Beethoven Streichquartette, Juilliard Quartet
Robert Mann, violine – Earl Carlyss, violine
Samuel Rhodes, viola – Joel Krosnick, violoncello
“Vor allem der Beethoven! Sie spielten Beethoven anders als er je zuvor gespielt wurde!”, so der Komponist William Schuman, damals Präsident der Juilliard School of Music, als er 1946 das Juilliard String Quartet als Hausquartett der berühmten New Yorker Musikakademie einführte. Heutzutage sind die “Juilliards” eine lebende Legende und über Amerika hinaus als das größte aller Streichquartette angesehen, nicht zuletzt wegen ihrer Beethoven Interpretation, die ihnen einen Grammy Award einbrachte. Diese DVD zeigt ein reines Beethovenprogramm, welches das Quartett im bayerischen Polling 1975 einspielte. Bereits auf der Höhe ihrer Karriere, die bis heute schon über sechs Dekaden andauert, sind sie in der wunderschönen Barockbibliothek der früheren Augustinerabtei im Südwesten Münchens zu sehen, die von Kammermusikern sowohl als Augenweide aber besonders auch wegen der einmaligen Akustik geschätzt wird. Es erklingen drei der zahlreichen Werke, die Beethoven für Streichquartett komponierte: ein frühes Stück (op.18 Nr. 4, komponiert 1799), ein Werk aus der mittleren Periode (das erste der drei Rasumovsky Quartette op.59 aus dem Jahr 1806) und ein spätes Quartett (das berühmte op. 131 von 1826, das mit seiner Fugentechnik und seinem musikalischen Motivfluss für das gesamte 19. Jahrhundert wegweisend blieb). Die Besetzung des Juilliard String Quartets in dieser Aufnahme schließt noch den Gründer und Ersten Geiger Robert Mann ein, der heute bereits im Ruhestand ist. Er betrachtete sich stets als primus inter pares, die Gleichberechtigung aller Spieler achtend, eine Sicht, die vom zweiten Geiger Earl Carlyss mit dem Gleichnis eines Stuhls ausgedrückt wurde, von dessen vier Beinen auch keiner fehlen oder zu kurz sein dürfe. Der New Yorker Komponist Samuel Rhodes ist auch heute noch der Bratscher des Ensembles, wie auch Joel Krosnick, der, damals erst im zweiten Jahr dabei, noch heute der Cellist ist. Der Betrachter kann mit diesem Weltklasseensemble Kammermusik in ihrer reinsten Art genießen und in der beeindruckenden Schönheit der Pollinger Bibliothek erleben, wie in einem Quartett, in dem es keine Starallüren gibt, die Musik und die Kommunikation der Künstler miteinander die Hauptrolle spielt.
Beethoven Streichquartette, Juilliard Quartet wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »













