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Mozarts „Così fan tutte“ als Live-Aufzeichnung von den Salzburger Festspielen 1983 neu auf DVD

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Mozarts „Così fan tutte“ als Live-Aufzeichnung von den Salzburger Festspielen 1983 neu auf DVD

Così fan tutte 150x213 Mozarts „Così fan tutte“ als Live Aufzeichnung von den Salzburger Festspielen 1983 neu auf DVDWas Bayreuth für Wagner ist Salzburg für Mozart. Nirgendwo sonst werden seine Opern so stilgetreu und zeitlos, gleichzeitig musikalisch so perfekt und vorbildlich aufgeführt. In der Salzburger Aufführungsstatistik der meistgespielten Mozart-Opern steht „Così fan tutte“ nach der „Zauberflöte“ und „Le Nozze die Figaro“ an dritter Stelle. Erst relativ spät im 20. Jahrhundert wurde diese Oper als vollgültiges Meisterwerk anerkannt. Große Namen wie Richard Strauss, Bruno Walter oder Karl Böhm standen am Pult im Salzburger Orchestergraben. 1982 wurde erstmals der Italiener Riccardo Muti berufen, die ehrwürdigen Wiener Philharmoniker und ein erstklassiges Solistenensemble zu leiten. Und es war ein voller Erfolg. Die vorliegende Aufnahme entspricht mit wenigen Umbesetzungen dieser Premierenproduktion. Die Inszenierung von Michael Hampe im Kleinen Festspielhaus bleibt ebenso traditionell wie das genial einfache Bühnenbild, das durch wenige Änderungen aus einer Uferpromenade in Neapel ein Zimmer mit Meerblick macht. Kein überflüssiger moderner Firlefanz lenkt vom eigentlichen, der genialen Musik Mozarts, ab.

Das Hauptthema der in Neapel spielenden Oper, die Treue der Frauen, ist zeitlos und ortsunabhängig. Don Alfonso (Sesto Bruscantini) wettet mit den beiden Offizieren Guglielmo (James Morris) und Ferrando (Francisco Araiza), dass ihre Bräute genauso leicht zu verführen seien wie alle Frauen – „Così fan tutte“ heißt „So machen es alle Frauen“. Die beiden nehmen die Wette an und verlassen scheinbar die Stadt, um mit dem Schiff in den Krieg zu ziehen. Als bärtige Albaner verkleidet kommen sie zurück und werden von Don Alonso mit ihren Bräuten Fiordiligi (Margareth Marshal) und Dorabella (Ann Murray) bekannt gemacht. Jeder macht der Frau des anderen den Hof, aber sie werden abgewiesen. Als sie sich schon als Sieger der Wette fühlen spinnt das Kammermädchen Despina (Kathleen Battle) zusammen mit Don Alonso eine Intrige und hetzt die beiden Männer weiter auf ihre unwissenden Frauen, die sogar einen Selbstmordversuch aus Liebeskummer vortäuschen. Schließlich soll es doch noch zum Traualtar gehen, die verkleidete Despina spielt den Notar. Aber kaum sind die Verträge unterschrieben, ziehen sich die Bewerber zurück. Don Alonso verkündet die Rückkehr von Ferrando und Guglielmo. Den untreuen Bräuten wird gewaltig der Kopf gewaschen. Der Sieger der Wette Don Alfonso rät den Freunden, ihnen zu vergeben, denn „so machen es alle Frauen.“

Die Darstellung dieser eigentlich einfachen Geschichte gelingt Mozart in seiner unnachahmlichen Art der persönlichen facettenreichen Charakterzeichnungen. Diese viel umjubelte Inszenierung setzt das kongenial um. Mutis souveräner Umgang mit Mozarts Musik, die legendären Wiener Philharmoniker sowie das prominent besetzte, sehr homogene Sängerensemble verdienen hohes Lob. Bis zum Mozartjahr 1991 stand diese Aufführung in der Gunst des Festspielpublikums ganz oben. Regisseur Hampe lässt den Sängern Zeit, die Pointen im Text und die musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten auszukosten. Klar werden die drei Paare mit ihren wechselnden Beziehungen zueinander charakterisiert. Die Inszenierung lässt immer etwas spüren von der südlichen Sonne. Muti, selbst aus Neapel stammend, findet wunderbar das Gleichgewicht zwischen Ernst und Heiterkeit. Die Sänger, obwohl außer Bruscantini keine Italiener, verbreiten das Gefühl der mediterranen Leichtigkeit. Alle beherrschen die Hohe Schule des Mozartgesangs perfekt. Die beiden Schwestern, gespielt von einer Schottin und einer Irin wirken etwas schwerblütiger als ihre Männer, die aus Mexiko und den USA stammen, aber in den Duetten und Ensembles wird eine unnachahmliche Harmonie erreicht. Kathleen Battle, ebenfalls aus den USA, zeichnet ein markantes Charakterbild der Despina, auch in ihrer zeitweiligen Hosenrolle als Arzt und Notar. Die drei Stunden vergehen bei dieser fesselnden Musik und Inszenierung wie im Flug und bleiben nachhaltig in guter Erinnerung. (Johannes Kösegi)

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