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Kunstvolle Stricher-Dokumentation: Brüder der Nacht

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Kunstvolle Stricher-Dokumentation: Brüder der Nacht

Brüder der Nacht DVDSinti und Roma nehmen schon seit Jahrhunderten in der Gesellschaft eine Außenseiterposition ein. Die Legende will es, dass den früher als „Zigeuner“ titulierten Menschen das Reisen im Blut liegt, dass sie selten über einen längeren Zeitraum an einer Stelle sesshaft sind. Dementsprechend geschickt seien sie im Anpassen an die entsprechenden Gegebenheiten, verstünden es oftmals, ohne ausreichende Kenntnis der Sprache oder besondere Qualifikationen, sich in der neuen Umgebung durchzuschlagen. Es ist nicht nur ein Stereotyp, dass viele von ihnen betteln oder stehlen, und auch die Tatsache, dass sie gegen Geld ihre Körper verkaufen, hat ihnen immer wieder das Überleben gesichert und in der Gesellschaft missgünstige Blicke eingebracht. Auch die fünf Protagonisten in Patric Chihas kunstvollem Dokumentarfilm „Brüder der Nacht“ sind zum Geldverdienen von Bulgarien nach Wien gereist. Doch die Roma-Jungs müssen schon schnell feststellen, dass sie ohne Grundkenntnisse des Deutschen in einem regulären Job kaum Aussichten auf Erfolg haben. Stattdessen stellen sie fest, dass ihre jungen, durchtrainierten Körper bei einer gewissen Klientel heiß begehrt sind.
In der Bar „Rüdiger“ in der Rüdigerstraße in Wien verbringen Stefan, Yonko, Asen, Nikolay und Vassili fortan den Großteil ihrer Zeit. Die berühmt-berüchtigte Callboy-Bar zieht finanzkräftige Schwule an, die sich mit den Jungs vergnügen wollen, die wiederum auf das Geld angewiesen sind. Fast alle von ihnen haben Frauen und Kinder in Bulgarien, die nichts von ihren Tätigkeiten in Wien wissen sollen. Fast alle definieren sich selbst nicht als schwul, haben aber keinerlei Bedenken, sich ihren Lebensunterhalt durch Sex mit schwulen Männern zu verdienen. Wie weit ein jeder von ihnen dabei geht, wo sie selbst Grenzen setzen und was sie für ihre Dienste verlangen, ist durchaus unterschiedlich. Schlecht fahren jedenfalls die wenigsten von ihnen und in Gesprächen mit dem Regisseur erläutern sie mitunter, dass sie in Wien glücklicher sind als bei ihren regelmäßigen Besuchen in der bulgarischen Heimat.

Patric Chiha hat mit „Brüder der Nacht“ keinen gewöhnlichen Dokumentarfilm inszeniert. Die Szenen mit frontal in die Kamera sprechenden Interviewpartnern sind klar in der Minderheit. Stattdessen versucht der Regisseur, seine Szenen kunstvoll zu arrangieren, inszeniert mittels der Farbgebung und der aufwändigen Kameraführung oftmals eine Art Stricheridyll, wie es sich Jean Genet oder Kenneth Anger nicht blumiger hätten ausmalen können. Der Film wird dadurch zu einem Hybrid aus Spiel- und Dokumentarfilm, der seinen Schwerpunkt klar auf die künstlerische Ausgestaltung legt. Dabei kann man dann auch darüber hinwegsehen, dass die Aussagen der Jungs mitunter nicht allzu sehr in die Tiefe gehen und man sich als Betrachter gewünscht hätte, dass der Filmemacher mitunter mehr gelenkt oder nachgehakt hätte. Gleichwohl ein nicht nur ästhetisch ansprechender Einblick in die Parallelwelt der Wiener Stricherszene. Die DVD-Erstveröffentlichung gefällt mit einem sehr guten Bild (im Widescreen-Format 16:9) und in der bulgarisch-deutschen Originalversion, die wahlweise in Dolby Digital 5.1 und 2.0 vorliegt, optional mit deutschen Untertiteln. Bonusmaterial ist keines vorhanden.

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