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Außergewöhnliche DVD-Kollektion „Große Kinomomente“ von KulturSPIEGEL/Universum Film

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Außergewöhnliche DVD-Kollektion „Große Kinomomente“ von KulturSPIEGEL/Universum Film

Hotel Ruanda 150x204 Außergewöhnliche DVD Kollektion „Große Kinomomente“ von KulturSPIEGEL/Universum FilmDie digitale Revolution und das Internet brachten für die Verlage traditioneller Printprodukte große Veränderungen mit sich. Neben dem redaktionellen Online-Angebot bieten vor allem die größeren Verlage in verschiedenen Nebengeschäften auf ihrer Homepage die unterschiedlichsten Güter und Dienstleistungen an, die über hauseigene und fremde Internetshops vertrieben werden. Sehr innovativ auf diesem Gebiet ist die Hamburger SPIEGEL-Gruppe, die in einem eigenen Shop ein reichhaltiges Angebot von verschiedenen digitalen Medien bis zu Leserreisen anbietet. Eine bedeutende und lukrative Sparte sind DVD-Editionen mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Die Redaktion des KulturSPIEGEL wählt dazu die Filme aus und liefert sachkundige Begleittexte, die Rechteinhaber der Filmgesellschaften, meist Kinowelt/Arthaus und die Bertelsmann-Tochter Universum Film, stellen die Lizenzen und DVDs zur Verfügung. Eine schmucke Verpackung mit ansprechendem Design macht das Ganze zu einer unverwechselbaren Marke von bleibendem Wert. Bei der Auswahl der Redakteure können nur wirklich hochwertige Filme bestehen. Das beweist schon der Titel der ersten Kollektion „Die 50 besten guten Filme“ von Arthaus mit meist preisgekrönten Streifen der letzten Jahrzehnte, wobei es glücklicherweise kaum Redundanzen zu bereits bestehenden Editionen z.B. der Süddeutschen Zeitung gibt. Als logische Fortsetzung dieser beliebten Auswahl gibt es jetzt die Reihe „Große Kinomomente“ mit 50 Titeln von Universum Film. Sie enthält besonders Filme der beiden letzten Jahrzehnte, von denen viele Preise bekamen und das Zeug zum Kultfilm haben.

Bei genauerer Betrachtung ist diese Reihe so außergewöhnlich und vielfältig wie keine andere, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Nur Sammler werden sich die Serie komplett anschaffen wollen, auch wenn man bei der Gesamtabnahme 100 Euro sparen kann. Denn die Auswahl der Filme ist derart heterogen, dass selbst in einer Familie mit Kindern nicht alle angesprochen werden können, auch wenn alle FSK-Klassen von 0 bis 18 Jahren vertreten sind, wobei der Schwerpunkt auf 12 und 16 Jahren liegt. Betrachtet man die Auswahl etwas statistisch, fallen einige Ausreißer auf. „Apokalypse Now Redux“ von 1976 und die sechs kritischen Dokumentarfilme hatten eventuell in anderen bereits erschienenen Serien keinen Platz mehr, in die sie besser gepasst hätten, oder es gab lizenzrechtliche Gründe dafür. Alle anderen Filme stammen von der Zeit von 1991 bis 2008 mit dem Schwerpunkt auf den letzten sechs Jahren. In der Länderwertung liegen erwartungsgemäß die USA mit 20 Titeln weit vorn, gefolgt von Deutschland (7), Frankreich (5), Großbritannien (5), Spanien (3), Mexiko (2), Dänemark, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Neuseeland, Österreich und Südafrika mit je einem Film. Diese Internationalität ist ein großer Vorteil, um den US-Eurozentristischen Blick etwas zu erweitern. Bei den Regisseuren gibt es neben vielen jungen noch weniger bekannten auch etablierte wie Ang Lee, Andreas Dresen, David Cronenberg, Francis Ford Coppola, Michael Moore, David Lynch, Pedro Almodóvar, Jim Jarmusch, Tom Tykwer, Ethan Coen, Jean-Luc Godard, Roman Polanski oder Quentin Tarantino. Insgesamt sind nur zwei Filmemacher doppelt vertreten, was für die Vielfalt und Abwechslung dieser Auswahl spricht.

Die Verschiedenheit der Genres ist für eine derartige Serie unübertroffen. Am meisten ist traditionell das Drama vertreten, das mit 26 Titeln mehr als die Hälfte ausmacht: Brokeback Mountain, Die fetten Jahre sind vorbei, Wolke 9, Gefahr und Begierde, Das geheime Leben der Worte, Transamerica, Mein Leben ohne mich, Babel, The Door in the Floor, I’m not there (Biografie Bob Dylan), The Straight Story (Raod Movie), Monster’s Ball, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Maria voll der Gnaden, Die Töchter des chinesischen Gärtners, Into the Wild, Halbe con ella – Sprich mit ihr, Das Meer in mir, Hotel Ruanda, Der Klang des Herzens, Paris je t’aime (Episodenfilm von 21 verschiedenen Regisseuren), Der Pianist, Nach der Hochzeit, Nichts als Gespenster und die beiden nicht jugendfreien Shortbus (Erotik) und Ken Park.

Sehr beliebt – besonders in schlechten Zeiten – sind seit jeher Komödien, repräsentiert durch folgende 10 Titel: Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding, Son of Rambow, Brügge sehen und sterben?, Brot und Tulpen, 8 Frauen (Musical), Mit Herz und Hand, Im Juli (Road Movie), Fear and Loathing in Las Vegas (Road Movie), Broken Flowers, Abgedreht.

Vier Thriller mit zwei nicht jugendfreien Titeln sorgen für die nötige Spannung: Tödliche Versprechen – Eastern Promises, Chiko, Hard Candy, Reservoir Dogs – Wilde Hunde.

Außerdem gibt es je einmal die Gattungen Fantasy (Pans Labyrinth), Horror (Das Waisenhaus), Kriegsfilm (Apokalypse Now Redux) und nicht nur für Kinder den originellen japanischen Zeichentrickfilm Chihiros Reise ins Zauberland.

Die etwas aus der Reihe fallenden sechs Dokumentationen hätten in einer eigenen Serie mehr Beachtung gefunden: Unsere Erde (Naturfilm), We feed the World – Essen global, Young@Heart (Musikfilm), The Road to Guantanamo, Sicko, Prinzessinnenbad.

Resümierend bietet diese ungewöhnliche Zusammenstellung für jeden etwas, egal ob Heiteres, Ernstes, Problematisches oder Spannendes bevorzugt wird. Sogar Globalisierungsgegner, USA-Kritiker und Naturfreunde kommen auf ihre Kosten. Auch wenn es marketingtaktisch gut gemeint sein mag, möglichst viele Seherschichten auf einmal ansprechen zu wollen, wird die Reihe „Große Kinomomente“ als Komplettversion nicht so leicht ihre Abnehmer finden wie thematisch mehr eingegrenzte Serien. Aber auch diese gibt es beim KulturSPIEGEL in großer Auswahl, z.B. 50 deutsche Filme, 10 Klassiker, 10 Literaturverfilmungen, 10 britische Filme, 10 amerikanische unabhängige Filme, 10 asiatische Filme, 10 Dokumentationen und 18 Kinder- und Jugendfilme in drei Boxen. Diese sind alle erhältlich im (Internet-)Fachhandel und bei http://shop.spiegel.de/shop. Zwei wichtige Argumente sprechen für diese Editionen im Gegensatz zu den „normalen“ Ausgaben der Filme: Die sehr empfehlenswerten Einführungstexte von Experten der KulturSPIEGEL-Redaktion und der Preisvorteil besonders bei Gesamtabnahme der Serien. Bei einer Komplettbestellung der „Großen Kinomomente“ im Internet sollte man darauf achten, ob man die FSK-16-Verion mit 46 Titeln oder die FSK-18-Version mit allen 50 Titeln gewählt hat.

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