Teatro alla Scala – Cilea: Adriana Lecouvreur
Adriana Lecouvreur: Daniela Dessì
Dirigent: Roberto Rizzi Brignoli
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala
Eine prachtvolle Rokoko-Welt voller Spiegel, Schleier und halb verborgener Prospekte, sozu-sagen ein Blick hinter die Kulissen des Lebens: So setzte Lamberto Puggelli 1989 die Theateratmosphäre von Adriana Lecouvreur an der Scala um. In der vorliegenden Wiederaufnahme dieser Produktion vom Januar 2000 verlieh eine neue Sängergeneration Cileas Meisterwerk frischen Glanz. Die Sopranistin Daniela Dessì war bereits zu Beginn ihrer Karriere in den 1980er Jahren an der Scala einer der Stars in Mutis umjubeltem Mozart-Da-Ponte-Zyklus, und seitdem hat sie rund um den Globus an allen führenden Opernhäusern in den großen Sopranpartien von Verdi und Puccini brilliert. Ihr Scala-Debüt als Adriana bildet eine wichtige Ergänzung für ihr kontinuierlich wachsendes Verismo-Repertoire (zu dem auch die Maddalena in Andrea Chénier und Mascagnis Iris gehören), und die italienische Presse war einmütig in ihrem Lob: Während La Repubblica vor allem den »sinnlichen Klang« ihrer Stimme bewunderte, nannte La Nazione ihre Interpretation »herzergreifend«. Ihre Partner sind zwei der bedeutendsten russischen Sänger unserer Tage: Der Tenor Sergej Larin absolvierte seine Ausbildung in Litauen und machte nach seinem Debüt als Alfredo erstmals international von sich reden, als er 1990 an der Wiener Staatsoper den Lensky in Eugen Onegin sang. Seitdem hat er auch andere dramatische Rollen gesungen, darunter immer wieder den Don José in Carmen, mit dem er bereits in ganz Europa und den USA zu hören war, und die Partie des Maurizio scheint maßgeschneidert für seine Stimme. Die Mezzosopranistin Olga Borodina gehört seit langem zu den Stars im Ensemble der Kirov-Oper von Valery Gergiev, und 1992 begann sie als Saint-Saëns’ Dalila an Covent Garden ihren Siegeszug durch die internationale Opernszene. In dieser Partie und als mindestens ebenso verführerische Carmen ist sie ein gefragter Gast auf den Bühnen der Welt, und auch als eifersüchtige Fürstin von Bouillon weiß sie zu glänzen. Die übrigen Partien sind ebenfalls exzellent besetzt, wobei vor allem Carlo Guelfi in der exponierten Baritonpartie des Michonnet überzeugt. Für dramatischen Schwung sorgt mit Roberto Rizzi Brignoli ein junger Dirigent aus der Schule von Gianandrea Gavazzeni, einem der engagiertesten Fürsprecher des Verismo.
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