Angst hat eine kalte Hand mit Cornelia Froboess
Es geschah am helllichten Tag? Hedi Zoll (Cornelia Froboess), eine ältere Krankenschwester, wird eines Tages auf dem Parkplatz ihrer Klinik brutal überfallen und verschleppt. Als sie eine Woche später verwahrlost und mit gestörtem Erinnerungsvermögen plötzlich bei der Polizei auftaucht, um Anzeige zu erstatten, glaubt ihr kein Mensch. Ihren Entführer sah sie nie anders als mit einer Gasmaske auf dem Gesicht, und alle anderen Details scheinen aus ihrem Gedächtnis verbannt. Es gibt überhaupt kein brauchbares Indiz für die beamten. Ist die Frau etwa nur Opfer einer eigenen Psychose geworden? Die ehrgeizige Beamtin Kim Osswald (Katja Riemann) ist die Einzige, die den Kontakt zur traumatisierten Hedi aufrechterhält. Dabei übersieht sie jedoch beinahe, dass sie selbst in höchste Gefahr gerät.
Entstanden ist hier intelligenter Psychothriller, der weit über dem heutigen TV-Niveau angesiedelt ist. Er bezieht seine ambivalente Dramaturgie Spannung aus dem Mächtespiel von Gut und Böse, vor allem aus dessen Umkehrung. Dieser Filmduktus wird auch konsequent durchgehalten. Zudem einer der seltenen Filme bei denen Katja Riemann mit ihrem Ex Peter Sattmann gemeinsam vor der Linse agierten. Matti Geschonneck erhielt 1996 den Sonderpreis Regie beim Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für diese Milieustudie. Mit Angst hat eine kalte Hand, hat edel motion mittlerweile den fünften Film aus der Reihe Ausgezeichnet! Die Gewinner-Film Edition auf den DVD-Markt gebracht. In dieser Reihe werden jene Filme veröffentlicht, die einen Preis gewonnen haben, ganz gleich, ob national oder international. Und dieses kleine Juwel macht seinem Namen alle Ehre, handelt es sich doch um ein e ruhig, bedächtig und filigran inszenierte Studie über die Grenzengänge isolierter Individuen, die letztlich alle nur Opfer sind. In diesem Film gibt es nämlich keine Täter im klassischen Sinne.
Filmemacher Matti Geschonneck (geboren 1952 in Potsdam) zählt zu den renommiertesten Fernsehregisseuren Deutschlands. Seine Krimis und Dramen sind zumeist Milieuzeichnungen. Er wurde mit wichtigen Fernsehpreisen bedacht, so erhielt er 2006 den Deutschen Fernsehpreis für “Die Nachrichten” und “Silberhochzeit”, den Bayerischen Fernsehpreis (“Die Nachrichten”) und ein Jahr später den Adolf-Grimme-Preis für den selben Film. 2008 gewann der Geschonneck-Thriller “Duell in der Nacht” den Deutschen TV-Krimi-Preis.
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