Kirche und Kino – die katholische Monatsschau vor 55 Jahren als Spiegel ihrer Zeit
Einst erfreuten sich Nachrichtenfilme im Kino wie „Die Deutsche Wochenschau“ oder der DEFA-„Augenzeuge“ großer Popularität. Heute geben die ehemaligen Beifilme als zeithistorisch bedeutendes Material auch Auskunft über Propaganda und Gesellschaftsbilder. Es dürfte weithin unbekannt sein, dass sich die katholische Filmarbeit knapp ein Jahrzehnt lang diesem Genre gewidmet hat und damit nicht nur Seelsorge, sondern auch Aufklärung durch und über Medien leisten wollte. Aufbauend auf Ansätzen vor dem Zweiten Weltkrieg gelang im Juni 1953 die Gründung des Katholischen Filmwerks (kurz KFW) in Rottenburg am Neckar. Unter dem Titel „Zeitschau“ startete die Monatsschau, die ab Folge 26 im September 1956 in „Spiegel der Zeit“ umbenannt wurde.
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Die insgesamt 109 Folgen der 10 bis 15minütigen Magazinsendungen beleuchteten politische Persönlichkeiten und kirchliche Würdenträger, regionales Brauchtum, soziales Engagement der Kirche im In- und Ausland, die Aufbaujahre und Kriegsheimkehrer, thematisierten aber auch Naturkatastrophen, Sportereignisse und das Kunsthandwerk. Darüber hinaus fand auch die deutsch-französische Aussöhnung und der Europagedanke Einzug in die Monatsschau.
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Im Laufe des Kirchenjahres gab es immer wieder Segnungen von verschiedenen Gegenständen und Einrichtungen wie VW Käfern, VW Bully, Opel, Landmaschinen, Triebwagen der Zugspitzbahn, Segelflugzeugen und einem Zirkus. Auch ein Schiffseelsorger oder Gottesdienste für Reisende wurden vorgestellt. Bei einem Werksbesuch bei Daimler Benz ist der nur ein Jahr eingesetzte Rennwagen Mercedes 300 SL zu sehen. In der Jugendarbeit gibt es Veranstaltungen wie eine Motorradsternfahrt, einen Modellflugzeugwettbewerb, einen Skilauf oder die Pfadfinderei.
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Der Wandel der Medienlandschaft durch den Siegeszug des Fernsehens beeinflusste auch die katholische Filmarbeit: Am 1. Januar 1962 wurde die Tellux-Film GmbH gegründet, die die gesamte KFW-Produktion übernahm. Mit der Septemberausgabe wurde „Spiegel der Zeit“ eingestellt.
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Die Ausgangsmaterialien der Filme auf 16mm sowie BETA SP-Kopien sind heute zur gewerblichen Nutzung bei Progress Film-Verleih, der zur Tellux-Gruppe gehört. Die Katholischen Monatsschauen ergänzen die DEFA-Wochenschau „Der Augenzeuge“ und die Armeefilmschau der NVA. Dazu Kerstin Lommatzsch, Leiterin des Progress Ausschnittdienstes: „Mit den katholischen Monatsschauen können wir unseren Kunden auch Material aus der Ära Adenauer bieten.“
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Quelle: PROGRESS Film-Verleih
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Kirche und Kino – die katholische Monatsschau vor 55 Jahren als Spiegel ihrer Zeit wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »












