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„Katharina Luther“ auf DVD bei EuroVideo – Beitrag zum Reformationsjahr zu Martin Luthers Frau

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„Katharina Luther“ auf DVD bei EuroVideo – Beitrag zum Reformationsjahr zu Martin Luthers Frau

Katharina LutherZur besten Sendezeit strahlte die ARD die Filmbiografie „Katharina Luther“ aus. Dieser wichtige Beitrag zum Reformationsjahr 2017 zeigt als Ausnahme einmal nicht Leben und Theologie des großen Wittenberger Reformators, sondern stellt dessen Frau und das Familienleben der Luthers in den Mittelpunkt. Die ehemalige Nonne ist eine der bemerkenswerten Persönlichkeiten der sonst vor allem von Männern dominierten Reformation. „Katharina Luther“ ist eine Produktion der EIKON Süd mit Cross Media und Conradfilm in Koproduktion mit dem federführenden MDR, der ARD Degeto, dem BR und dem SWR für Das Erste. Gefördert wird die Produktion von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) und dem Film-Fernseh-Fonds Bayern (FFF Bayern). Zusätzlich zu dem 105 Minute langen Hauptfilm ist als Bonus die halbstündige MDR-Dokumentation „Luther und die Frauen“ von Gabriele Rose enthalten.

Fesselnd erzählt der Film die Geschichte der Katharina von Bora, einer entlaufenen Nonne, erfolgreichen Geschäftsfrau, klugen und fürsorglichen Ehefrau des Reformators und Mutter ihrer sechs gemeinsamen Kinder. Das Resümee des Films ist, dass diese erfolgreiche und fleißige Frau weit mehr ist als nur die Frau Martin Luthers. Unter der Regie von Julia von Heinz („Hannas Reise“, „Ich bin dann mal weg“) stehen die Hauptdarsteller Karoline Schuch (Katharina von Bora) und Devid Striesow (Martin Luther) sowie Ludwig Trepte (Philipp Melanchthon), Martin Ontropp (Lucas Cranach), Claudia Messner (Barbara Cranach) und Mala Emde (Ave von Schönfeld) und viele andere vor der Kamera von Daniela Knapp. Das Drehbuch schrieb Christian Schnalke („Die Himmelsleiter“).

Bereits als Kind ins sächsische Kloster Nimbschen abgegeben, lebt Katharina von Bora wie damals viele adlige Mädchen das für sie bestimmte Leben, bis sie mit Anfang 20 durch die heimlich kursierenden Schriften Martin Luthers mit der reformatorischen innovativen Gedankenwelt in Berührung kommt. Gemäß Luthers Überzeugung, dass das Verhältnis des Menschen zu Gott allein von Gott bestimmt werde, nicht von den guten Werken der Gläubigen abhinge und das Zölibat gegen die göttliche Ordnung der Schöpfung verstieße, wagt Katharina mit vielen ihrer Mitschwestern den Schritt ins Ungewisse und entflieht dem Klosterleben. Als die junge Frau ohne rechtliche Stellung und Einkommen, von ihrer Familie verstoßen, im Hause von Lucas Cranach in Wittenberg unterkommt, begegnet sie dort Martin Luther persönlich. Sie erlebt einen verletzlichen, kranken, voller Zweifel und bis zur Erschöpfung arbeitenden Mann. Sie verliebt sich in den mit dem Kirchenbann belegten und von seiner Mission beseelten Reformator. Als seine Ehefrau beginnt sie ein neues Leben, entwickelt sich zur angesehenen Wirtschafterin, gleichberechtigten Gesprächspartnerin Luthers und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder. Mit dem frühen Tod ihrer Tochter, damals nicht selten, fällt das Ehepaar Luther in eine tiefe Trauer, in der alte Ängste und Zweifel die Eheleute einholen und voneinander abschotten. Erst als Katharina neuen Lebensmut gewinnt, findet sie zurück in ihr Leben.

In etwa 40 Drehtagen entstand der Film zu einem großen Teil im Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda, wo das Set mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Die Gebäude sind Kulisse für das „Schwarze Kloster“ in Wittenberg, das lange Zeit Hauptwirkungsstätte Luthers und später Wohnhaus seiner Familie war. Der Film „Katharina Luther“ hebt sich wohltuend von den vielen bisherigen Beiträgen zu Luther und der Reformation ab und schließt damit eine Lücke. Nicht eine Liste mit historischen Ereignissen wird hier abgearbeitet, sondern eine Ehegeschichte aus der Perspektive von Katharina von Bora steht im Mittelpunkt, für Regisseurin Julia von Heinz „ein feministisches Statement“. Die katholische Seite warf Martin und Katharina Luther vor, ihre Gelübde gebrochen zu haben. Dennoch war die Zeit längst reif dafür. Schon einige Jahre vor Luther hatten viele Geistliche geheiratet. Luther sah in der Eheschließung kein Sakrament wie die Katholiken, sondern eine rechtlich-weltliche Angelegenheit. Nicht zuletzt dient ihr Eheleben bis heute zum Vorbild für das evangelische Pfarrhaus.

Die Dokumentation „Luther und die Frauen“ ist eine ideale Ergänzung zu den szenischen Filmhandlungen. Luther sorgte mehrfach für einen Skandal im damaligen ausgehenden Mittelalter. Außer mit seinen berühmten 95 Thesen brachte er vor allem durch seine Heirat mit Katharina von Bora, die er respektvoll „Herr Käthe“ nannte, das damalige Weltbild ins Wanken. Die Hochzeit mit dem berühmtesten Reformator macht die ehemalige Nonne zur vielleicht prominentesten Frau des 16. Jahrhunderts. Kaum jemand hat so polarisiert wie sie. Von den einen wurde sie geliebt und als Vorbild verehrt, von anderen verachtet und als Geschöpf der Hölle verteufelt.

Vor allem männliche Reformatoren, allen voran Martin Luther, haben zu Beginn der Neuzeit das Frauenbild revolutioniert. Luther überprüft Werte und Normen seiner Zeit an der Bibel und gelangt dabei zu einer weitgehend neuen Bewertung des weiblichen Geschlechts als dem Mann ebenbürtig. Außerdem ist das Zölibat von Menschen gemacht und nicht Gottes Wille. Damit öffnen die Reformatoren die Türen der Klöster und geben der Rolle der Ehefrau eine neue Bedeutung. Ohne Luther, ohne die Reformatoren, die das Bild der Hausfrau und Mutter stärken, ist der ungewöhnliche Werdegang Katharina von Boras, die als Nonne aus ihrem Kloster flieht und nach der Heirat mit Luther zu einer der bekanntesten Frauen Europas wird, nicht denkbar. In dem Film geht es besonders um die Frage, wie die Reformation die Stellung und das Bild der Frau verändert und somit zu ihrer Gleichberechtigung beigetragen hat.

Der Film widmet sich neben Katharina von Bora auch den bewegenden Schicksalen anderer Frauen jener Zeit, die sich auf Martin Luther verließen und dabei ein enormes Risiko eingingen. Dafür begibt sich Gabriele Rose unter anderem an Originalschauplätze in Wittenberg, besucht die Ruinen des Klosters Nimbschen, und untersucht am Beispiel eines Nürnberger Klosters, welche Auswirkungen die Reformation auf Frauen hatte, die aus voller Überzeugung Nonnen wurden und plötzlich gezwungen waren, ihr Kloster zu verlassen. Experten wie der Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann und die Luther-Expertin Sonja Domröse ordnen die Ereignisse im historischen Zusammenhang ein.

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