LEBANON – Film des Monats Oktober
Wir freuen uns, dass die Jury der evangelischen Filmarbeit den Film LEBANON als Film des Monats Oktober ausgezeichnet hat.
Zur Jurybegründung:
„Der ganze Film ist konsequent aus der Innenperspektive gedreht und lässt so das Publikum an der klaustrophobischen Enge im Panzer wie der emotionalen Verstörung der Soldaten ungefiltert teilhaben. Das Zielfernrohr mit seinem eingeschränkten Blick wird zur zweiten Kamera, die das Außen nur noch als Schlachtfeld mit seinen Opfern ins Visier nimmt. Der Film zeigt eine traumatisierende Erfahrung aus der Perspektive von Beteiligten, für die der Panzer zum Symbol ihrer Qual und ihres Gefangenseins wird. Dieser Krieg kennt keine Sieger, sondern nur Verlierer.“
Auf den Filmfestspielen in Venedig 2009 wurde LEBANON mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
LEBANON
Sommer 1982 – Der erste Libanon-Krieg. Ein einzelner Panzer wird zu einer Routinemission abkommandiert, die sich zu einem Albtraum entwickelt. Völlig unvorbereitet findet sich die vierköpfige Panzerbesatzung gefangen in einer Gewaltsituation, die sie in jeder Hinsicht überfordert. Nur noch ihrer Angst und ihrem Instinkt gehorchend, versuchen die vier jungen Männer, im Chaos des Krieges zu überleben…
LEBANON setzt die klaustrophobische Erfahrung des Gefangenseins in einem engen, heißen, unter Beschuss stehenden Panzer – einem rollenden Sarg – mit fast brutaler Konsequenz um: Der Film ist aus der Innensicht der vier Panzerinsassen erzählt. Den Krieg und die beklemmende Bedrohung sieht man nur durch den Sucher des Zielfernrohrs. Der Zuschauer erlebt die Situation als Beteiligter mit.
LEBANON ist ein sehr persönlicher Film, der die Geschichte von vier jungen Männern erzählt, die nie zuvor mit Gewalt konfrontiert waren und plötzlich realisieren, dass sie Menschen töten müssen, wenn sie nicht selbst getötet werden wollen. Ein Film, der das Überleben in ständiger Todesangst thematisiert und in dem der Konflikt zwischen Instinkt und Menschlichkeit seine Opfer fordert.
Der israelische Filmemacher Samuel Maoz verarbeitete eigene traumatische Erlebnisse in seinem ersten, verstörend intensiven und von der Kritik hochgelobten Spielfilm, der mit dem Goldenen Löwen in Venedig 2009 und weiteren internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.
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