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Erster „Tatort“ in HD-Qualität auf Blu-ray Disc – Schimanskis erster Fall „Duisburg-Ruhrort“

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Erster „Tatort“ in HD-Qualität auf Blu-ray Disc – Schimanskis erster Fall „Duisburg-Ruhrort“

Auch nach fast 50 Jahren ist „Tatort“ noch immer die beliebteste Krimi-Reihe im deutschen Fernsehen. Alles begann mit „Taxi nach Leipzig“ am 29. November 1970. Fast zeitgleich mit der 1000. Folge mit demselben Titel beginnt das 1997 gegründete Berliner Medienunternehmen Icestorm, das sich vor allem auf filmische Schätze aus der DDR und anderen Ostblockstaaten spezialisiert hat, mit der Veröffentlichung einiger Folgen aus der Pionierzeit der Reihe. Dies ist nicht der erste Versuch. Den 40. „Tatort“-Geburtstag im Jahr 2010 nahm das amerikanische Medienunternehmen Walt Disney Studios Home Entertainment zum Anlass, einige besonders beliebte Folgen auf Einzel-DVDs und in Sammlerboxen mit thematischen Schwerpunkten herauszubringen. Was gut begann endete dann aber jäh, wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen. Man kann nur hoffen, dass den Verantwortlichen bei Icestorm aus lizenzrechtlichen oder kommerziellen Gründen nicht vorzeitig die Luft ausgeht wie einem Hollywood-Studio, das primär andere Interessen hat als Fernsehreihen in Europa zu vermarkten. Icestorm dagegen hat bereits Erfahrung mit der Veröffentlichung sämtlicher DDR-Folgen von „Polizeiruf 110“, die im Wechsel mit Studio Hamburg erschienen. In den bisher erschienen Jahrzehnte- und Ermittler-Boxen ließen sich leider einige Redundanzen nicht vermeiden. So gibt es einige der beliebtesten Folgen schon dreimal auf DVD, andere dagegen noch gar nicht. Das betrifft besonders ältere Fälle aus Österreich und der Schweiz.

Ein absolutes Novum liefert Icestorm jetzt mit der Premiere eines „Tatorts“ auf Blu-ray Disc in HD-Qualität. Dafür hat man sich die erste Folge eines der beliebtesten Ermittler ausgewählt, „Duisburg-Ruhrort“ mit Horst Schimanski (Götz George). Dafür wurde das Ausgangsmaterial aufwändig neu digitalisiert und bearbeitet. Beim Vergleich mit der DVD aus der Schimanski-Box fallen bei der neuen Blu-ray Disc besonders die natürlicheren Farben auf. Die Auflösung spielt bei entsprechendem Betrachtungsabstand eher eine untergeordnete Rolle. Denn auch die HD-Ausführung zeigt aus der Nähe betrachtet eine wenn auch feine Körnigkeit. Außerdem ist hier ein leichtes Flimmern wahrnehmbar. Insgesamt hat sich also für den einen historischen Fall die Mühe gelohnt, ob das aber für alle (noch geplanten) Folgen sinnvoll ist, darf bezweifelt werden. Denn oft ist das Ausgangsmaterial von so schlechter Qualität, dass auch eine noch so aufwändige Bearbeitung keinen allzu großen Nutzen mehr bringen würde. Eine Farbkorrektur ist bei den alten Filmen immer vorteilhaft.

Gemäß den bisherigen DVD-Veröffentlichungen scheint Schimanski wirklich der erfolgreichste und beliebteste „Tatort“-Kommissar aller Zeiten zu sein. Gleich zweimal sind jetzt schon alle Folgen auf DVD erschienen, ebenso wie die Folgeserie „Schimanski“, in der er als Pensionär noch weitere Fälle löst. Keinem anderen Ermittler war es vergönnt, nach seiner aktiven Zeit im „Tatort“ in einer eigenen Krimireihe, die seinen Namen trägt, weiter auf Verbrecherjagd gehen zu dürfen. Am 28. Juni 1981 wurde der erste Schimanski-Tatort „Duisburg-Ruhrort“ ausgestrahlt. Der unkonventionelle Ruhrpott-Kommissar sorgt zunächst für zwiespältige Reaktionen. Für die einen ist er ein Gesetzesbrecher und Schmuddel-Kommissar, doch für die meisten wird er zu einem Idol, weil er sich gegen die Obrigkeit auflehnt und für Arme und Benachteiligte eintritt, ohne Konventionen zu beachten und dabei auch gegen den Strom schwimmt. Er verfügt sowohl über kriminelle Energie als auch über ein ungeheures Gerechtigkeitsempfinden. Dabei interessieren ihn die menschlichen Hintergründe mehr als die Verbrechen. Nebenbei gilt er als Prototyp für die sexuelle Revolution der Altachtundsechziger. Mit seinem muskulösen Körper zieht er die Frauen an, ist außerdem anarchistisch mit zuweilen hartem Umgangston. Die Hassliebe zu seinem Antipoden Christian Thanner (Eberhard Feik), einem pflichtbewussten Vorzeigepolizisten, gilt vielen späteren Ermittlerteams als Vorbild. All diese Eigenschaften werden in diesem Schimanski-Pilotfilm beispielhaft vorgeführt. Man merkt schon in der ersten Einstellung, dass der ledige Schimanski, der 1942 in Breslau geboren wurde, von „ganz unten“ stammt. In seiner Jugend war er selbst ein Kleinkrimineller. Er trägt fast immer Jeans und Parka und spricht die drastische Sprache des Milieus, in dem er ermittelt. Sein Lieblingswort „Scheiße“ fällt sehr oft. Außerhalb der Dienstzeit trinkt Schimanski gerne oder schlägt sich. Seine Wohnung sieht ziemlich chaotisch aus, was bereits die ersten Einstellungen zeigen. Als Kumpel ist er verlässlich, freigebig und sehr verständnisvoll. Ein großes Herz hat er besonders für Kinder und Jugendliche, außerdem für weibliche Bewunderer aller Art. Schimanski ermittelt in „seinem“ Milieu, formlos und auf eigene Faust. Dienstvorschriften oder Verhöre im Kommissariat sind nichts für ihn. Neben der Dienstpistole setzt er auch gerne und oft seine Fäuste ein.

Christian Thanner ist ebenfalls ledig und wurde 1945 in Köln geboren. Der Vorzeigebeamte bearbeitet seine Fälle genau nach Vorschrift und ist im Umgang mit Verdächtigen, Zeugen und Tätern korrekt und stilvoll. Er vermeidet unnötige Gewalt und löst seine Fälle mit Köpfchen und der Unterstützung Schimanskis. Dabei muss er öfters Ausschreitungen seines unbeherrschten Partners verhindern. Thanner ist immer und überall ordentlich und korrekt, im Umgang mit Chefs und Dienstvorschriften ebenso wie mit Freunden oder seiner Lebensgefährtin Silvia. Er hat gute Manieren und legt großen Wert auf sein Äußeres. Dazu gehören Anzug und Krawatte und ein sorgfältig gepflegter Schnurbart. Nur selten entscheidet der Kommissar aus dem Bauch heraus. Dafür hat er viel zu sehr seine ersehnte Karriere beim Bundeskriminalamt im Blick. Er lässt sich nur in Ausnahmefällen zu einer unsachlichen Bemerkung und Beschimpfung hinreißen.

Ihr Vorgesetzter Kriminalrat Karl Königsberg (Ulrich Matschoss) brachte Schimanski 1970 als väterlicher Freund „aus dem Milieu“ zur Polizei. Er ist ein vornehm gekleideter Kunstliebhaber, der penibel auf die Einhaltung von Dienstvorschriften achtet, aber bei Schimanskis Eskapaden auch mal ein Auge zudrückt. Neben den Personen und Typen spielen auch die Kulissen in Duisburg eine entscheidende Rolle, vor allem der größte Binnenhafen der Welt in dieser Folge im Milieu von Binnenschiffern. Die Malocher in Fabriken und Hafen, die bunte Bevölkerungsmischung, die Motorrad-Rocker oder Fußballfans des Meidericher SV prägen die Stadt in den 1980er Jahren, außerdem zerfallende Häuser und gebrochene Menschen, die oft kaputt, aber dennoch liebenswert sind, wie Frau Poppinga, dargestellt von Brigitte Janner, der heutigen Lebensgefährtin von Regisseur Hajo Gies. Zum Film in bestechender HD-Qualität kommt ein informatives Booklet mit einer Würdigung von Götz George (1938-2016) und einem Gespräch mit seinem langjährigen Regisseur Hajo Gies, der als erster für einen „Tatort“ einen Grimme-Preis erhielt. Bei 15 von insgesamt 29 Schimanski-Folgen führte er Regie, ebenso bei den beiden Schimanski-Kinofilmen „Zahn um Zahn“ und „Zabou“, die leider in den Schimanski-Boxen fehlen.

Dieser Blu-ray Disc liegt als Bonus eine Musik-CD „Best of Schimanski“ bei. Sie enthält viele Titel der Schimanski-Folgen mit bekannten Deutsch-Rockern wie Marius Müller-Westernhagen oder Klaus Lage, außerdem die berühmte „Tatort“-Melodie zum Vor- und Abspann von Klaus Doldinger. Wer noch mehr Musik zu Tatort hören möchte, kann sich auf die 3-CD-Box „Best of Tatort“ freuen. Sie enthält neben dieser CD „Best of Schimanski“ noch weitere Titel in „Best of Tatort“ mit Hits, Melodien und Raritäten aus vier Jahrzehnten „Tatort“ (Santana, Nina Hagen, Wolfgang Ambros, Stefan Waggershausen, Chris Rea) und „Weiter Hits und Raritäten“, darunter David Knopfler, Nazareth und James Last. Für Nostalgiker gibt es diese Musiktitel auch auf einer Doppel-Vinyl-LP.

Man merkt, dass sich Icestorm wirklich Mühe gibt, neben den größeren Ermittler- und Jahrzehnte-Boxen auch im Kleinen den „Tatort“-Fans etwas zu bieten, was es bisher noch nicht gab. Man darf gespannt sein, welche Überraschungen in Zukunft noch geboten werden. Ausführliche Informationen zu den „Tatort“-Aktivitäten bei Icestorm gibt es unter www.spondo.de.

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