Hell to Pay – The Battle of the Footsoldiers
Ein gemeingefährliches Duo: Mit seinem Bruder Bruder herrscht Dave Malone gemeinsam über die östliche Londoner Unterwelt. Larry betrachtet den kriminellen Ehrenkodex weniger streng, und beschließt, sich seines Konkurrenten zu entledigen. Doch Larry hätte wissen müssen, dass man sich mit Dave nicht ungestraft anlegt. Während ihm Larry Killer und korrupte Cops schickt, schließt Dave seine Reihen und geht zum Gegenangriff über. Wer ist der coolste Gangster im Königreich? Dave Courtney natürlich, wenn man fiesem Brit-Bangster Film im Low-Budget-Style vertrauen schenkt. Der Autor, Ex-Knacki und Schlagring-Lobbyist demonstriert mit der Wumme unter dem Kopfkissen, die heißen Bräute, mit denen er ständig feiert, das Gemälde, was angeblich vom berühmt-berüchtigte Reggie Kray stammt. Und er demonstriert allen in Gewalt verherrlichen Szenen, was er mit Verrätern macht. Hackfleisch nämlich. Typischer desolater, britischer Gangsterfilm mit den dazugehörigen, räudigen „Unterschichts“ – Visagen; irgendwie spannend, irgendwie sehenswert.
Der sogenannte Britfilm hat eine ganz spezielle Erzählweise: Es wird in Bildern erzählt, ohne schnelle Stakkato-Montagen, wie man das im US-Kino liebt. Meistenms kommen die Britfilme ohne viele zirzensische Special Effects, rasante Action und waghalsige Stunts auskommt. Das englische Setting dominiert fast immer, ob im Kleinkaff, in den Parklandschaften, den stets sehr wichtigen Pubs. Bei genauer Betrachtung werden in diesen Filmen, ob Komödie oder Krimi immer wieder die krassen Klassenunterschiede, die extreme Kluft zwischen Arm und Reich deutlich. Gerne wird auch Komik und morbider Humor verwendet, selbst bei den härtesten Sujets. Das nebeneinander von tragischen und komischen, sozialkritisch-realistischen und romantisch bis Seifenopern artigen Elementen wird besonders visualisiert. Es herrscht eine neue britische Sachlichkeit, die von Armut und Rassismus geprägt wird, insbesondere an den Hooligan-Klopperfilmen deutlich auszumachen. Grob gesagt wäre hell To Pay weitläufig unter dem begriff New British Cinema einzuordnen. das bemüht sich darum, die gesellschaftlichen Entwicklungen in Großbritannien zu analysieren und zu kritisieren. Dabei reicht die Bandbreite von realistisch inszenierten Sozialdramen, Krimis und Komödien über Historienschinkenfilme bis hin zu experimentell beeinflusstem Arthaus-Film. Zumeist stehen Underdogs dabei vor der Linse, Arbeiter, Arbeitslose, Gangster und Junkies. Wichtig Movies dieser begrüßenswerten Filmströmung ist Mike Leighs Meantime (1983, Ken Loachs Riff-Raff (1991)., Angel – Straße ohne Ende (Neil Jordan, 1982), Cal (Pat O’Connor, 1984) oder Geheimprotokoll (Ken Loach, 1990). Wieder ein Beweis dafür dass Film das Spiegelbild für die politische und soziale Topografie eins Landes darstellt. Film ist Politik und umgekehrt.
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Hell to Pay – The Battle of the Footsoldiers wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »











