Sviatoslav Richter spielt Mozart and Chopin
Sviatoslav Richter (1915-1997) kann ohne Übertreibung als einer der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Er mochte es überhaupt nicht beim Klavierspielen gefilmt zu werden und so waren die Umstände, unter denen diese Aufnahme 1989 im Londoner Barbican Centre entstand alles andere als unkompliziert. Richter, der bekanntermaßen sehr leidenschaftlich sein konnte und auch mal ein Konzert kurzerhand absagte, war anscheinend nicht bewusst, dass dieses Konzert mitgeschnitten werden sollte. Es kam zu erhitzten Debatten, bei denen er dem Mitschnitt schließlich unter zwei Bedingungen zustimmte: keine Kamera in seinem Blickfeld und – wie er es gewohnt war und seit Jahren praktizierte – nur eine einzige kleine 40-Watt-Lampe, die nicht ihn sondern die Noten erleuchtete.
Richter wollte in seinen Konzerten alle Aufmerksamkeit auf die Musik lenken und sich als den Interpreten soweit wie möglich aus dem Blickfeld nehmen. Von diesem Prinzip machte er auch bei der Filmaufnahme keine Ausnahme und wenn sich der Zuschauer manchesmal des vollen Blickes beraubt fühlt, dann sei ihm gegenwärtig, dass das wenige von Sviatoslav Richter, sas man in diesem Film sieht, doch mehr ist, als man meist in seinen Konzerten zu sehen bekam!
Vor allem aber gibt diese Aufnahme eine Chance seine wunderbaren Darbietungen von Werken von Mozart und Chopin im Konzert zu erleben. Im Bonusfilm gibt es weitere Chopin Études und das Rachmaninoff Étude-Tableau in einer der seltenen Fernsehaufzeichnungen des noch deutlich jüngeren Richter aus dem Jahre 1969.
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