Hell Night auf DVD
Angetrunkene, notgeile Teenager, die infolge einer Mutprobe der Reihe nach auf unterschiedlich kreative Weise gemeuchelt werden – was die Story betrifft, ist das auch schon alles, was es zu sagen gibt. Das mag auch im Jahre 1981 nicht mehr ganz taufrisch gewesen sein, aber immerhin hatten Teenie-Slasher damals noch einen gewissen Qualitätsstandard und sie trumpfen heute, knapp 30 Jahre später, mit dem typischen 80er-Jahre-Charme auf, was vor allem den Nostalgikern zu gefallen weiß. Überdies ist mit Linda Blair (Der Exorzist) ein echter Star des Grusel-Genres mit von der Partie! Nach dem launigen Setup vermutet man eigentlich einen Camp-Slasher mit humorigen Einlagen, doch obwohl das Make-up des verkrüppelten, übermenschlich kräftigen Killers geradezu lachhaft wirkt, die grottigen Dialoge fast schon satirischen Charakter haben und sich offensichtlich keiner der Schauspieler so richtig Mühe gibt, schaffen es die atmosphärischen Szenenbilder, das funktionelle Sounddesign und ein paar wirklich gut platzierte „Jump-Scares“, eine recht bedrohliche Stimmung aufzubauen. Der dramaturgische Aufbau ist allerdings eher misslungen. Nach der sympathischen Etablierung der stereotypen Teenie-Slasher-Charaktere verliert der Film an Fahrt und bleibt öde, bis der Killermutant eine Hetzjagd auf die verbliebenen Protagonisten beginnt.
Leider wird zum Ende hin nichts wirklich aufgeklärt und die letzte Szene ist äußerst verwirrend. Linda Blair litt während ihrer gesamten Karriere unter dem Umstand, dass nur wenige Filmschaffende sie außerhalb des Horror Genres einsetzen wollten. Und so fristete sie ein Dasein in der B-Movie-Hölle, wurde depressiv und bekam schlussendlich ein ernstes Drogenproblem. Hell Night ist zumindest einer jener Horrorfilme, die einen gewissen Unterhaltungswert haben und zudem wertet die 80er-Note und das düstere, fast klassische Horror-Setting den Film irgendwie auf. Für einen Popcorn-Filmabend unter Freunden könnte Hell Night genau das Richtige sein: Es gibt Szenen die unfreiwillig komisch sind und außerdem solche, die intentional amüsant angehaucht sind. Phasenweise kommt wohlige Grusel-Atmosphäre auf und gerade der entschleunigte, etwas langweilige Mittelteil verzeiht es den Anwesenden, wenn sie sich nebenher ein wenig unterhalten. Eigentlich ein schöner 80er Jahre Shlock-Horrorfilm. Die Bildqualität ist übrigens überraschend gut. Das Material wurde vermutlich grundlegend überarbeitet oder war noch in guter Qualität vorhanden.
Ähnliche Beiträge:
Hell Night auf DVD wurde bearbeitet von Felix Kreutzmann • Permalink • Kommentar schreiben »












