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Deutscher Kurzfilm „Coppelius“ im internationalen „168hours“ Wettbewerbsfinale

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Deutscher Kurzfilm „Coppelius“ im internationalen „168hours“ Wettbewerbsfinale

Zwei Deutsche auf Erfolgskurs in Hollywood

Am Anfang stand ein Slogan, ein Bibelvers und 168 Stunden Zeit, um eine Geschichte zu erfinden. Nach weiteren 168 Stunden musste der Kurzfilm gedreht, geschnitten, bearbeitet und auf dem Weg nach Los Angeles sein. Dieser Herausforderung stellten sich Matthias Haag und Matthias Müller von der Lazi-Akademie sowie der Tübinger Student Travis Mendel und realisierten ihren neunminütigen Wettbewerbsbeitrag „Coppelius“. Nun schaffte es der Film ins Finale des „168hours“-Wettbewerbs und das Team als einzige deutsche Teilnehmer unter die Top 20. Immerhin 82 Teams aus 12 Nationen beteiligten sich an diesem internationalen Kurzfilm-Wettbewerb. Mit Spannung erwarten die Filmemacher nun die Award-Verleihung am 12. April: „Coppelius“ wird am Abend auf den Awards als einer der letzten Beiträge gezeigt werden.

Die Idee hinter dem Wettbewerb ist simpel. Alle Teilnehmer erhalten einen Slogan und jeweils einen Bibelvers als Grundlage für eine Kurzgeschichte, die innerhalb von zwei Wochen in einen maximal elfminütigen Kurzfilm umgesetzt werden muss.

Das Festivalthema lautet: „Free the captives“. Das deutsche Team erhielt den Bibelvers aus 1. Petrus, Kapitel 2, Vers 16: „Lebt als freie Menschen, die Sklaven Gottes sind, und missbraucht eure Freiheit nicht als Deckmantel für das Böse“. Dazu lassen Matthias Haag und Travis Mendel in ihrem Film Regisseur Matthias Müller eine Revolutionsgeschichte erzählen: Die Revolution hat gesiegt! Diktator Coppelius ist auf der Flucht. Während bewaffnete Truppen die Hauptstadt auf der Suche nach dem verhassten ehemaligen Herrscher durchkämmen, sucht die junge Julia mit ihrem Bruder Michael Zuflucht in ihrem geheimen Versteck. Hier treffen sie auf den Mann, der für den Tod ihrer Familie und jahrzehntelange Tyrannei verantwortlich ist.

Um die Story zu entwickeln, stellten Haag und Müller, beide Studenten der Abschlussklasse Film- und Mediendesign der Lazi-Akademie Stuttgart, ein Kreativ-Team aus zwölf Akademie-Studenten zusammen. Ein vierköpfiges Team schrieb innerhalb weniger Tage das Drehbuch zu „Coppelius“. „Die Herausforderungen bei der Produktion eines Films sind immer die gleichen: Qualität, Zeit und Geld“, erklärt Matthias Haag. „Wir hatten ein Minimum an Zeit, lediglich ein Drittel des normalen Budgets für einen Diplomfilm, aber den Anspruch, auf internationalem Niveau mitzuspielen“, so Produzent Haag. Gefragt waren in allen Bereichen der Produktion ein Maximum an Kreativität und Flexibilität. Sechs Schauspieler und eine 36-köpfige Crew um Kameramann Tobias Utz und Regisseur Matthias Müller hatten so ziemlich mit allem zu kämpfen, was eine Produktion erschweren kann. Ein Tag vor Drehbeginn sagte der elfjährige Hauptdarsteller ab. Binnen 24 Stunden musste ein neuer Darsteller gecastet werden. Der Regieassistent erinnerte sich an einen elfjährigen Komparsen aus einer Werbefilmproduktion, der dann auch prompt einsprang. Die weibliche Hauptrolle wurde mit Christina Einböck, einer Schülerin der Schauspielschule Ulm, besetzt. Den männlichen Part übernahm spontan Klaus Rafalski vom Sandkorntheater in Karlsruhe.

Da der Film überwiegend bei Nacht gedreht wurde, stand die Crew ebenso vor großen logistischen Herausforderungen. Vom Lichtequipment über das Catering bis hin zur Leihtoilette musste alles organisiert werden. Als der Dreh beginnen konnte, schlug dann ein Grippevirus zu, der die Crew sukzessive um fast die Hälfte dezimierte: Der Beleuchter fiel aus, der Effektanimator lag flach und die Kostümassistentin mit Fieber im Bett. Dass der Film dennoch innerhalb der vorgegebenen Zeit fertiggestellt werden konnte, ist da fast schon ein Wunder. Während andere Wettbewerbsteilnehmer mit einer 70-köpfigen Crew und professionellsten Mitteln in Kenia drehten, entstand „Coppelius“ zum größten Teil in einer Lagerhalle in Esslingen sowie im Industriegebiet in Plochingen.

Dass den ambitionierten Jungfilmern mit ihrem Beitrag trotzdem ein feines kleines Werk gelungen ist, zeigt die Tatsache, dass der offizielle Festivaltrailer (http://www.168project.com/clipreel.cfm) mit Szenen aus „Coppelius“ beginnt.

Bewertet werden die Filme von einer Jury, der so namhafte Hollywood-Produzenten wie Ralph Winter (X-Men, Planet der Affen), Howard Kazanjian („Star Wars: Die Rückkehr der Jediritter), Mark Clayman („Das Streben nach Glück“ mit Will Smith), Bill Ewing (ehemaliger Senior Vicepresident Columbia Pictures), Gary Hall (Senior Vicepresident Fox TV Post-Production) und Luke Schelhaas (“Smallville”) als Mitglieder angehören.

Den Gewinner erwarten am 12. April im Alex Theatre in Glendale neben Anerkennung und guter Kontakte in die internationale Filmszene ein Preisgeld von 10.000 Dollar. Coppelius soll noch dieses Jahr auf weiteren deutschen Filmfestivals laufen. Die Deutschlandpremiere wird Ende Mai in Esslingen stattfinden. Ebenso soll Coppelius auf DVD veröffentlicht werden.

Award Kategorien 2008:
Best Scriptural Integration
Best Film
Best Comedy
Best Screenplay-Drama
Best Screenplay Comedy
Best Director
Best Cinematography
Best Sound Design
Best Original Score
Best Production Design
Best Actor
Best Actress
Best Supporting Actor
Best Supporting Actress
Best Editor
Best Documentary Unlimited (you pick theme and verse)
Best Documentary (BTS on a “168″ project)
Best International Film

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