretische Aussagen der Soziologie über die Arbeitswelt werden in amüsanter Art bebildert und damit für jedermann verständlich dargestellt. Auf diese Weise begreifbar gemacht, enthüllt der Film gleichzeitig auch gnadenlos deren unglaublichen Inhalt zum Thema Inkompetenzförderung. Die überaus humorvolle Weise, wie sich Jim Lacy und Kathrin Albers dieses Themas annehmen und es auf die Spitze treiben, ist sehenswert. Meisterhaft ist auch die gekonnte Umsetzung der Stop Motion, die in diesem Studio herausragend beherrscht wird.

Die schiefe Bahn
Animationskurzfilm – Deutschland 2008 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 10 Min. – FSK: liegt noch nicht vor – R: Jim Lacy, Kathrin Albers – P: Stoptrick, Kathrin Albers und Jim Lacy

Was passiert mit ehemaligen Angestellten der Deutschen Bahn, die “Opfer” der Privatisierung wurden? Ganz klar, sie geraten auf die “schiefe Bahn”. Dieser Film wird vielen Bahnkunden und ehemaligen Beschäftigten aus der Seele sprechen. Mit viel Ironie, Witz und einerunglaublichen Formenvielfalt nehmen Kathrin Albers und Jim Lacy den Wandel vom Staatsbetrieb zum börsennotierten, nur auf Gewinn bedachten Unternehmen auf die Schippe. Ein politisches Thema, das humorvoll zugespitzt und herausragend umgesetzt ist und zu Recht bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Liebeskrank
(Lovesick) – Animationskurzfilm – Deutschland 2007 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 8 Min. – FSK: ab 6 Jahren – R: Spela Cadez – P: Kunsthochschule für Medien Köln

Was passiert, wenn dem Protagonisten das Herz bricht? Richtig, ein dubioser Arzt entfernt es und heftet es wieder zusammen. Aber zum Glück verdreht dem Liebeskranken eine andere Patientin – im wahrsten Sinne des Wortes – den Kopf und lässt damit sein Herz nachwachsen. Sowohl die Geschichte als auch die musikalische Untermalung und die äußere Erscheinung der Figuren sind durchweg originell und  einzigartig. Gängige Metaphern werden überzogen und überaus pointiert eingesetzt. Dabei brilliert der ganze Film durch sein präzises Timing und seine liebevolle Ausarbeitung, so dass dem Publikum selbst das Herz aufgeht.

Kleine Prinzessin – Abenteuer im Schloss
(Little Princess) – Animationsserie – Großbritannien 2006 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 5 x 10 Min. – FSK: ohne Altersbeschränkung – R: Edward Foster – P: Illuminated Film Company Ltd., Company of Kids

Ebenso erfolgreich wie die gleichnamigen Kinderbücher von Tony Ross waren die ersten Folgen der Filmadaption. Nun gibt es endlich einen Nachschlag von der kleinen, wissbegierigen Nachwuchs-Adeligen. Ohne zu moralisieren, werden in diesen spannend erzählten, kurzen Episoden auch gesellschaftliche Werte vermittelt, was die Serie darüber hinaus im pädagogischen Sinne wertvoll macht. Dabei sind Bilder, Tempo und Inhalte sind für die Kleinsten kindgerecht. Ein geistvoller Spaß, den die Großen gemeinsam mit den Kleinen mit größtem Vergnügen genießen können.

Mozart in China
Kinder-/Jugendfilm – Deutschland/Österreich/VR China 2007 – FBW: Prädikat besonders wertvoll – 83 Min. – FSK: ohne Altersbeschränkung – R: Bernd Neuburger, Nadja Seelich – P: Kick Film, Extrafilm, Bayerischer Rundfunk, Kery TV Media Co. Ltd. – D: Marco Yuan, Mingmei Quan, Kaspar Simonischek u.a.

Der junge Danny und Li-Wei reisen mit einer  Mozart-Marionette insReich der Mitte. Während ihres China-Aufenthalts müssen die beiden ihre ganz eigenen Abenteuer mit Verstand und Kunst meistern. Dabei entwickelt sich eine Freundschaft, die auf gegenseitiges Verstehen und aufeinander Zugehen gebaut ist. Mozart in China ist ein sympathischer, angenehm entschleunigter Film, der sehr kindgerecht vielerlei Probleme anspricht: kulturelle, soziale, wirtschaftliche und auch frühpubertäre. Im allerbesten Sinne altmodisch konfrontiert der Film, ohne zu überfrachten und ohne die jungen Zuschauer zu überfordern. Tempo und Schauspielerführung entsprechen dem Stil der 1970er-Jahre. Wer in die Kinos gefunden hat, wird eine Menge Denkanstöße mitnehmen.

Kinostart: 21. August 2008 (Stardust Filmverleih)

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