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„Zeugin der Anklage“ auf Blu-ray Disc

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„Zeugin der Anklage“ auf Blu-ray Disc

Vor 60 Jahren inszenierte der Regisseur Billy Wilder den Film „Zeugin der Anklage“ (Originaltitel: Witness for the Prosecution), nach dem gleichnamigen Theaterstücks der Queen of Crime Agatha Christie. Der in London spielende Gerichtskrimi errang 1958 sechs Oscar-Nominierungen und wurde 2008 vom American Film Institute in seine Liste der „besten Gerichtsdramen aller Zeiten“ aufgenommen.

Es geht um den Anwalt Sir Wilfried Robarts, der aus gesundheitlichen Gründen eigentlich keine komplizierten Fälle mehr übernehmen soll, dann aber doch die Verteidigung von Leonard Vole übernimmt. Vole soll die ältere und wohlhabendere Emily French erschlagen haben. Das Motiv: sie hat ihm ihr gesamtes Vermögen von immerhin 85.000 englischen Pfund testamentarisch zugedacht. Doch ist Vole, ein attraktiver und naiver Mann, wirklich ein eiskalter Killer, der sich durch ein so offensichtliches Motiv automatisch zum Hauptverdächtigen macht?

Sir Wilfried ist von seiner Schuld überzeugt, besonders nachdem er Voles Frau Christine kennen lernt. Eine eiskalte und berechnende Frau. Ihre Aussagen sind so undurchsichtig und rätselhaft wie ihr gesamtes Verhalten. Als es zur Verhandlung vor dem Hauptkriminalgericht kommt, hat Sir Wilfried nicht zu Unrecht einige Sorgenfalten auf der Stirn. Doch was ihn dann tatsächlich erwartet, übersteigt seine Befürchtungen noch einmal um ein Vielfaches.

Bis heute begeistert und fasziniert der Film sein Publikum. Hier stimmt einfach alles. Angefangen bei brillanten Geschichte und deren Plot, der Spannungsmomente, den gut eingesetzten komödiantischen Einlagen und natürlich vor allem den grandiosen Schauspielern. Charles Laughton als Sir Wilfried Roberts begeistert in seiner Rolle, Marlene Dietrich ,als eiskalte Christine Vole, ist auf dem Höhepunkt ihrer Kariere, und ein charismatischer Tyrone Power als Angeklagter. Keine Frage, bei dem Film handelt es sich um ein Meisterwerk!

1982 entstand eine Neuverfilmung für das Fernsehen. Diese war zwar nicht minder packend wie das Original, nur leider nicht so amüsant. Der herrliche Wilder-Touch fehlte eben. Was nicht fehlte war ebenfalls eine Riege an bekannten Stars, darunter Sir Ralph Richardson, Diana Rigg, Beau Bridges und Deborah Kerr.

2016, 34 Jahre nach dem Remake, bringt die BBC eine neue TV-Variante des Klassikers heraus, welches ebenfalls mit guten Schauspielern besetzt ist, so sind hier Toby Jones („Der Nebel“, Kaltes Blut“), Billy Howle („Dunkirk“), Andrea Riseborough („Birdman“, „Nocturnal Animals“) und „Sex and the City“-Star Kim Cattrall zu sehen. Doch auch wenn diese Neuverfilmung der BBC optisch, was das 1920er Jahre Setting und die Kostüme sowie die schauspielerischen Leistungen angeht, sehr ansprechend ist, und die Atmosphäre stimmungsvoll böse und düster überzeugt, so kann der Film dennoch nicht wirklich überzeugen. Die Neuverfilmung zieht sich zäh wie ein Kaugummi und kann den Zuschauer nicht wirklich packen. Sympathien kann man zu keinem der Charakteren aufbauen, da, obwohl gut gespielt, sie doch alle recht blass und blutleer bleiben. Auch der eigentliche Plot, der in der Originalversion und auch in dem Remake von 1982 die Zuschauer vom Hocker haut, ist hier zwar auch vorhanden, aber nicht so spektakulär. Diese „Zeugin der Anklage“ ist eher ein Psychogramm auf den Anwalt. Kurz und gut, lieber noch einmal das Original mit von Billy Wilder anschauen.

Für alle, die trotzdem neugierig auf dem Film geworden sind, können diesen jetzt auf Blu-ray, veröffentlicht von Concorde Home Entertainment, zu sich nach Hause holen. Die technische Umsetzung ist nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Zufrieden stellend wäre an dieser Stelle wohl die richtige Bezeichnung. Das Bild (1:1.78) ist leicht gelbstichig, aber wohl so gewollt. Die Schärfe ist mittelmäßig, und es gibt ein deutliches Rauschen. Der Kontrast ist auch nicht der Beste. Er lässt in dunklen Szenen alle Details gänzlich verschwinden.  Der Ton (DTS-HD Master Audio 5.1) mit seinen Dialogen ist zu jeder Zeit gut verständlich. Anfänglich, bei Szenen aus dem Ersten Weltkrieg, mit seinen Bomben und Schützengräben, kommt auch einen Moment lang wuchtiger Klang an die Ohren. Bonusmaterial gibt es nicht.

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