Zeithistorisches Filmmaterial über die Atomkraft und den Fortschrittsglauben in der DDR
Die Bundesregierung hat heute die Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Atomkraftwerke beschlossen. Keines der laufenden KKW liegt in den östlichen Bundesländern, da die dortigen Kraftwerke sowjetischen Bautyps schon Anfang der 1990er Jahre wegen Sicherheitsmängeln abgeschaltet wurden.
Den Beginn des Atomzeitalters in der DDR zeigen DEFA-Dokumentarfilme und die Kinowochenschau „Der Augenzeuge“. Sie dokumentieren bis in die 1980er Jahre den utopischen Fortschrittswillen, die Hoffnung auf saubere Energie und Arbeitsplätze sowie die als problemlos erklärte Atommüllbeseitigung. Außerdem kommen deutsche Atomforscher wie Nobelpreisträgers Prof. Dr. Gustav Hertz, Prof. Dr. Heinz Barwich und Manfred von Ardenne zu Wort.
Bei PROGRESS Film-Verleih gibt es Reportagen über den ersten DDR-Forschungsreaktor in ROSSENDORF bei Dresden, über das erste DDR-Atomkraftwerk zur Energiegewinnung in RHEINSBERG sowie das größte KKW des Landes in LUBMIN bei Greifswald („KKW Bruno Leuschner“). Auch bisher unveröffentlichtes Wochenschaumaterial über den Bau in Rheinsberg ist erhältlich.
In den 1950er Jahren durfte zunächst noch über den Uranabbau in der Wismut AG berichtet werden. Das dort geförderte Uran wurde in die Sowjetunion exportiert. Doch der Spielfilm „Sonnensucher“ von Konrad Wolf (1958) über Arbeiter in der Wismut unterlag dann einem Verbot. Die Sowjetunion wollte in Zeiten der Auseinandersetzung um atomare Aufrüstung nicht öffentlich zeigen, woher sie ihr Uran bezog.
Heute befinden sich Rossendorf, Rheinsberg und Lubmin noch im Rückbau, was den Bund Milliarden von Euro kostet. Im 1994 entstandenen Zwischenlager Lubmin lagern nun die radioaktiven Abfälle aus Rheinsberg und Lubmin. 2005 wurden unter großen Protesten die aus der Sowjetunion stammenden Kernbrennstäbe von Rossendorf in das Zwischenlager Ahaus transportiert. Im August 2010 stellte sich heraus, dass Russland aufgrund eines internationalen Abkommens zur Rücknahme verpflichtet ist und sie dorthin transportiert werden müssen.
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