:Orpheus und Eurydike in der Choreographie von Pina Bausch, Paris, Opéra National, Live-Aufzeichnung Februar 2008
Pina Bausch hat lange gezögert, bis sie der Live-Übertragung einer ihrer Aufführungen zustimmte. Doch bei “Orpheus und Eurydike”, Glucks berühmter Oper aus dem Jahr 1762, die sie 1975 in Wuppertal als Tanzoper uraufführte und 2004/05 neu einstudierte für die Tänzer der berühmten Opéra Garnier in Paris, machte sie im Februar 2008 eine Ausnahme und stimmte einer Live-Übertragung und schließlich auch der Aufzeichnung auf DVD zu.
Gluck hatte von Anfang an geplant, seinem Werk eine Choreographie an die Seite zu stellen. Pina Bausch hat sich von der dramatischen Wucht des Komponisten inspirieren lassen. Die Starchoreographin verwandelte Glucks “Orpheus und Eurydike” in ihrer Inszenierung in eine “getanzte Oper” – in eindringliche Bilder, die vom unausweichlichen Schicksal des Menschen, von Liebe und Tod, handeln.
Die Hauptfiguren – Orpheus, Eurydike und Amor – sind Stimmen. Zugleich sind sie aber auch Körper, die tanzen. Nach dem Willen von Pina Bausch sind es zutiefst gespaltene Figuren, wie zerrissen zwischen ihrem ‚singenden Ich‘ und ihrem ‚tanzenden Ich‘. Ihre Vision steht dabei nicht im Widerspruch zu der von Gluck, sondern ergänzt diese: Sie ist viel düsterer. Der fließende Tanz, der liebende Körper offenbart, verweist vor allem auf deren Verletzlichkeit. Der Gesang fleht und beschwört Zeus und rührt diesen schließlich. Aber der Tanz verweist auf das Menschsein und die Sterblichkeit.
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:Orpheus und Eurydike in der Choreographie von Pina Bausch, Paris, Opéra National, Live-Aufzeichnung Februar 2008 wurde bearbeitet von Patrick Fiekers • Permalink • Kommentar schreiben »












