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Mediabook: Der 27. Tag

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Mediabook: Der 27. Tag

Man muss sich in die 1950er Jahre hineinversetzen können, um „Der 27. Tag“ in seiner Gänze zu verstehen und das, was einem hier präsentiert wird, im richtigen Kontext zu sehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es nicht mehr lange, bis sich die einstmals als Alliierte aus dem Kampf gegen die Achsenmächte hervorgegangenen Länder USA und UdSSR als erbitterte Feinde gegenüberstanden. Die beiden Großmächte lieferten sich einen erbitterten Rüstungswettlauf, der später noch durch das „Space Race“ und den Kampf um eine Vormachtstellung bei der Eroberung des Weltraums verschärft wurde. Die Welt stand am Rande eines Dritten Weltkriegs, der mit Atom- oder Wasserstoffbomben geführt worden wäre und wohl einen Großteil der Menschheit ausgerottet hätte. Vor diesem Hintergrund entstanden, vornehmlich in den USA, in den 1950er Jahre eine Reihe Science-Fiction- und Horrorfilme, die diese Konflikte verschlüsselt thematisierten und die aufgeheizte Stimmung indirekt weiter befeuerten. „Der 27. Tag“ nach einem Roman von John Mantley benötigt keine Symbolik und zeichnet ganz direkt ein russisches Feindbild, wie es im Buche steht.

Eines Tages werden scheinbar willkürlich fünf Erdenbewohner entführt und mit einem Raumschiff ins All gebracht. Dort erklärt ihnen ein Außerirdischer (Arnold Moss), dass seine Rasse innerhalb der nächsten 35 Tage aussterben wird, wenn sie keinen neuen Planeten findet, auf dem sie künftig leben kann. Der Fremde gibt dem US-amerikanischen Journalisten Jonathan Clark (Gene Barry), der englischen Schönheit Eve Wingate (Valerie French), dem deutschen Wissenschaftler Prof. Klaus Bechner (George Voskovec), dem russischen Soldaten Ivan Godofsky (Azenath Janti) und der chinesischen Bäuerin Su Tan (Marie Tsien) jeweils eine Waffe in die Hand, mit der sie den Großteil der Menschheit ausrotten können. Sollten die Menschen innerhalb der nächsten 27 Tage die Kapseln, die noch viel wirkungsvoller sind als Atombomben, nicht gezündet haben, sind die Außerirdischen zum Sterben verurteilt, da sie die Erde nie mit Gewalt in ihren Besitz bringen würden. Haben die stets aggressiv und gewalttätig agierenden Menschen die Mega-Waffe jedoch bis dahin eingesetzt, bietet die Erde den Aliens neuen Lebensraum – denn die Kapseln sind so konstruiert, dass weder Tiere noch Natur in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern ausschließlich die Menschen in ihre Bestandteile auflösen. Zurück auf der Erde stehen die fünf Auserwählten vor schwierigen Entscheidungen, zumal der Fremde sich in die weltweiten Nachrichtensysteme hackt und der Menschheit sowohl von der Waffe erzählt als auch die Namen ihrer Besitzer preisgibt…

Natürlich diente „Der 27. Tag“ in seiner Entstehungszeit ganz eindeutig propagandistischen Zwecken. Das Bild, das den Zuschauern hier von den Ländern „hinter dem Eisernen Vorhang“ dargeboten wird, kann man nur als perfide und stereotyp bezeichnen. Die Prämisse, mit der man an das Thema herangeht, ist aber überaus reizvoll. Die Handlung fokussiert schnell auf die anglo-amerikanischen und den deutschen Protagonisten, die als integer und vernünftig gezeichnet werden. Mit ihnen soll sich das Publikum identifizieren und mit ihren Problemen mitfiebern. Die hat William Asher in seinem gerade einmal 75minütigen Film sehr effektiv und überaus spannend aufgedröselt, so dass man sich rasant und ohne Mätzchen auf das erstaunliche Ende zubewegt. Mit dem richtigen Hintergrundwissen kann man diesen aufgrund seiner politischen Tendenzen lange Jahre nicht mehr gezeigten Film wertschätzen und als gelungenen Genrebeitrag nun durch seine Veröffentlichung in der „Rache der Galerie des Grauens“-Reihe von Anolis Entertainment neu entdecken.

Das Mediabook enthält sowohl eine BluRay als auch eine DVD des Films. Dieser wird in gestochen scharfem Schwarz-Weiß-Breitbild (im Format 1,79:1) präsentiert, bei dem fast keine Alterungserscheinungen mehr auszumachen sind. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch im DTS HD Master Audio 2.0 Mono vor, optional sind auch deutsche Untertitel verfügbar. Das üppige Bonusmaterial umfasst ein zwölfseitiges Booklet, reich illustriert und mit einem informativen Text von Ingo Strecker versehen. Der hat gemeinsam mit Bodo Traber auch einen Audiokommentar eingesprochen, einen zweiten Kommentar gibt es von Dr. Rolf Giesen zusammen mit Volker Kronz. Die zusätzlich verfügbare deutsche Kinofassung präsentiert uns den Film mit eingedeutschtem Vorspann und entsprechend neu gedrehten Textinserts (beispielsweise bei Zeitungsschlagzeilen). Auch eine spanische und eine portugiesische Titelsequenz sind mit aufgespielt. Hinzu kommen der amerikanische und der deutsche Kinotrailer, der deutsche Werberatschlag, das US Press Book, drei deutsche Filmprogramme sowie eine große animierte Bildergalerie zum Film.

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