Goodbye Hollywood? LOVEFiLM analysiert die zunehmende Attraktivität Deutschlands für Hollywoodfilme
LOVEFiLM, Europas größter DVD-Verleih, analysiert anlässlich des DVD-Releases zum Oscar-prämierten Drama “Der Vorleser” die Gründe, weshalb „Made in Germany“ so in ist und so viele internationale Produktionen in Deutschland entstehen. LOVEFiLM hat dazu die aktuellen Filme einmal genauer unter die Lupe genommen:
Der Vorleser: Die Buchvorlage von Bernhard Schlink verkaufte sich weltweit. Da war es keine Überraschung, dass die Verfilmungsrechte schon vor Jahren nach Hollywood gingen. Bis die erste Klappe fiel, dauerte es aber ein Weilchen: Stephen Daldry (The Hours) übernahm die Regie, während Kate Winslet für die schwangere Nicole Kidman einsprang. Eine gute Entscheidung: Winslet gewann einen Oscar, allein hierzulande sahen den Film über zwei Millionen Kinozuschauer. Warum aber wurde er in Deutschland (unter anderem in Berlin, Görlitz, der Sächsischen Schweiz und in Köln) mit deutschen Schauspielern wie David Kross, Alexandra Maria Lara und Hannah Herzsprung gedreht? Weil die Geschichte trotz des internationalen Teams durch und durch deutsch ist.
Der Pianist: Um deutsche Geschichte geht es auch in dem preisgekrönten Holocaustdrama von Roman Polanski, das unter anderem im Studio Babelsberg und in Beelitz/Brandenburg entstanden ist: Ein polnischer Pianist (Adrien Brody) versteckt sich während des Zweiten Weltkriegs im Warschauer Ghetto, ein deutscher Offizier (Thomas Kretschmann) rettet ihm das Leben. Brody gewann dafür einen Oscar und Kretschmann wurde zum international gefragten Star. Und Polanski? Dem hat es in Deutschland so gut gefallen, dass er auch seinen neuen Film hier drehte: Im Jahr 2010 soll der Thriller „The Ghost“ mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle herauskommen.
Inglourious Basterds: Berlin, Potsdam, Görlitz, Nauen, Sebnitz, Rüdersdorf: Das sind nur einige Orte, an denen Quentin Tarantino seinen lange angekündigten Weltkriegsfilm mit Brad Pitt als Nazi-Jäger drehte. Tarantino wollte für sein schauriges Nazi-Märchen so viel Lokalkolorit wie möglich, daher drehte er fast ausschließlich in Deutschland. Sämtliche Schauspieler sprechen (zumindest im Original) in ihrer Muttersprache. Christoph Waltz, der in Cannes für seine Rolle als fieser Nazi-Oberst Hans Landa als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde, glänzt sogar in vier Sprachen. Und Daniel Brühl, Diane Kruger, August Diehl und Til Schweiger dürfen einem internationalen Publikum vorführen, was in ihnen steckt.
Operation Walküre ist der wohl bekannteste Film, der in den letzten Jahren in und um Babelsberg entstanden ist. Bereits im Vorfeld wurde viel über den Historienthriller mit Tom Cruise in der Hauptrolle berichtet. Das liegt einerseits am Stoff selbst, der eines der spannendsten Kapitel der deutschen Vergangenheit aufgreift: Das gescheiterte Hitler-Attentat von Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944. Andererseits hat es auch mit Cruise selbst zu tun, den viele Deutsche (unter anderem die Nachkommen Stauffenbergs) nicht in dieser Rolle sehen wollten. Der ließ sich aber nicht abhalten – und so durfte er auch an Originalschauplätzen wie dem Bendlerblock drehen. Das verlieh dem Film eine Authentizität, die er anderswo nie erreicht hätte.
The International: Er ist einer der talentiertesten deutschen Regisseure, deshalb durfte Tom Tykwer (Das Parfum) große Teile seines Hollywood-Debüts in seinem Heimatland drehen. Clive Owen jettet als Interpol-Agent rund um den Globus, um eine besonders böse Bad Bank zur Strecke zu bringen – gedreht wurde aber großteils in Deutschland. Zum Beispiel in der Autostadt Wolfsburg. Oder im Studio Babelsberg, in dem das weltberühmte Guggenheim Museum nachgebaut wurde. Warum das Ganze? Nun ja, das echte Museum hätte etwas dagegen haben können… Aber nicht nur wegen der spektakulären Actionszenen im Guggenheim lohnt sich der spannende Wirtschaftsthriller „Made in Germany“!
Speed Racer: Die Sache klang einfach zu gut, da konnte der neu gegründete Deutsche Filmförderfonds (DFFF) nicht widerstehen: Die Wachowski-Brüder wollten ihren millionenschweren Matrix-Nachfolger komplett in Deutschland drehen. Natürlich mit allem, was dazugehört: Einer kultisch verehrten Vorlage, revolutionären Effekten und deutschen Stars wie Benno Fürmann oder Moritz Bleibtreu in kleinen Nebenrollen. Dafür gab es knapp neun (!) Millionen Euro an Fördergeldern. Ob sich die Sache wirtschaftlich ausgezahlt hat, ist nicht bekannt. Künstlerisch und kommerziell war das quietschbunte Kinderabenteuer jedenfalls eine herbe Enttäuschung. Am Drehort kann es aber nicht gelegen haben: Schließlich werden im Studio Babelsberg schon seit fast 100 Jahren Filme gedreht, da kann auch mal ein Flop dabei sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Geld, die Schauplätze, die Stars und die Storys die Hauptgründe sind, warum es Hollywoodproduktionen nach Deutschland zieht.
Seit 2006 gibt es das LOVEFiLM Angebot auch in Deutschland. Im April 2008 hat LOVEFiLM das Amazon-DVD-Verleihgeschäft in Deutschland und Großbritannien übernommen. Im Gegenzug ist Amazon Europe der größte Anteilseigner des Unternehmens geworden. Mit über 25.000 Titeln verfügt LOVEFiLM über eines der umfangreichsten Filmangebote in ganz Deutschland. Parallel zum DVD- und Blu-ray-Verleihgeschäft finden Filmfans auf http://www.digitalvd.de/dvds_ausleihen/lovefilm.php jede Menge Informationen rund um das Thema Film – exklusive Video Interviews, Berichte vom Roten Teppich, brandaktuelle Filmnews. Darüber hinaus können Kunden bei LOVEFiLM eigene Kollektionen erstellen, Rezensionen schreiben und ein persönliches Profil anlegen, um andere Filmfans in der Community zu finden und sich auszutauschen. Nicht nur die eine Million Kunden sind mit dem LOVEFiLM-Angebot zufrieden. Die Stiftung Warentest bewertete im Heft 02/2009 Internet-Videotheken und urteilte: LOVEFiLM bietet besten Abo-basierten DVD-Versand. Zudem befand sich LOVEFiLM mit der Gesamtnote “gut” (2,3) unter den drei Testsiegern.
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Goodbye Hollywood? LOVEFiLM analysiert die zunehmende Attraktivität Deutschlands für Hollywoodfilme wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »












